SCHÖFFENGERICHT

Hattinger erhält eine Bewährungsstrafe nach Drogenfund

Vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Hattingen muste sich jetzt ein 33-jähriger Hattinger wegen Drogenbesitzes verantworten.

Vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Hattingen muste sich jetzt ein 33-jähriger Hattinger wegen Drogenbesitzes verantworten.

Foto: Walter Fischer

Hattingen.   Hattinger (33) lagerte 170 Gramm Amphetamine im Kühlschrank. Polizei durchsuchte seine Wohnung, weil er bei Verkehrskontrolle merkwürdig wirkte.

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Weil Polizeibeamte bei der Durchsuchung seiner Wohnung im Juli vergangenen Jahres Betäubungsmittel in nicht geringer Menge gefunden hatten, muste sich ein Hattinger am Mittwoch vor dem Schöffengericht verantworten. Diesem gegenüber zeigte sich der 33-Jährige in vollem Umfang geständig: „Es stimmt alles so wie angeklagt.“

Außer 0,3 Gramm Hanfsamen und einem Gramm Marihuana hatten die Beamten damals 170 Gramm Amphetamine sichergestellt, das der Angeklagte in einem mobilen Kleinkühlschrank gelagert hatte – ein Zufallsfund. Denn seine Wohnung hatten die Polizeibeamten erst durchsucht, nachdem dieser ihnen kurz zuvor bei einer Verkehrskontrolle merkwürdig wirkte. In die Kontrolle war der Hattinger geraten, weil er seinen Hund im Auto nicht ausreichend gesichert hatte; in die Durchsuchung willigte er sofort ein.

Von der „gigantischen Menge“ an Amphetaminen überrascht

Sein Mandant habe die Drogen von einem inzwischen verstorbenen Bekannten – den Namen wollte der Angeklagte nicht nennen – erworben, erklärte Verteidiger Clemens Louis; „mein Mandant bereut das heute“. Auch konsumiere dieser jetzt keine Drogen mehr.

Der Hattinger selbst hatte auf Nachfrage von Staatsanwältin Elke Hinterberg erklärt, vor einem Jahr Marihuana „vielleicht ein, zwei Mal im Jahr“, Amphetamine „gelegentlich“ zu sich genommen zu haben. Umso überraschter sei er gewesen von der „gigantischen Menge“ an Amphetaminen, die sein Bekannter im Vorfeld der Durchsuchung bei ihm ablieferte, nachdem er diesem 150 bis 200 Euro gegeben habe.

Ein Wirkstoffgutachten ergab später, dass die bei dem Hattinger sichergestellte synthetische Droge gut 25 Gramm reines Amphetamin enthielt – was mehr als 500 Konsumeinheiten entspricht. Der Grenzwert für eine geringe Menge liegt hier bei zehn Gramm (200 Konsumeinheiten).

Verteidiger nennt Vergehen minderschweren Fall

Staatsanwältin Hinterberg forderte für den unerlaubten Besitz von Amphetaminen in nicht geringer Menge 20 Monate Haft mit dreijähriger Bewährungsfrist. Die gefundene Drogenmenge übersteige den Grenzwert doch deutlich. Auch sei der 33-Jährige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz schon 2015 zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Verteidiger Clemens Louis dagegen plädierte für eine nur einjährige Freiheitsstrafe auf Bewährung. Denn das Vergehen seines Mandanten sei ein minderschwerer Fall.

100 Stunden gemeinnütziger Arbeit

Dieser Bewertung schloss sich das Schöffengericht um Richter Johanes Kimmeskamp an, verurteilte den Angeklagten schließlich zu 14 Monaten, drei Jahre ausgesetzt zur Bewährung. Dazu wird dem seit drei Jahren arbeitslosen Mann ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt und er muss 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit ableisten.

Ob dies in einer Schule möglich sei, fragte er. „Da es sich bei Ihnen um ein Betäubungsmittel-Delikt handelt“, so die Staatsanwältin, „würde ich das nicht befürworten.“

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