Zeiztumstellung

Hattingen: Uhrmacher dreht wegen Zeitumstellung nicht am Rad

Lediglich an eine große Wanduhr muss Uhrmachermeister Jörg Faatz aus Hattingen am Wochenende Hand anlegen.

Lediglich an eine große Wanduhr muss Uhrmachermeister Jörg Faatz aus Hattingen am Wochenende Hand anlegen.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Hattingen.  In der Nacht von Samstag auf Sonntag wird die Uhr wieder eine Stunde zurückgestellt. Uhrmacher Jörg Faatz aus Hattingen bleibt tiefenentspannt.

Jörg Faatz ist tiefenentspannt. Den Uhrmachermeister von der Heggerstraße bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Schon gar nicht die Zeit oder die Zeitumstellung.

Alle Uhren auf acht Minuten nach zehn gestellt – dann lächeln sie

Weder muss er Dutzende Uhren in seinem Geschäft umstellen, noch kommen die Kunden in Scharen, weil jetzt am Sonntag die Uhren wieder einmal eine Stunde zurückgestellt werden. „Alle unsere Uhren im Schaufenster haben wir auf acht Minuten nach zehn gestellt, denn das sieht immer so aus, als lächeln sie, weil sie die Mundwinkel etwas nach oben gezogen haben“, sagt er. Lediglich an eine große Wanduhr muss er Hand anlegen. Das war’s dann aber auch schon.

Manche Uhrmacher drehen in den Tagen vor der Zeitumstellung am letzten März- und Oktober-Sonntag an so vielen Rädchen, dass sie tatsächlich am Rad drehen. „Ich rege mich nicht auf“, sagt der 46-Jährige. Es komme schon mal der eine oder andere Kunde, der mit der kleinen Krone, wie das Rädchen fachmännisch heißt, nicht mehr zurechtkommt. „Manche haben Angst, etwas kaputt zu machen, andere kommen motorisch nicht mehr so gut klar“, sagt Jörg Faatz.

Handy ersetzt bei vielen Menschen bereits die Uhr

Die Zeiten, sich eine Armbanduhr zuzulegen, weil man darauf die Zeit ablesen möchte, seien ohnehin vorbei. „Das braucht kaum noch jemand, weil alle ein Handy haben. Heute werden Uhren als echte Schmuckstücke gekauft, in manchen sind auch Diamanten eingelassen.“ Eine Kundin des Juweliers hat sich zum Eintritt in die Rente eine wertvolle Uhr zugelegt. Bisher habe sie im Beruf so etwas nicht gebraucht, aber jetzt würde sie sich so eine Uhr gerne leisten.

Ein Trend, wer zu welcher Uhr greift, sei nicht auszumachen. Es gebe auch junge Menschen, die sich über eine Uhr freuen würden. Manche mögen es sportlich, andere elegant oder klassisch.

Und was trägt der Uhrmachermeister? „Eine mechanische Uhr, die ich heute noch aufgezogen habe. Ich weiß die Technik zu schätzen, die da drin steckt. Sekundengenau muss es bei mir nicht sein.“

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