Ehrenamt

Hattinger Kinderpaten freuen sich über Auszeichnungen

Alicia Kussauer und Thekla Bieder vom Verein Kipa Hattingen wurden für ihr Engagement ausgezeichnet. Foto:Volker Speckenwirth

Alicia Kussauer und Thekla Bieder vom Verein Kipa Hattingen wurden für ihr Engagement ausgezeichnet. Foto:Volker Speckenwirth

Hattingen.   Thekla Bieder und Alicia Kussauer vom Verein Kipa Hattingen wurden mit Preisen geehrt. Vom Gewinn wird einem Patenkind ein Urlaub ermöglicht.

Seit vier Jahren engagieren sie sich für Kinder, schenken ihnen ihre Zeit. Jetzt wurden Thekla Bieder als Vorsitzende der Kipa-Kinderpaten und Patin Alicia Kussauer für ihre ehrenamtliche Arbeit ausgezeichnet. Und der Gewinn kommt direkt wieder Kindern zugute.

Im Jahr 2013 gründete Thekla Bieder (66) den Verein Kipa Hattingen. Der hat es sich zu Aufgabe gemacht, Kindern, die sonst wenig Aufmerksamkeit bekommen, ehrenamtliche Paten zur Seite zu stellen. Eine der Patinnen ist die ­40-jährige Alicia Kussauer, die von Anfang an dabei war. Sie erhielt jetzt den mit 500 Euro dotierten Kurt-Kreuser-Preis der Solinger Knupp Stiftung.

Über ihre Arbeit als Krankenschwester in Haan wurde sie auf die Stiftung aufmerksam, suchte eigentlich nach Unterstützung für die Familie ihres zehnjährigen Patenkindes, die gern einen Urlaub machen würde, sich das aber nicht leisten kann. Und gewann den Preis für besonderes Engagement als Einzelperson. Über das Preisgeld darf sich nun Alicia Kussauers Patenkind freuen, denn sie gibt das Geld direkt weiter, um den Urlaub an der Ostsee zu ermöglichen.

Drei bis vier Stunden Betreuung

Der Zehnjährige ist bereits das zweiten Patenkind der 40-Jährigen. Auch zu dem Mädchen, dem sie zuerst ihre Zeit schenkte, hat sie noch Kontakt. „Ich bin eher wie eine große Schwester“, sagt Kussauer.

Drei bis vier Stunden verbringen die Paten einmal pro Woche mit ihren Schützlingen. „Oder auch alle 14 Tage am Wochenende, wenn sie berufstätig sind“, erklärt Thekla Bieder. „Ich frage immer, worauf er Lust hat. Zuletzt waren wir auf einem Trödelmarkt oder haben Flugzeuge am Flughafen beobachtet“, sagt Alicia Kussauer.

Keine Altersbeschränkung

Inzwischen hat Kipa Hattingen 27 Mitglieder und betreut 18 Kinder. Ursprünglich war das Alter der Patenkinder auf fünf bis zehn Jahre beschränkt. „Aber eigentlich gibt es keine Altersgrenze mehr. Wir haben sogar ein dreijähriges Kind vermitteln können“, sagt Bieder. Auch bei den Paten gibt es keine Altersbeschränkung – Studenten sind ebenso aktiv wie Senioren.

Eher Mangelware seien aber Männer. Umso mehr freut sich Thekla Bieder, dass sich kürzlich ein neuer Pate bei ihr gemeldet hat. „Er kam auf mich zu, als er den Bericht über den Ehrwin gesehen hat.“ Den Ehrwin des Monats verleiht der WDR an ehrenamtlich Engagierte – zuletzt an Thekla Bieder. Die möchte das aber nicht allein als Würdigung ihrer Arbeit verstehen, sondern für alle, die sich bei Kipa engagieren. Entsprechend wird die kleine goldene Statue ihren Platz im Holschentor finden, wo sich Kipa ein Büro mit dem Ambulanten Hospizdienst teilt.

Kontakt zum Verein

Der Verein Kipa ist erreichbar unter 02324/ 30751, Fax 02324/ 67945 oder per E-Mail an Info@kipa-hattingen.de.

Wer eine Patenschaft übernehmen will, muss – wie immer bei der Arbeit mit Kindern – ein Führungszeugnis vorlegen. Thekla Bieder macht Hausbesuche, um die Paten kennenzulernen.

Die Patenkinder werden an Kipa über ein Netzwerk, unter anderem von der Caritas und Heilpädagogen, vermittelt.

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