Europawahl

Hattinger Jugend stimmt bei der Europawahl für die Grünen

An verschiedenen Terminen waren die Schüler weiterführender Schulen in Hattingen zur U18-Wahl aufgerufen. Außerdem machte ein Infobus der

An verschiedenen Terminen waren die Schüler weiterführender Schulen in Hattingen zur U18-Wahl aufgerufen. Außerdem machte ein Infobus der

Foto: Walter Fischer

Hattingen.   Bei der U18-Europawahl in Hattingen belegen SPD und CDU die Ränge zwei und drei. Die Schüler wünschen sich vor allem mehr für den Klimaschutz.

Während die Bürger ab 18 Jahren erst am kommenden Sonntag an die Wahlurnen gehen, gaben die Hattinger Jugendlichen schon jetzt probeweise ihre Stimme für Europa ab – bei der U18-Europawahl an den weiterführenden Schulen. Das Ergebnis: Bei den Jugendlichen stehen die Grünen hoch im Kurs. Die Themen, die bewegen, sind Umweltschutz und die Urheberrechtsreform.

An den weiterführenden Schulen waren Jugendliche zur Wahl aufgerufen. „Die Wahlbeteiligung lag bei 30 bis 40 Prozent“, schätzt Ines Ditscheid, Geschäftsführerin des Jugendparlaments. Sie gab nun das Ergebnis bekannt: SPD und CDU landeten bei den Jungwählern mit 17 respektive 14 Prozent auf den Plätzen zwei und drei – hinter Bündnis 90/ Die Grünen (22 Prozent). Viertstärkste Kraft wurde die AfD.

Wahlzettel wie bei der echten Europawahl

„Es sah alles sehr realistisch aus“, berichtet Schülerin Mina Ghoffrani: „Die Stimmzettel waren originalgetreu, es gab Wahlkabinen und eine Urne.“ Die Achtklässlerin des Gymnasiums Holthausen findet es gut, dass junge Wähler ihre Stimme abgeben konnten: „Es gab wahrscheinlich manche, die nur aus Spaß mitgemacht haben oder die Partei angekreuzt haben, die auch ihre Eltern wählen. Aber ich hatte den Eindruck, dass die meisten die Wahl ernst genommen haben.“

Die 13-Jährige Greta Wins unterstreicht, wie wichtig es ist, seine Stimme abzugeben. „Man hat eigentlich kein Recht darauf, die Entscheidungen der Politik zu kritisieren, wenn man nicht selbst gewählt hat“, sagt die Schülerin.

Urheberrecht in Artikel 13 bewegt

Ines Ditscheid erhofft sich von der U18-Wahl, dass die Jugendlichen sich mit dem Thema auseinandersetzen und auch nach Hause tragen, wie wichtig es ist, zu wählen.

Auch die 13-Jährige Aleyna Orzesek nutzte die Gelegenheit, ihre Interessen zu vertreten. „Vielleicht interessiert es die Politiker ja, wie wir abgestimmt haben, auch wenn unsere Stimme nicht zählt“, sagt sie.

Die 13-Jährige Greta denkt zwar, dass Politiker versuchen, die Interessen der jungen Generation zu vertreten, aber gerade im Zusammenhang mit den Demonstrationen zum Urheberrecht in Artikel 13 sei dies doch nicht der Fall gewesen.

Umweltschutz und Klimawandel beschäftigen

Lara Strauss findet es ebenfalls schade, dass die Proteste zur Urheberrechtsreform kein Gehör fanden. „Ältere Politiker stimmen darüber ab, obwohl sich viele gar nicht mit den sozialen Medien auskennen“, sagt die 13-Jährige, die auch für mehr Umweltschutz plädiert: „Es sollte mehr gegen den Klimawandel getan werden. Denn wir müssen das alles in ein paar Jahren ausbaden.“

Für Schüler Carlo Gonzaga Barrios sollte der Gang zur Urne nicht an ein Alter geknüpft sein: „Es gibt auch junge Menschen, die sich viel mit politischen Inhalten befassen. Ein Wahlrecht ab 16 Jahren fände ich eine gute Sache.“

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