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Hattingen: Thorsten Tiggemann macht Blumen zur Taube

Thorsten Tiggemann zeigt Blumen in seinem Geschäft „Blumengalerie Tiggemann“ in Hattingen.

Thorsten Tiggemann zeigt Blumen in seinem Geschäft „Blumengalerie Tiggemann“ in Hattingen.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Was ein Zirkuszelt mit Floristik zu tun hat: Das verrät Thorsten Tiggemann, Inhaber des Geschäfts „Blumengalerie Tiggemann“ in Hattingen.

„Floristik muss man mit Herz machen“, sagt Thorsten Tiggemann. Er ist Inhaber der Blumengalerie Tiggemann in Hattingen.

Ein Frosch mit Fernglas, ein steinerner Hund, ein Hase aus buntem Porzellan beobachten Vorbeischlendernde. Für die gibt es viel zu entdecken: einen Windhund, dekorative Katzen, Windräder, Blumen-Arrangements und Pflanzen, dazu Bekleidung. Hübsch dekoriert ist das alles auf Wagen, auf Bänken, Tischen, Kisten, an einer Kleiderstange, unter Schirmen und Markisen.

Tiggemann bedient im Geschäft „Blumengalerie“ in Hattingen auch Marie-Luise Marjan

Der Außenbereich ist für Thorsten Tiggemann (58) wichtig, denn die Blumengalerie selbst hat nur einen kleinen Verkaufsraum: 48 Quadratmeter inklusive kleinem Arbeitsbereich. Lang und schmal ist das Geschäft.

Der Kunde geht nicht nur zwischen auf unterschiedlichen Ebenen angeordneten Sträußen und Blumen hin zum Tresen, sondern findet dazwischen Lederjacken, Taschen, Riesenschmetterlinge, Schals, Schmuck, Weinflaschenverschlüsse, Gürtel, Schlüsselanhänger, Schmuck, Strickjacken. „Wir haben das Sortiment erweitert, das kommt bei den Kunden gut an, eine Mischung ist wichtig“, erklärt Tiggemann. Denn inzwischen würden auch schon Discounter Pflanzen und Blumen anbieten.

Tiggemann setzt auf einen Mix aus Floristik und Deko

In zweiter Generation führt Tiggemann, der auch Marie-Luise Marjan schon bediente, das Geschäft an der Großen Weilstraße 21. Sein Vater Friedrich Tiggemann eröffnete es 1964, Thorsten Tiggemann übernahm 2006. Mit Herz. Und Leidenschaft.

Denn die braucht es auch angesichts der Arbeitszeiten. Zwei- bis dreimal pro Woche fährt er zum Einkauf. Dann klingelt um drei Uhr morgens der Wecker. Aber „oft bin ich auch vor ihm wach“. Ansonsten ist er ab sieben Uhr morgens in seinem Geschäft. Sieben Tage die Woche. Oft schließt er unter der Woche erst um 21 Uhr ab.

Tiggemann macht Blumen zur Taube

Die Lage an der Großen Weilstraße schräg gegenüber von Kaufland, sagt Tiggemann, sei gut. Es gebe reichlich Laufkundschaft. Und für Stammkunden sei die Lage zentral. Vier Mitarbeiter hat Tiggemann. Hinten im Haus gibt’s noch mal Lager- und Arbeitsräume. Da ist er kreativ. Hochzeitsfloristik, Trauerfloristik, Sträuße, Gestecke für daheim. „Ich richte mich nach Kundenwünschen. Die Beratung ist wichtig. Ich zeige dann auch Fotos von Dingen, die ich schon gemacht habe.“

Wie eine Taube aus Blumen. Oder einen Mercedes-Stern. Sogar ein Zirkuszelt aus Blumen hat er schon gefertigt. „Das war 1,25 Meter mal zwei Meter groß“, erinnert er sich. Sein Herzblut steckt er in solche Grabgestecke.

35.000 Kilometer pro Jahr fährt Tiggemann

Gelernt hat Tiggemann in einem Geschäft in Bochum, nicht bei seinem Vater. Der Grund: „Zu Hause lernt man ja nichts“, sagt er schmunzelnd.

Auch Grabpflege bietet Tiggemann an, ist dafür in der Stadt unterwegs. Überhaupt fährt er viel. Um die 35.000 Kilometer pro Jahr, drei Wagen hat er. Sogar bis Münster hat er schon Grabgestecke ausgeliefert. Fleurop-Partner ist die Blumengalerie. „Das ist einfach Kundenservice“, sagt Tiggemann. Und zählt dazu auch das Gutschein-Angebot.

Florist schätzt die Abwechslung und den Kundenkontakt

An seinem Geschäft liebt Tiggemann die Abwechslung: Hochzeitsfloristik, Trauerfloristik, Grabpflege, Gestecke für Kirchen, Deko. Außerdem ist er gern kreativ, hat gerne Kontakt zu Menschen. Der zu den anderen Einzelhändlern sei gut. Gern unterhält er sich mit Stammkunden, lernt neue Kunden kennen.

Und wenn sich mal zwischen all’ der Deko eine Katze plötzlich bewegt, dann sind nicht die Kundensinne gestört, sondern die beiden Samtpfoten Bill und Lui, die um den Pflanzenstecker „Life is better with flowers“ herumlaufen. Pflanzen übrigens finden sich daheim bei Tiggemann kaum. „Keine Zeit.“ Denn die verbringt er ja eh unter ihnen – in und mit seinem Geschäft.

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