SCHULTOILETTEN

Hattingen: Waldstraßen-Schüler fotografieren nun im Schul-WC

Michaela (14) und Nadine (14) posen vor dem Riesen-Spiegel in der sanierten Schultoilette des Gymnasiums Waldstraße.

Michaela (14) und Nadine (14) posen vor dem Riesen-Spiegel in der sanierten Schultoilette des Gymnasiums Waldstraße.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Jahrelang waren die Schüler-WCs am Gymnasium Waldstraße in Hattingen in einem schlimmen Zustand. Nun wurden sie saniert. Was die Schüler sagen.

Selfies schießen auf dem Schulklo? Angesichts des vielfach unzumutbaren Zustandes ebenda für die meisten Schüler wohl unvorstellbar. Am Gymnasium Waldstraße indes liegen solche Selbst-Aufnahmen voll im Trend, seit die Schultoiletten dort jüngst saniert worden sind. Besondere Highlights: zwei Ganzkörperspiegel - je einer auf dem Mädchen- und dem Jungen-WC.

Gefühl jede Zweite postete ein Foto von sich vor dem Spiegel im Mädchen-WC

Insbesondere die Schülerinnen an Hattingens ältestem Gymnasium sind ganz begeistert. „Die großen Spiegel sind einfach cool“, sagt etwa Linnea Steffen (16) aus der Q1. Und verrät: „In den ersten Tagen, nachdem die Schultoiletten fertig waren, hat gefühlt jede Zweite von unserer Schule ein Foto von sich vor dem Spiegel im Mädchen-WC in den sozialen Netzwerken gepostet.“ Die Stufenkolleginnen um sie herum nicken.

Doch nicht nur die großen Spiegel, die dort hängen, wo sich vor der Sanierung noch seit Jahren ungenutzte Türen befanden, haben es den Waldstraßen-Schülern angetan. Vielmehr loben sie das gesamte Ambiente der neuen WC-Anlage. „Das sieht hier jetzt aus wie in einem modernen Hotel oder Restaurant“, betont zum Beispiel Skrollan Kleist (15) aus der Q1. Derweil Neuntklässlerin Nadine (14) sagt: „Ich finde, hier wurde sehr sinnvoll reininvestiert. Es ist jetzt auch alles viel hygienischer.“ „Und viel sauberer“, fügt Michaela (14) hinzu.

Der starke Urin-Geruch drang bis in die Pausenhalle

Graffiti-Schmierereien an den Klo-Türen, auf dem Boden herumliegendes Klopapier: Die rund 40 Jahre alten Schultoiletten an der Waldstraße waren zuletzt in der Tat in keinem einladenden Zustand. Vor allem aber der starke Urin-Geruch, der aus der WC-Anlage regelmäßig bis in die Pausenhalle drang, hielt so manchen Schüler von einer Nutzung des früheren Schulklos ab.

Den Politikern die Zustände eindringlich geschildert

Doch obwohl die frühere Schulpflegschaftsvorsitzende Maria Kreidler bereits Anfang 2018 im Bauausschuss über die schlechten Zustände der Schultoiletten an Hattingens ältestem Gymnasium geklagt und den Politikern die Zustände dort eindringlich geschildert hatte, dauerte es mit dem Beginn der Sanierung bis kurz vor diesen Sommerferien. Eine Woche nach dem Start des neuen Schuljahres waren die Sanierungsarbeiten dann abgeschlossen.

Schicke WCs mit graufarbenen Trenntüren, für die Jungen zudem Urinale in zwei verschiedenen Größen, Waschbecken, Seifenspender, beigefarbene Bodenfliesen, eine neue Beleuchtung sowie eine saugstarke Abluftanlage: Das lange Warten auf ihre neue Schultoiletten, für die Schulleiterin Anette Christiani die Farbgebung maßgeblich mitbestimmen durfte, hat sich nach Ansicht der Schüler gelohnt: „Richtig schön“ seien diese geworden, findet etwa Lenja (13) aus der 8a. Und Justin (11) aus der 7c sagt, sie seien „viel besser als vorher“. Jetzt gehe man wieder gerne aufs Schulklo. Manche Schüler, wirft Linnea Steffen ein, verbrächten auf den Schulklos nun sogar ihre Mittagspause.

Schüler-WCs mit Kunstwerken noch weiter aufhübschen

Demnächst vielleicht ja sogar noch häufiger: Schulleiterin Anette Christiani nämlich plant, die Schüler-WCs mit Kunstwerken einiger Schüler noch weiter aufzuhübschen. Ein Thema für die Bilder hat sie zwar noch nicht im Kopf, aber: „Mit der neuen WC-Anlage hier wird es sicher nichts zu tun haben.“

Die wirkt schon für sich.

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