Afrika-Hilfe

Hattinger wollen Not in Ruanda mit Steckbriefen lindern

Selbstgemachtes aus Ruanda präsentieren Pastor Mirco Quint und Johannes Küpperfahrenberg, die dort waren.

Foto: Fischer

Selbstgemachtes aus Ruanda präsentieren Pastor Mirco Quint und Johannes Küpperfahrenberg, die dort waren. Foto: Fischer

Hattingen.  Afrika-Hilfe-Stiftung unterstützt behinderte Kinder in Higiro. Delegation aus Niederwenigern trifft sich mit 110 Familien und hört den Menschen zu.

Mit Steckbriefen möchte die Afrika-Hilfe-Stiftung Menschen animieren, Not und Leid in Ruanda zu lindern. Mit einem Projekt unterstützt die Stiftung aus Niederwenigern behinderte Kinder „am Ende der Welt, in Higiro“, so Johannes Küpperfahrenberg von der Stiftung. Eben ist er mit Mirco Quint, der ebenfalls dem Vorstand der Stiftung angehört, aus dem afrikanischen Land zurück.

„In Higiro gibt es eine 16-köpfige Gruppe, die sich neben dem Beruf sozial engagieren möchte und sehr viele Familien mit behinderten Kindern in der Region gefunden hat“, erklärt Küpperfahrenberg. Nicht mit einem fertigen Konzept fuhr das Duo in die Region, sondern mit dem Willen, den Menschen zuzuhören. „Wir hatten zu einem Treffen eingeladen, mit zehn bis 20 Familien gerechnet.“ Es kamen 110 Familien mit behinderten Kindern, die teils stundenlang zum Treffen gelaufen waren. „Zum ersten Mal hatten sie das Gefühl, jemand interessiert sich für sie und ihre Probleme“, sagt Küpperfahrenberg.

Für Kinder fehlt oft das Schulgeld

Kinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen, mit Fehlbildungen, mit Traumata waren da. „Ein Kind hat einen riesigen Grützbeutel am Hinterkopf, da reicht vielleicht eine Operation und er kann normal leben“, sagt Quint. Geländegängige Rollstühle fehlen. „Wir möchten Fälle mit einem Steckbrief vorstellen.“

So fehlt für Kinder oft das Schulgeld. „Drei Mal im Jahr werden 36 Euro benötigt für einen Zeitraum von acht Jahren. Vielleicht möchte da jemand eine Patenschaft übernehmen.“ Oder die Kosten für eine einmalige OP, einen Rollstuhl, einen Physiotherapeuten für einen Monat, der „Eltern behinderter Kinder Übungen für daheim zeigt, damit ein Kind laufen lernt“, schildert Quint. „Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe leisten und möchten, dass sich Eltern behinderter Kinder vernetzen und helfen“, erklärt Küpperfahrenberg.

Auch andere Stiftungs-Projekte profitierten von Steckbriefen. „Hier fehlt mal eine Kluft für einen Pfadfinder, da ein Englisch-Kursus zur Verbesserung der Berufsaussicht“, sagt Küpperfahrenberg. Eine „Kinderfamilie“ ohne Erwachsene wünscht sich eine Vorrichtung, um Regenwasser vom Hausdach aufzufangen. http://afrika-hilfe-stiftung.de.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik