Heiraten

Hattingen verzeichnet einen Rekord bei den Trauungen

Ja ich will: Standesbeamter Thomas Wolf im Trauzimmer des Standesamtes Hattingen an der Bahnhofstraße.

Foto: Fischer

Ja ich will: Standesbeamter Thomas Wolf im Trauzimmer des Standesamtes Hattingen an der Bahnhofstraße. Foto: Fischer

Hattingen.   Ein Pärchen stand um 4 Uhr morgens für den Wunschtermin an. 495 Paare ließen sich 2017 trauen – Rekord. Der 8.8.2018 ist bereits ausgebucht.

Nichts geht mehr in Hattingen am 7.7. und am 8.8.2018. Komplett ausgebucht ist das Standesamt an diesen Tagen. Hattingen hat sich längst als Heiratsstadt etabliert. Das freut natürlich die fünf Standesbeamten und die sieben Traustandesbeamten der Stadt, die eine Zusatzausbildung als Standesbeamte haben. „Am Freitag, 9. Februar, hat ein Pärchen seit 4 Uhr morgens vor dem Standesamt gewartet, um an seinem Wunschtermin, dem 8.8. heiraten zu können“, sagt Standesbeamter Thomas Wolf. Das haben die beiden auch geschafft. „Sie werden auf Kemnade heiraten.“

Aus allen möglichen Himmelsrichtungen kommen die Paare, die unbedingt in Hattingen heiraten wollen. Thomas Wolf ist stolz und ein wenig gerührt, wie seine Kollegen auch. „Wir alle haben wirklich viel Herzblut dabei, wenn wir Trauungen vornehmen“, sagt er. Standesbeamter zu sein, sei etwas Besonderes, obwohl irrtümlicherweise mit dem Arbeitsfeld immer nur Trauungen verbunden würden.

Schnapszahl-Tage sind bei Brautpaaren beliebt

Es bedeute viel mehr, sagt Wolf. Aber er räumt ohne zu zögern ein, dass Trauungen zum schönsten Arbeitsfeld gehören. „Wir möchten den Brautpaaren den Tag zu einem der schönsten machen, die sie im Leben haben. Und was bedeutet es dann, ein paar Stunden vor dem Rathaus zu warten, um seinen Lieblingstermin zu bekommen. Hochgerechnet auf 25 oder mehr Jahre Ehe, ist das doch locker zu verkraften“, scherzt Thomas Wolf.

Heiß begehrt sind immer noch die Schnapszahl-Tage wie 8.8.18. Aber auch die Freitage nach Feiertagen wie Christi Himmelfahrt oder Fronleichnam. Dass Hattingen sich als Heiratsstadt etabliert hat, liegt wohl auch an den teils attraktiven Orten, an denen man sich das Ja-Wort geben kann und an den komfortablen Terminen, die angeboten werden.

Auch Bürgermeister Dirk Glaser hat eine Zusatzausbildung zum Standesbeamten und darf Paare auf die Ehe-Reise schicken.

Sterbefälle und Namensänderungen oder Adoptionen

Den Beruf des Standesbeamten auszuüben, bringt ein weites Aufgabenfeld mit sich. „Neben Eheschließungen nehmen wir eine Reihe anderer Beurkundungen vor“, sagt Wolf. „Wir bearbeiten auch Sterbefälle und Namensänderungen oder Adoptionen. Von der steigenden Zahl der Eheschließungen in Deutschland profitieren wir natürlich auch“, sagt Thomas Wolf. 495 Paare ließen sich im Jahr 2017 in Hattingen trauen. „Das ist bisheriger Rekord“, sagt Wolf. Deutschlandweit steigerte sich die Zahl der Eheschließungen um 2,6 Prozent.

Komplizierte Fälle mit internationalem Recht

Für die komplizierteren Fälle des Lebens werden die Standesbeamten in der Akademie für Personenstandswesen in Bad Salzschlirf fit gemacht. Denn Fortbildung muss sein. Immer öfter haben die Standesbeamten mit internationalem Privatrecht zu tun, mit ausländischen Scheidungen, Entscheidungen bei der Namensführung und eingebürgerten Menschen, bei denen man beachten muss, welches Recht in welcher Situation gilt.

Thomas Wolf: „Oft begleiten wir die Paare, die heiraten wollen, über Monate, weil Botschaften noch Papiere beschaffen müssen und geklärt werden muss, wie die unterschiedlichen Gesetze angewendet werden müssen. „Es ist wirklich ein weites Feld, das die Arbeit so spannend macht“, sagt Thomas Wolf.

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