Gericht

Hattingen: Verfolgungsjagd auf der A 1 endet vor Gericht

Eine wilde Fahrt lieferten sich der Angeklagte Mann aus Hattingen und ein Rostocker. Amtsrichter Amann hat de3n Prozess vertragt, um weitere Zeugen anzuhören.

Eine wilde Fahrt lieferten sich der Angeklagte Mann aus Hattingen und ein Rostocker. Amtsrichter Amann hat de3n Prozess vertragt, um weitere Zeugen anzuhören.

Foto: Marcus Führer / dpa

Hattingen.  Ein 20-Jähriger Mann aus Hattingen und ein Rostocker liefern sich eine Verfolgungsjagd auf der A 1. Es kommt zudem zu Beleidigungen und Schlägen.

Grob verkehrswidrig soll ein 20 Jahre alter Mann aus Hattingen im März auf der Autobahn A 1 aus Osnabrück in Richtung Münster unterwegs gewesen sein. Auf einem Rastplatz soll er dann auch noch einen zuvor von ihm beleidigten Fahrer angegriffen haben. Deswegen stand er jetzt vor Gericht – gemeinsam mit zwei noch nicht volljährigen Beifahrerinnen, die der Beleidigung angeklagt sind.

40 bis 50 Minuten hat die Verfolgungsjagd gedauert

Der angeblich Beleidigte hat die Tat angezeigt, ist Zeuge in dem Prozess – und in einem anderen Verfahren selbst Angeklagter, weil die drei Hattinger die Geschichte genau andersherum erzählen.

Sie seien dem Zeugen wohl zu langsam unterwegs gewesen, der habe sie dann auf der Autobahn verfolgt. 40 bis 50 Minuten habe das Verfolgen gedauert, bei dem man sich offenbar wechselseitig auch überholte. Der Zeuge sagt, er sei von dem Hattinger gefährlich geschnitten worden, riskante Fahrbahnwechsel habe es danach gegeben. Die Wagen-Insassen hätten ihm die Zunge rausgestreckt und die Mittelfinger gezeigt.

Schläge mit einem Rohr – oder mit Kabelbinder?

„Wir fühlten uns verfolgt, wollten gucken, ob er uns wirklich verfolgt und sind an einer Raststätte abgefahren“, sagt der Beschuldigte. Und sagt aus, dass der Mann dann zu seinem Wagen gekommen sei, ihn mit einem Rohr – im Prozess ist dann von einem Kabelbinder die Rede – geschlagen haben soll.

Als weitere Zeugen die beiden getrennt hatten, so die Anklage, sei der Hattinger dann aber dem Rostocker, der ihn um einiges überragt, auf den Rücken gesprungen und hätte ihn auf den Kopf geschlagen. Das gibt der Hattinger zu, er sei in Panik gewesen. Und selbst verletzt worden, was ein ärztliches Attest belegen soll.

Ein weiterer Zeuge sitzt zurzeit in den USA fest

Der Zeuge aus Rostock wiederum sagt, er sei nur mit einem Mitarbeiter – der als Zeuge dem Prozess unentschuldigt fern blieb, weil er, wie der Rostocker sagt, „in den USA festhängt“ – auf den Rastplatz gefahren, weil sie zur Toilette wollten. Als der Hattinger dann aber wieder durch unmögliche Fahrweise aufgefallen sei, habe er ihn zur Rede stellen wollen. Als der Kontrahent die Tür aufgerissen habe, sei ihm der Kabelbinder aus der Hand geflogen, er habe sogar an einem Finger danach operiert werden müssen.

Die jungen Frauen brechen immer wieder in Tränen aus

Die beiden jungen Frauen brechen immer wieder in Tränen aus, berichten von Schockzuständen und können sich teils nicht erinnern. Trotz der Tränen bei unangenehmen Fragen besteht Richter Christian Amann aber auf eine Antwort.

Der kuriose Prozess wird fortgesetzt, denn der in den USA festsitzende Zeuge soll erst einmal angehört werden.

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