KIRCHENTAG

Hattinger Teilnehmer loben einen politischen Kirchentag

Grüne Schals mit dem Motto des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages hielten die Besucher des Schlussgottesdienst im Stadion des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund in die Höhe.

Grüne Schals mit dem Motto des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentages hielten die Besucher des Schlussgottesdienst im Stadion des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund in die Höhe.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Hattinger Teilnehmer nennen den Kirchentag sehr gelungen. Er habe Aufbruchstimmung verbreitet – und die Wichtigkeit gemeinschaftlichen Handelns.

„Sehr gelungen“ nennen Hattinger Teilnehmer den am Sonntag in Dortmund zu Ende gegangenen 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag, betonen, er habe „sehr viel Aufbruchstimmung“ verbreitet. Und sie loben, dass er bei gesellschaftlichen Fragen wie einer humanitären Flüchtlingshilfe, einem stärkeren Einsatz für den Klimaschutz und dem Kampf gegen Rechts klare Positionen bezogen habe.

Schulte wünscht sich noch sehr viel mehr Einmischung in politische Belange

„Gottseidank“, sagt Ludwig Nelles, Pfarrer in Niederwenigern, sei dieser Kirchentag sehr politisch gewesen. Sein Kollege Frank Schulte von der Johannes-Kirchengemeinde dagegen würde sich durchaus wünschen, „dass wir uns noch sehr viel mehr einmischten in politische Belange“. Dass der Kirchentag sich politisch zu wenig streitbar gezeigt habe, wie der eine oder andere bemängelt – unter anderem wegen des Verzichtes darauf, Vertreter der AfD einzuladen –, kann Schulte indes nicht verstehen: „Die AfD ist ja keine Partei, die konträre Meinungen vertritt, sondern abwegige.“

Wie nah der Genderwahn der Rechten und Rassismus beieinander liegen

Pfarrer Uwe Crone, der wie seine Frau Birgit täglich auf dem Kirchentag weilte, sagt derweil: Zumindest mit gemäßigten AfD-Vertretern „hätte man bei diesem Kirchentag vielleicht doch reden können“. Sein persönliches Highlight von Dortmund? War eine Podiumsdiskussion zum Thema Rassismus und Sexismus, „bei der aufgezeigt wurde, dass der Genderwahn der Rechten und Rassismus sehr nah beieinander liegen. Das war sehr inspirierend“.

Beim Schlussgottesdienst in Block 52 das Abendmahl verteilt

Auch in Erinnerung bleiben werde ihm, dass er mit 20 Gemeindegliedern aus Welper-Blankenstein beim Schlussgottesdienst in Block 52 das Abendmahl verteilte. Und dass Kirche auch ganz anders kann als so, wie viele sie im Alltag erleben. „Mit mehr Impulsen statt Predigten. Und mehr gemeinschaftlichen Aktionen.“

Rund 700 Gäste in einem zur Herberge umgestalteten Schulzentrum betreut

Ebensolche hat Julien Middelmann, Jugendreferent von St. Georg, bereits in Dortmund gestemmt. Zusammen mit Maik Voswinkel von der Johannes-Gemeinde und rund 50 Jugendlichen aus dem Kirchenkreis betreute er während des Kirchentages rund 700 Gäste in einem zur Herberge umgestalteten Schulzentrum. Livemusik am Abend inklusive, Viele tolle Begegnungen habe er dabei erlebt, sagt Middelmann. Und vom Kirchentag insgesamt, so sein Fazit, zudem mitgenommen, dass Projekte im Kleinen wie im Großen „nur gemeinschaftlich gelingen“.

Eine Frage des Vertrauens

Das Gemeinschaftliche: Es ist auch das, was der Indonesier Ropudani Simanjuntak, Kirchenmusiker der Gemeinde Bredenscheid-Sprockhövel, auf seinem ersten Kirchentag so inspirierend fand. Dass er und seine Begleiter aus Ruanda zudem Kontakt mit verschiedensten Menschen aus unterschiedlichsten Ländern hatten, habe ihn noch mehr gefreut. Sogar einige indonesische Gruppen habe er in Dortmund gesehen.

Motto dieses Kirchentages hat wunderbar getragen

„Das Motto dieses Kirchentages“, sagt schließlich Pfarrerin Marianne Funda, „hat wunderbar getragen. Und es passt sehr gut in unsere Zeit.“ Sie fühle sich durch den Kirchentag zudem bestärkt darin, dass es richtig sei, zu vertrauen – auch darauf, dass sich die Gesellschaft zum Positiven ändert. Beim Klimaschutz, im Umgang mit Flüchtlingen. Und im täglichen Miteinander.

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