Umweltschutz

Hattingen: Ruhr wird im September doppelt vom Müll befreit

Die Aktion „Saubere Ruhr" veranstaltet der ASV Henrichshütte in diesem Jahr zum 44. Mal. Mit Tauchern bergen die Helfer Schrott aus der Ruhr in Hattingen.

Die Aktion „Saubere Ruhr" veranstaltet der ASV Henrichshütte in diesem Jahr zum 44. Mal. Mit Tauchern bergen die Helfer Schrott aus der Ruhr in Hattingen.

Foto: Jörg Schimmel / WAZ FotoPool

Hattingen.  Die Ruhr wird im September beim „Ruhr Clean Up“ geputzt. Die Angler des ASV in Hattingen kritisieren die Aktion und halten an ihrem Termin fest.

Hattingen soll sauberer werden. Seit vielen Jahren engagieren sich Vereine und Gruppen für eine saubere Stadt, indem sie in verschiedenen Bereichen Müllsammel-Aktionen veranstalten. In diesem Jahr kommt mit dem „Ruhr Clean Up“ eine neue Initiative dazu, die die gesamte Ruhr in den Blick nimmt. Das gefällt nicht allen Hattinger Helfern.

Stadt stellt Müllsäcke, Handschuhe und Greifer

Bei der Aktion „Hattingen sauber“, setzt die Stadt Jahr für Jahr auf freiwillige Helfer gegen den Müll. „Es geht nur gemeinsam und jeder kann mitmachen. Das sind die Helden des Alltags“, sagt Abfallberaterin Cornelia Padtberg. Regelmäßig machen sich feste Gruppen auf den Weg, um mindestens einmal in Jahr Unrat zu sammeln. Die Stadtverwaltung stellt den Ehrenamtlichen dafür Mülltüten, Handschuhe, Greifer und Warnwesten zur Verfügung. Die gefüllten Müllsäcke werden von den Müllwerkern abgeholt.

Nun können sich auch Freiwillige für den „Ruhr Clean Up“ finden. Initiiert wurde die Aktion, die am 12. September an der gesamten Ruhr stattfinden soll von dem Journalisten Joachim Umbach, dem ehemaligen Sprecher der Düsseldorfer Messe, Ingo Lentz, und dem belgischen Unternehmer Thomas de Groote. Vorbild ist der „Rhine Clean Up“ des vergangenen Jahres mit 20.000 Teilnehmern.

Kritik vom Anglerverein

Damit stehen an der Ruhr in Hattingen im September gleich zwei Putzaktionen an. Denn auch der Termin der Angler des ASV Henrichs­hütte für ihre Aktion „Saubere Ruhr“ steht fest. Am 19. September – also eine Woche nach dem „Ruhr Clean Up“ – wollten sie mit Tauchern und schwerem Gerät erneut Müll aus der Ruhr bergen.

An die Aktion der Düsseldorfer hängen sie sich bewusst nicht an. „Wir machen das jetzt seit 44 Jahren und plötzlich wollen die die Welt neu erfinden“, sagt ASV-Vorsitzender Gerd Hehs. Er ärgert sich über die Veranstalter, die seiner Meinung nach nur Aufmerksamkeit wollen.

Naturschutz mit Hilfe von Tauchern

„Bei uns steht der Naturschutz schon immer im Vordergrund. Wir brauchen nicht die, die hier nebenbei plötzlich das Thema für sich entdecken“, betont er. Der Termin für die Putzaktion an der Ruhr sei bereits lange geplant, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk mit im Boot. „Und wenn wir nichts finden, dann ist das eben mal so.“

Zumindest unwahrscheinlich ist es aber, dass die Taucher nicht doch Unrat aus der Ruhr bergen können. Das zeigt die Erfahrung anderer Sammelaktionen. „Augenscheinlich meint man, es wäre sauber. Aber es ist unglaublich, was zum Beispiel kürzlich die Kinder in Blankenstein noch zusammengetragen haben“, resümiert Cornelia Padtberg. Sie freut sich deshalb über jeden, der aktiv wird. „Wenn jeder vor seiner eigenen Tür putzt, reicht das ja schon“, betont sie.

Eigene Aktionen und Teilnahme am „Ruhr Clean Up“

Aktionen anmelden und dabei von der Stadt mit Materialien unterstützt werden kann jeder – das müssen keine Vereine sein, sondern es können sich zum Beispiel auch Nachbarschaften zusammenfinden. Cornelia Padtberg organisiert die Müllsäcke und anderes nach Absprache (02324/ 204-3711)

Wer beim „Ruhr Clean Up“ mitmachen möchte, sollte sich aber direkt an den Veranstalter wenden unter info@ruhrcleanup.org. Dort werden die Helfer zugeteilt. Aber: „Niemand sollte auf eigene Faust an der Ruhr zu putzen. Weil es dort auch das Naturschutzgebiet gibt, sollten Aktionen abgesprochen werden“, sagt die Abfallberaterin.

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