Soziales

Hattingen zahlt fast eine halbe Million Unterhaltsvorschuss

Säumige Unterhaltszahler kosten die Stadt Hattingen viel Geld.

Säumige Unterhaltszahler kosten die Stadt Hattingen viel Geld.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Hattingen.  Trotz Ausweitung des Empfängerkreises sollen Kommunen keine Mehrbelastungen beim Unterhaltsvorschuss haben. Doch für Hattingen geht das nicht auf.

Wenn Alleinerziehende vergeblich auf Unterhaltszahlungen des anderen Elternteils warten, geht der Staat in finanzielle Vorleistung – seit 2017 nicht mehr nur für Kinder bis zum zwölften, sondern bis zum 18. Lebensjahr. Trotz Ausweitung des Empfängerkreises sollten Kommunen aber keine zusätzlichen Belastungen entstehen – infolge stärkerer Kostenentlastungen durch Bund und Land. Doch wie in vielen anderen Städten Nordrhein-Westfalens geht diese Rechnung auch in Hattingen nicht auf.

Stefanie Berkermann, Leiterin der Abteilung Soziales und Wohnen, die in Hattingen für den Unterhaltsvorschuss zuständig ist, sagt, die Kommune habe im Jahr 2018 insgesamt 89.400 Euro mehr an Unterhaltsvorschuss an Alleinerziehende gezahlt als noch im Jahr 2017. Insgesamt betrugen die Mittel-Mehraufwendungen vor zwei Jahren gut 370.000 Euro, im Vorjahr fast eine halbe Million Euro.

Rückforderungen führen lediglich in jedem fünften Fall zum Erfolg

Zwar fordere man die gezahlten Beträge von den säumigen Zahlern zurück, dennoch zahle die Stadt Hattingen spürbar drauf, so Berkermann. Zumal die Rückforderungen lediglich in jedem fünften Fall zum Erfolg führten.

http://Hier_gibt_es_mehr_Artikel,_Bilder_und_Videos_aus_Hattingen{esc#225920777}[teaser] Und auch die Zahl der Fälle, in denen die Kommune an Alleinerziehende Unterhaltsvorschuss zahle, so Berkermann, sei seit der Neuregelung beim Unterhaltsvorschuss stark angestiegen: Lag sie im Jahr 2017 noch bei 242 Fällen, so zahle man aktuell in 520 Fällen Unterhaltsvorschuss.

Jede Kommune bleibt weiter für die so genannten Bestandsfälle zuständig

Auch dass das Land seit dem 1. Juli zentral die Geldeintreibungen bei den meist säumigen Vätern übernimmt, bringe dabei vorerst wenig Entlastung, so Berkermann. Bleibe jede Kommune doch weiter für die so genannten Bestandsfälle zuständig – also für alle Personen, an die schon vor dem 1. Juli Unterhaltsvorschuss gezahlt wurde.

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