Gericht

Hattingen: Richter verhängt Geldstrafe nach Computerbetrug

Foto: Frank May / dpa

Hattingen.  Der Sohn eines pflegebedürftigen Hattingers muss sich vor Gericht verantworten und wegen Computerbetrugs nun 900 Euro Strafe zahlen.

Wegen Urkundenfälschung und Computerbetrug musste sich ein Hattinger jetzt vor Gericht verantworten. Nur ein Vorwurf hat nun Konsequenzen.

Der Mann zog nach eigenen Angaben im Spätsommer 2015 in die Stadt, da er seinen pflegebedürftigen Vater unterstützen wollte.

Mit dem Vermieter habe er mündlich vereinbart, dass er erst einmal bei seinem Vater wohnen dürfe, solange er auf Wohnungssuche sei. „Ich musste mich ummelden, um hier Arbeitslosengeld beantragen zu können“, erklärte der Angeklagte vor Gericht. Also unterschrieb sein Vater eine Wohnungsgeberbescheinigung, die der Sohn der Stadt Hattingen vorlegte. Vor Gericht bestritt er den Vorwurf, er habe die Unterschrift seines Vaters gefälscht.

Abbuchungen machen die Betreuerin stutzig

Die 59-jährige Betreuerin des Vaters erfuhr im Juni 2016 davon, dass der Sohn fortan auch in der Wohnung lebte. „Seitdem kam es wiederholt zu Polizeieinsätzen wegen Ruhestörung“, erinnerte sich die Betreuerin vor Gericht. Der Eigentümer des Hauses bestätigte dies.

Die 59-Jährige kümmert sich um die Finanzen des seit einem Schlaganfall stark beeinträchtigten Mannes. „Er geht nie aus dem Haus“, weiß sie. Im Januar 2019 wurden plötzlich einmal 100 Euro und einmal 300 Euro von seinem Konto abgebucht, was sie stutzig machte.

Dem Tatvorwurf der Urkundenfälschung folgt der Richter nicht

Außerdem fand sie die Zahlungsaufforderung eines Inkassounternehmens, nach der der Vater des Angeklagten einen Autokindersitz online gekauft haben soll. „Mein Vater wollte unserem Nachwuchs eine Freude mache“, erklärte der Beschuldigte.

Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft, die für beide Taten eine Geldstrafe von 3600 Euro forderte, stand für Richter Johannes Kimmeskamp allein der Computerbetrug fest. Dem Tatvorwurf der Urkundenfälschung konnte er nicht folgen.

Unterschriftenabgleich zeigt Ähnlichkeiten

„Ich kann mir vorstellen, dass Sie gemeinsam mit Ihrem Vater das Schreiben aufgesetzt haben. Die Betreuerin sagte ja auch, dass Ihr Vater froh war, nicht mehr alleine in der Wohnung zu sein“, so Kimmeskamp.

Ein Unterschriftenabgleich zwischen dem Beweisstück, der Unterschrift des Mietvertrags und einer aktuellen Unterschrift des halbseitig gelähmten Mannes zeigte, dass die Unterschriften sich alle darin ähneln, dass die Buchstaben einzeln geschrieben sind.

Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt.

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