Unfall

Hattinger Kreuzung ist kein Fall für die Unfallkommission

Eine Straßenbahn und ein Bus kollidierten am Montag auf der Martin-Luther-Straße, Ecke Bahnhofstraße in Hattingen.

Eine Straßenbahn und ein Bus kollidierten am Montag auf der Martin-Luther-Straße, Ecke Bahnhofstraße in Hattingen.

Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.  Menschliches Versagen führte zum Zusammenstoß zwischen einem Bus und einer Bahn in Hattingen. Bereits 2016 war die Ampelschaltung geändert worden

Der schwere Unfall zwischen einer Straßenbahn und einem Bus am Montag wird kein Fall für die Unfallkommission. Das teilte der Ennepe-Ruhr-Kreis jetzt auf WAZ-Nachfrage mit. Obwohl es an der Kreuzung mehrfach zu Unfällen kam, sind Änderungen derzeit nicht geplant.

In der Unfallkommission sind Vertreter von Polizei, Kreisordnungsbehörde, Bezirksregierung, Stadtverwaltung und Straßen NRW. Sie beraten für Unfallschwerpunkte, wie sich eine Situation verbessern lässt. An der Kreuzung Martin-Luther-Straße/ Bahnhofstraße ist das nicht möglich.

Unfälle sind durch Schilder und Ampeln nicht auszuschließen

„Es sind bereits in der Vergangenheit und insbesondere nach dem letzten schweren Unfall zahlreiche Maßnahmen ergriffen worden. Dass es dennoch wieder zu einem Unfall an dieser Stelle kam, ist sehr bedauerlich“, erklärt Stadtsprecherin Susanne Wegemann. Sie ergänzt: „Allerdings sehen wir zurzeit keine Möglichkeit über die bereits ergriffenen Maßnahmen hinaus - durch weitere Schilder oder Ampeln - solche Unfälle vollständig ausschließen zu können.“

Busfahrer übersieht Rotlicht

Am Montag war ein 46-jähriger Busfahrer aus Witten auf der Martin-Luther-Straße in Richtung Sprockhövel gefahren. An der Kreuzung zur Bahnhofstraße wollte er nach rechts in diese abbiegen und stand an der dort Rotlicht zeigenden Ampel. Als die Ampel für den Geradeausverkehr auf Grün wechselte, fuhr der 46-Jährige mit seinem Bus fälschlicherweise ebenfalls los und stieß mit der Straßenbahn zusammen, berichtet die Polizei.

Bogestra hat keine Bedenken zu der Kreuzung

Menschliches Versagen ist also in diesem Fall die Ursache für den erneuten Unfall. Das Verkehrsunternehmen Bogestra hat von seinen Fahrern bisher keine Rückmeldung bekommen, dass die Stelle besonders unübersichtlich sei. Man hätte sich zwar beteiligt, wenn die Unfallkommission die Kreuzung erneut in den Blick genommen hätte, Veränderungen regt die Bogestra von sich aus aber nicht an.

Ampelschaltung wurde 2016 geändert

Nach einem Unfall zwischen einem Bus und einer Straßenbahn an gleicher Stelle, war die Ampelschaltung verändert worden. Alle Ampeln im Kreuzungsbereich – für Fahrzeuge und Fußgänger – werden seitdem auf Rot gestellt, sobald sich eine Bahn aus Richtung Bochum nähert. Ausgenommen davon ist der Geradeausverkehr auf der Martin-Luther-Straße in Richtung Bochum. Im aktuellen Fall kam die Bahn aus Richtung Innenstadt, dem Bus also entgegen.

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