AUFWÄRMEN IM FREIZEITSPORT

Hattinger Expertinnen geben Aufwärm-Tipps für Hobby-Sportler

Heribert Schäfers (61) schwimmt regelmäßig frühmorgens – im Sommer im Freibad in Welper.

Heribert Schäfers (61) schwimmt regelmäßig frühmorgens – im Sommer im Freibad in Welper.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Hattinger Trainerinnen erklären, worauf es für Hobby-Sportler vor dem Training ankommt – und wann sie aufs Dehnen besser verzichten.

Schwimmen und Walken sind beliebte Breitensportarten. Annette Menzner, Übungsleiterin mit dem Schwerpunkt Prävention bei der Berg und Skigilde in Hattingen, und Kati Hämmerich, Schwimmtrainerin bei der SG Welper und beim Landesleistungsstützpunkt in Bochum, sagen: Aufwärmen funktioniert bei Hobbysportlern anders als bei Leistungssportlern.

Wer etwa einen Wettkampf absolviere, habe sich vorher ausgiebig aufgewärmt, den Körper auf Betriebstemperatur gebracht, so Menzner. In ihrem Verein treffe man sich aber vor allem aus Fitnessgründen zum (Nordic)-Walking. „Erstmal müssen dafür die Gelenke mobilisiert werden.“

Noch vor dem Sprung ins Becken aufwärmen

Hämmerich empfiehlt Schwimmern, die sich um der Gesundheit willen an die zwei Kilometer bewältigen wollen, sich noch vor dem Sprung ins Becken aufzuwärmen, fünf bis zehn Minuten alle Gelenke von Kopf bis Fuß durch kreisende Bewegungen zu mobilisieren.

Am Beispiel der Schulter beschreibt die Trainerin das so: „Zuerst kreist man langsam mit der linken, dann der rechten Schulter, wechselt auch die Drehrichtung und wird allmählich immer größer in den Bewegungen.“ Schließlich kreist man die Arme in ausladenden Bewegungen in entgegengesetzte Richtungen.

Moderate Mobilisationsübungen vor dem Walking-Training

Das Aufwärmprogramm der Walkinggruppe besteht derweil aus moderaten Mobilisationsübungen, sagt Menzner: Schultern kreisen, Hüfte bewegen. Mit den Armen Windmühlenflügel zu machen, sei schon zu viel. „Die Teilnehmer haben schließlich den ganzen Tag nur gesessen, außerdem sind viele schon älter.“

Dehnen sollte man sich laut Menzner erst nach dem Sport. Denn: Wer dehnt, entspanne die Muskeln, versetze sie in den Feierabendmodus. „Ein gedehnter Muskel reagiert anders, eventuell ist so sogar die Gefahr größer, beim Walken umzuknicken.“

Hämmerich sagt dagegen, ob Dehnen sinnvoll sei, hänge davon ab, was ein Sportler erreichen will. „Wer etwa als Kraftsportler dicke Arme will, sollte sich nach dem Gerätetraining nicht dehnen, dann ist der Effekt der aufgepumpten Muskeln weg.“

Für Schwimmer sind lange, dünne Muskeln wichtig

Für Schwimmer dagegen seien lange, dünne Muskeln wichtig. Aber: „Wer im kalten Wasser trainiert hat, sollte erst, wenn der Körper unter der Dusche erwärmt ist, Oberschenkel und Arme dehnen, sonst besteht die Gefahr von Muskelrissen.“

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