Europäische Kommission

Hattinger befürworten Wahl: Endlich eine Frau als EU-Chefin

Ursula von der Leyen (CDU) sitzt an ihrem letzten Kabinettstag am Konferenztisch. Bald wechselt sie in den Chefsessel der Europäischen Kommission.

Ursula von der Leyen (CDU) sitzt an ihrem letzten Kabinettstag am Konferenztisch. Bald wechselt sie in den Chefsessel der Europäischen Kommission.

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Hattingen .  Die Hattinger befürworten zumeist die Wahl von Ursula von der Leyen zur Chefin der Europäischen Kommission. Sie erinnern aber auch an Probleme.

Das Interesse an der weiteren Entwicklung der Europäischen Union scheint riesig zu sein. Bei einer Umfrage in der Hattinger Innenstadt wussten alle, dass Ursula von der Leyen die nächste Präsidentin der EU-Kommission sein wird. Mit der neuen Personalie verbinden alle die Hoffnung, dass die Länder in Europa mehr zusammenrücken und die 60-Jährige die Ziele, die sie in ihrer Bewerbungsrede vor dem EU-Parlament genannt hat, durchsetzen kann.

Mehr für die EU-Bürger tun, als für die Deutschen

Katharina Lorych findet es „cool“, dass demnächst eine Frau im Chefsessel von Europa sitzt.“ Aber sie müsse für die EU-Bürger noch deutlich mehr tun, als sie es für die Deutschen getan hätte. Edelgard Stern (78) ist ganz begeistert. „Sie macht ihre Arbeit sehr gut, ist sympathisch und kann sich vor allem durchsetzen.“ Sie habe eine so interessante Rede gehalten, dass Stern die Sendung bis zum Ende geguckt habe.

Christel Kry (78) hofft, dass sich die Präsidentin „in die Aufgaben reinkniet, die jetzt anstehen.“ Bisher, meint die Seniorin, habe von der Leyen „nicht wirklich viel zustande gebracht in ihren unterschiedlichen Ministerien.“

Europa soll zusammenrücken

Michelle Kinsvater (18) ist begeistert, dass jetzt eine Frau ein so hohes Amt bekleidet. Sie hofft, dass Europa enger zusammenrückt und verbindet damit die Hoffnung, „dass dadurch Deutschland endlich einen festen Sitz im UN-Sicherheitsrat bekommt.“ Die angehende Lehrerin Madeline Bracki (26) ist der Überzeugung, „dass Frau von der Leyen die Kompetenz hat, das Amt gut auszufüllen. Das wünsche ich mir für Europa.“

Die Enttäuschung, dass der Sozialdemokrat Frans Timmermans den Posten nicht bekommen hat, steht Günther Johannes (76) ins Gesicht geschrieben. „Ich mag sie nicht, aber die Ziele, auf die sie hinarbeiten will, sind richtig.“

Sprachkenntnisse sind ein Vorteil

Großartig, dass es eine Frau auf einem solchen Spitzenposten ist, findet Margit Kucklick. So wie die 56-Jährige halten es die meisten für einen großen Vorteil, dass Ursula von der Leyen Englisch und Französisch spricht. Gordon Thie hält es für hervorragend, dass neben Angela Merkel eine weitere Frau ein Spitzenamt bekleidet. „Sie ist Ärztin, promoviert, hat sieben Kinder und große politische Erfahrung“, betont der 44-Jährige.

Negatives in ihrer Zeit als Ministerin nicht vergessen

Bernadett Trojak hält es „grundsätzlich für eine gute Wahl.“ Auch wenn sie das politische Hick-Hack im Vorfeld ärgert. „Es ist eine richtige Entscheidung ohne Vorbehalte“, ist Reinhold Hiersemann überzeugt. Mit „gemischten Gefühlen“ sieht Horst Zölzer die Besetzung. Es sei ja auch Negatives passiert in ihrer Zeit als Verteidigungsministerin. „Aber sie hat Ausstrahlung und Profil, sie wird es gut machen“, meint er.

Lokalpolitiker befürworten von der Leyens Wahl

Für eine „tolle Entscheidung“ hält CDU-Chef Gerhard Nörenberg die Wahl. Eine politisch erfahrene Frau zu nehmen, sei das Richtige für Europas Zukunft. Auch Manfred Lehmann, SPD-Chef, hält von der Leyen für profiliert. „Sie hat Ausstrahlung und Durchsetzungskraft und wird ihre Aufgabe in der Männerwelt gut machen.“

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