Nahverkehr

Hattinger Busunternehmen werben um weitere Fahrer

Busfahrer suchen Busunternehmen in Hattingen dringend für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Busfahrer suchen Busunternehmen in Hattingen dringend für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Foto: Volker Speckenwirth / WAZ FotoPool

Hattingen.  Hattinger Busunternehmen suchen auch mittels Werbemaßnahmen dringend Fahrer. Lediglich die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr bildet eine Ausnahme.

Fahrer fehlen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) allenthalben – auch in Hattingen suchen Unternehmen intensiv und werben für sich als Arbeitgeber.

Fahrer fehlen beim Busunternehmen Groeger. Und auch bei Schiwy. „Fahrer zu finden, ist schwierig. Wir geben Annoncen auf“, sagt Ursula Schiwy. „Einige“ könnte das Unternehmen brauchen, sagt sie.

In Hattingen wirbt Bogestra um Fahrer für den ÖPNV

So sieht es auch bei der Bogestra aus. „Der Fachkräftemangel trifft auch unsere Branche, das wissen wir. Auch werden in den nächsten Jahren einige Fahrer pensioniert, auch dafür brauchen wir Ersatz“, sagt Christoph Kollmann, Sprecher der Bogestra. „Wir haben etwa 1000 Fahrer, wollen zehn Prozent draufpacken.“

Darum würde um Fahrer geworben. „Wir stellen dar, dass es im Unternehmen Aufstiegschancen gibt. Außerdem bieten wir einen sicheren Job – ohne das Risiko, das Arbeitsplätze in andere Regionen verlegt werden.“

Beruf des Fahrers im ÖPNV ist laut Bogestra oft mit Vorurteilen belastet

Oft würde man gegen Vorurteile kämpfen, die auch mit dem Schichtdienst zusammenhingen. „Aber dafür haben die Mitarbeiter dann eben frei, wenn andere arbeiten. Sie sind sozial abgesichert – und müssen auch das ÖPNV-Ticket nicht bezahlen“, führt Kollmann aus. Abwechslungsreich sei der Beruf – und gut besonders für jene, die nicht im Büro sitzen möchten. „Es ist auch beeindruckend, mit welcher Technik man in Bussen und Bahnen umgeht“, sagt Kollmann.

Erst im Frühjahr habe es eine Kampagne auf Bussen gegeben mit dem Slogan „Fahr doch selbst“. Die hat gefruchtet. „Wir befinden uns im Einstellungsverfahren“, sagt Kollmann – was aber nicht heiße, dass die Bogestra sich nicht über weitere Bewerber freue. Die Auszubildenden bei der Bogestra würden im Bus, in der Straßen- und U-Bahn ausgebildet, kämen zudem auch in andere Bereiche des Unternehmens. „Wir sind auf der Ausbildungsmesse Ennepe-Ruhr am 27. September auf dem Gelände des VER-Busdepots in Ennepetal vertreten“, sagt Kollmann.

Für den Krankheitsfall gibt es bei der Bogestra weitere Fahrer im Hintergrund

Würde ein Fahrer ausfallen, so gebe es immer noch einen Fahrer im Hintergrund. Und auch ehemalige Fahrer, die inzwischen in anderen Abteilungen arbeiten würden, würden gelegentlich im Fahrdienst eingesetzt, damit sie den Kontakt dazu nicht verlören.

Ausnahme ist die VER: Sie wird erst ab Herbst wieder Fahrer suchen

Wegen Krankheit hingegen musste der Betrieb zeitweise auf kompletten Linien der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) eingestellt werden. Das Unternehmen leidet derzeit unter dem enormen Kostendruck – und will durch Fremdvergaben von Hattinger Fahrten einen sechsstelligen Betrag einsparen, 35 von 340 Stellen bis Ende des ersten Quartals 2020 abbauen – vornehmlich in der Verwaltung. „Wir haben momentan unseren Personalbedarf gedeckt und suchen aktuell keine Fahrer. Wir werden aber ab kommenden Herbst wieder Stellen ausschreiben für Mitarbeiter, die in 2020 in Rente gehen werden“, sagt Peter Bökenkötter, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr mbH. Kostenintensiv sind für das Unternehmen besonders die Linien, die ausschließlich in Hattingen verkehren, da für die Fahrer für den Austausch immer erst von der Ennepetaler Zentrale in die Ruhrstadt kommen müssen.

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