Corona

Hattingen: Wie Corona Abläufe in den Praxen verändert hat

So manche dem Virus geschuldete Verhaltensweise wird auch in Arztpraxen  wohl noch lange erforderlich sein – insbesondere das Abstandhalten.

So manche dem Virus geschuldete Verhaltensweise wird auch in Arztpraxen wohl noch lange erforderlich sein – insbesondere das Abstandhalten.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Was hat das Coronavirus in Hattingen im medizinischen Bereich für Folgen? Nachgefragt bei Hausarzt Willi Martmöller und Chefarzt Andreas Tromm.

Rund vier Monate ist es her, da trafen auch die Krankenhäuser in Hattingen Vorkehrungen für steigende Corona-Fallzahlen, appellierten Hausärzte an Patienten, bei Corona-Symptomen Praxen nur nach Terminabsprache zu betreten. Und heute? Was hat das Coronavirus in Hattingen im medizinischen Bereich für Folgen? Nachgefragt bei zwei Experten.

Manche dem Virus geschuldete Verhaltensweise wird in Praxen wohl noch lange erforderlich sein

An einen Systemwechsel in der Medizin infolge von Corona glaubt Hattingens Hausarztsprecher Willi Martmöller nicht. Aber so manche dem Virus geschuldete Verhaltensweise werde gerade auch in Arztpraxen wohl noch lange erforderlich sein – insbesondere das Abstandhalten. „Zumindest so lange, bis es einen zuverlässigen Impfstoff gegen das Coronavirus gibt.“

Die Menge der Menschen, die zeitgleich in den Wartezimmern sitzt, werde daher weiterhin kleiner sein als vor dem Ausbruch der Pandemie, glaubt der Hausarzt. Um lange Wartezeiten dennoch zu vermeiden, „haben wir unsere Sprechstundenzeiten ausgeweitet“, so Martmöller.

Zur Entzerrung des Praxisbetriebes würden Patienten da, wo es möglich ist, nun zudem teils telefonisch statt persönlich beraten - etwa bei der Erläuterung von Laborbefunden. Video-Sprechstunden, die Martmöller testweise schon im Hausärztlichen Zentrum in Sprockhövel praktiziert hat, „haben sich dagegen nicht so bewährt. Man fühlt sich einfach wohler, wenn man sich bei einer Untersuchung in die Augen sehen kann.“

Pandemie-Pläne des Evangelischen Krankenhauses taugen für den Praxiseinsatz

Und sonst? Habe das Virus zum Beispiel gezeigt, dass die vor Jahren entworfenen Pandemie-Pläne des Evangelischen Krankenhauses für den Praxiseinsatz taugen, sagt Prof. Andreas Tromm, Chefarzt der Inneren Abteilung. Die Station 3 als Isolierstation zu nutzen, habe sich in der Corona-Pandemie als sehr gut herausgestellt, sie werde wohl weiter so genutzt.

Anderes dagegen sei noch unklar. So müsse man abwarten, so Tromm, welche gesundheitlichen Langzeitfolgen Corona-Erkrankte hätten. Und ob es eine zweite Welle gebe. „Wir haben die Krankheit Corona erst vor Kurzem ganz neu kennengelernt. Was noch kommt, wissen wir nicht.“ Wohl aber, was er sich wünscht: „dass der Dank ans Pflegepersonal, von dem in der Corona-Hochzeit so oft die Rede war, nicht so schnell verpufft“.

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