Musical

Hattinger Kindern gelingt spielerische Annäherung an Luther

Martin Luther (gespielt von Jona Laßnig) und Ehefrau Katharina (Sarah Starck) beherrschen die Szene. Die Kinder hören andächtig zu.

Foto: Volker Speckenwirth

Martin Luther (gespielt von Jona Laßnig) und Ehefrau Katharina (Sarah Starck) beherrschen die Szene. Die Kinder hören andächtig zu. Foto: Volker Speckenwirth

Hattingen.  Tanz, Gesang, Theater: 42 Kinder proben beim Musicalworkshop der Gemeinde Welper-Blankenstein Szenen aus dem Leben des Reformators.

Familie Luther sitzt beim Abendbrot. Über dem Tisch liegt eine bodenlange, weiße Decke. Darauf steht ein Brotkorb, ein Krug und ein Becher aus braunem Ton. Die vier Kinder und zwei Studenten Luthers – die immer mitaßen – hören ihrem Vater beziehungsweise Lehrer gespannt zu. Martin Luther, gespielt vom 14-jährigen Jona, erzählt zusammen mit seiner Frau Geschichten aus seinem Leben.

Eltern fragen immer wieder ab

Anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation dreht sich der Musicalworkshop der Gemeinde Welper-Blankenstein diesmal um den Reformator. In drei unterschiedlichen Gruppen haben die 42 Kinder für das Musical geprobt – Tanz, Sologesang und natürlich Theater. Im Chor singen alle Kinder zusammen. Für die Aufführung hätten sie sehr viel geübt, erzählt die achtjährige Hannah, die einen Studenten Martin Luthers spielt. „Wir haben aber auch draußen gespielt, gemalt und gebastelt.“ Zum Beispiel hätten sie Namensschilder mit Martin Luther zum Ausmalen gestaltet.

Beim Abendbrot auf der Bühne in der Mitte versucht Luther-Darsteller Jona gerade, seiner Familie das hebräische Alphabet beizubringen. Das musste der 14-Jährige für seine Rolle auswendig lernen. „Meine Eltern haben mich immer wieder abgefragt“, erzählt er. Das Alphabet sei aber letztlich gar nicht so schwierig gewesen, wie es vielleicht klinge. Mitgespielt hatte Jona bislang noch nie, für das aktuelle Projekt angemeldet haben ihn dann seine Eltern. Das sei auf jeden Fall eine gute Idee gewesen, räumt er ein und lacht. Besonders frei zu sprechen mache ihm Spaß.

Jeder findet hier seine Rolle

Amelie, gleichfalls acht Jahre alt, sitzt als Student mit am Tisch. Im Gegensatz zu Jona hat sie schon öfter bei Musicals mitgemacht. „Ich finde es toll auf der Bühne zu sein, das ist ein gutes Gefühl“, sagt sie. Ihre Rolle in diesem Jahr sei sehr gut, besonders weil sie nicht so viel sprechen müsse. „Und man lernt daneben ein bisschen Latein und Griechisch.“

Links von der Hauptbühne steht der Chor auf Podesten, rechts werden die Geschichten mit Leben gefüllt. Gerade führen die Kinder dort die Fesselszene vor: Soldaten nehmen Martin Luther gefangen, um ihn heimlich zur Wartburg zu bringen. „Lasst mich los“, ruft der sechsjährige Jan, der den jungen Luther verkörpert. „Befehl ist Befehl“, entgegnet Maria, während sie seine Hände auf dem Rücken fesselt. Die Siebenjährige hat richtig Spaß an ihrer Rolle. „Das Fesseln finde ich besonders toll“, sagt sie schmunzelnd. Theater spielen sei eine Herausforderung für sie, viel interessanter als das Singen im Chor.

Anica (12) hat die Szene mit den Kindern eingeübt. Was die Nachwuchsschauspieler wann und wo sagen wollen, muss schließlich erst einmal ausgiebig geprobt werden, bevor alles sitzt. Früher hat Anica selber bei Musicals mitgemacht, mal als Sängerin, mal als Schauspielerin. Sie finde es besonders toll, dass sich jeder aussuchen kann, wie er sich in dem Bühnenstück einbringen möchte. Jan hat sich dabei ganz bewusst für die Theatergruppe entschieden. Denn: „Singen und Tanzen ist doch was für Mädchen.“

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