Philharmonie

Herbstkonzert in der Henrichshütte begeistert Hattinger

Beim Konzert „Volksbank Klassisch“ der Rhein-Ruhr Philharmonie bewiesen die Musiker mit Stücken aus drei Jahrhunderten ihre Vielseitigkeit.

Foto: Manfred Sander

Beim Konzert „Volksbank Klassisch“ der Rhein-Ruhr Philharmonie bewiesen die Musiker mit Stücken aus drei Jahrhunderten ihre Vielseitigkeit.

Hattingen.   Die Musiker der Rhein-Ruhr Philharmonie zeigen beim Auftritt in der Reihe „Volksbank klassisch“ einmal mehr, wie vielseitig sie sind.

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Klassik, Romantik, 20. Jahrhundert: Die Rhein-Ruhr Philharmonie unter Leitung von Sierd Quarré hat bei ihrem Herbstkonzert in der Henrichshütte am Samstagabend vollauf überzeugt. Bei der Veranstaltung innerhalb der Reihe „Volksbank klassisch“ zeigten die Musiker dabei wieder einmal, wie vielseitig sie sind.

Die Konzertreihe „Volksbank klassisch“ ist inzwischen ein Markenzeichen in Hattingen geworden. Mit der Londoner Symphonie in D-Dur Nr.104 von Joseph Haydn (1732-1809) eröffnet die Rhein-Ruhr Philharmonie den Abend. Nach einem lebhaften Auftakt überzeugt das Orchester durch leise-verhaltene Klänge, die bei aller Leichtigkeit vor Spannung vibrieren. Mit federnd-tänzerischen Rhythmen leiten sie zum klangschönen, schwungvollen Menuett. Schnelle, flirrende Streicher unterstreichen dramatische Entwicklungen im Allegro spirituoso, die sich in ein kraftvoll flutendes Thema auflösen, in dem die Holzbläser lichte Klangakzente setzen.

Die Tuba als Solo-Instrument

Eine ganz andere Klangsprache prägt das Konzert in f-Moll für Tuba und Orchester von Ralph Vaughn Williams (1872-1958), nicht zuletzt durch ein ebenso ungewöhnliches wie unübliches Solo-Instrument – die Tuba, an diesem Abend gespielt von Joachim Müller. Dumpfe, gedämpfte Klänge kennzeichnen die Klangsprache des Orchesters. Die tiefen, grummelnden Töne der Tuba überraschen dabei durch eine unerwartete Beweglichkeit. Die dunkel-überschatteten Klänge und die plastischen Konturen der Themen, die die Rhein-Ruhr Philharmonie unter dem nuancenreichen Dirigat von Sierd Quarré formt, erinnern in ihrer markanten Kraft und Farbigkeit an Filmmusik. Ein beschauliches Idyll entfaltet sich im zweiten Satz: In knisternder Spannung im Wechsel zwischen Orchester und den virtuos gestalteten Tubathemen klingt das Werk aus.

Malerisch und farbenreich ist auch die Suite A-Dur op. 98b von Antonin Dvorak, auch unter dem Namen „Amerikanische Suite“ bekannt. Liedhaft und volkstümlich scheint das Thema anzufangen, stampfende Rhythmen und lautmalerische Akzente erinnern an Volksfeste.

Stilsicher und spielfreudig

Schnelle, flirrende Streicher und klare Holzbläser prägen das Klangbild; die Interpretation erzählt eine Geschichte ohne Worte. Spannungsgeladene und spielerische Momente wechseln sich dabei ab in diesen atmosphärisch dichten Klängen, deren vielseitige Ausdrucksschattierungen die Rhein-Ruhr Philharmonie ebenso stilsicher wie spielfreudig auslotet – in packenden, klaren Klängen mit ergreifendem Ausdruck.

Das Publikum applaudierte begeistert. Dafür bedankte sich das Orchester mit einer Zugabe: dem Slawischen Tanz Nr. 9 von Antonin Dvorak.

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