Gericht

Hattinger wegen Drogenbesitzes zu Haftstrafe verurteilt

Seit elf Jahren konsumiere er Marihuana, erklärte der 26-jährige Angeklagte vor Gericht.

Foto: DPA, Daniel Karmann

Seit elf Jahren konsumiere er Marihuana, erklärte der 26-jährige Angeklagte vor Gericht. Foto: DPA, Daniel Karmann

Hattingen.   Ein Hattinger hat insgesamt 400 Gramm Marihuana für den eigenen Konsum gekauft. Das Gericht hielt eine Bewährungsstrafe für nicht vertretbar.

Ein 26-jähriger Hattinger ist wegen des Erwerbs und unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln vor dem Amtsgericht Hattingen angeklagt worden. Im Zeitraum vom November 2015 bis April 2016 soll der Angeklagte insgesamt 400 Gramm Marihuana gekauft haben. Dafür wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt.

„Es stimmt. Ich habe einmal 50 Gramm, zweimal 100 Gramm und einmal 150 Gramm Marihuana gekauft“, gestand der 26-Jährige. Sein Verteidiger verwies auf die Suchtproblematik seines Mandanten und erklärte: „Er ist seit elf Jahren Konsument, phasenweise konsumiert er zwei Gramm und mehr am Tag.“ Inzwischen hat sich der 26-Jährige aber freiwillig zu einer zweiwöchigen Entgiftung Anfang Mai und anschließend zu einer ­14-wöchigen Therapie entschlossen. „Mein Mandant hat alles selbst organisiert. Die Zusage für den Therapieplatz ist bereits da“, so der Anwalt. „Ich hoffe, dass ich dann endlich ein drogenfreies Leben führen kann. Ich werde die Therapie durchstehen“, erklärte der Angeklagte.

Angeklagter hat mehrere Vorstrafen

Der 26-Jährige ist unter anderem wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, gemeinschaftlicher räuberischer Erpressung und gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung vorbestraft. Die jetzt angeklagten Vergehen fallen in die Bewährungszeit des Angeklagten. Seine Bewährungshelferin attestierte dem 26-Jährigen eine insgesamt positive Sozialprognose. „Er hat sich freiwillig zu einer Therapie entschieden und möchte danach eine Ausbildung machen“, sagte sie.

Außerdem verwies sie auf die psychischen Probleme des Beschuldigten: „Bereits als Kind hatte er psychische Probleme, die auch im Erwachsenenalter noch vorhanden sind.“ So leide der Angeklagte unter anderem an ADHS. Mit der Hilfe seiner Lebensgefährtin habe sich seine psychische Situation aber deutlich verbessert.

Gericht urteilt ohne Bewährung

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung – außerdem 200 Stunden gemeinnützige Arbeit nach Beendigung der Therapie. „Das Geständnis, seine Suchtabhängigkeit, die Einsicht und der Wille zur Therapie müssen positiv gewertet werden“, erklärte der Staatsanwalt. Der Verteidiger forderte hingegen eine mildere Strafe.

Der vorsitzende Richter Johannes Kimmeskamp verurteilte den Hattinger zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung. „Der Angeklagte ist zum vierten Mal innerhalb der laufenden Bewährung straffällig geworden, da kann die Strafe nicht mehr zu Bewährung ausgesetzt werden“, begründete Kimmeskamp. Außerdem müsse den Vorstrafen Rechnung getragen werden. Der Verteidiger des 26-Jährigen kündigte bereits an, Berufung gegen das Urteil einlegen zu wollen.

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