Kreisverkehr

Hattingen: Kreisel kann nicht sicherer für Fußgänger werden

Am Kreisverkehr an der Holthauser Straße, Lindstockstraße in Hattingen werde häufig zu schnell gefahren, beklagen Anwohner. Das führe zu gefährlichen Situationen für Kinder.

Am Kreisverkehr an der Holthauser Straße, Lindstockstraße in Hattingen werde häufig zu schnell gefahren, beklagen Anwohner. Das führe zu gefährlichen Situationen für Kinder.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Anwohner finden einen Kreisverkehr in Hattingen-Holthausen gefährlich. Kinder seien durch Raser gefährdet. Warum Veränderung nicht möglich sind:

Anwohner schlagen bei der Stadt Alarm: Die Holthauser Straße, die Schüler und Kindergartenkinder täglich überqueren, wird von Eltern als gefährlich eingeschätzt. Besonders riskant sei laut WAZ-Leser Nicolas Thöle der Kreisverkehr zur Lindstockstraße. Polizei und Straßen.NRW haben die Stelle geprüft.

Zebrastreifen und Hinweis auf Schulweg gefordert

„Der Kreisel wird mit sehr hohen Geschwindigkeiten angefahren und durchfahren“, schreibt Thöle an die Redaktion. Er bemängelt, dass es keine Zebrastreifen und deutliche Hinweise auf den Schulweg gebe. Auch bei der Stadt ist ein Schreiben mit Bitte um Prüfung der Gefahrenstelle eingegangen.

Zuständig ist der Landesbetrieb Straßen.NRW. Für den hat sich Andreas Berg die Situation angesehen und mit den gesetzlichen Regelungen verglichen. Die Geschwindigkeit ist vor dem Kreisel aus beiden Richtungen auf 50 km/h reduziert, die niedrigste Geschwindigkeit, die für Bundes-, Land- und Kreis-Straßen vorgesehen ist, erklärt Berg. Ausnahmen gelten nur wenn Kitas, Schulen oder Altenheime einen direktem Zugang zu dieser Straße haben. Dann könne auf 30 km/h beschränkt werden. Auch ein Zebrastreifen lasse sich an dieser Stelle nicht realisieren, weil der Kreisverkehr nicht Teil einer Ortsdurchfahrt ist. Nur dort dürften Zebrastreifen ausgezeichnet werden.

Sechs Unfälle in drei Jahren

Statt eines Hinweises auf den Schulweg warne etwa 150 Meter vor der Einfahrt zum Kreisverkehr in Fahrtrichtung Hattingen ein Schild vor plötzlich auf die Fahrbahn rennenden Kindern und mahne zu vorausschauendem und bremsbereitem Fahren, sagt Berg. Für den Kreisverkehr seien deshalb keine weiteren Maßnahmen erforderlich.

Aus den vergangenen drei Jahren seien Straßen.NRW zudem keine Unfälle mit Fußgängern bekannt. Polizeisprecherin Sonja Wever bestätigt das mit Blick auf die Unfallstatistiken der Jahre 2017 bis 2019: „Es gab in dieser Zeit sechs schwere Unfälle an dieser Stelle.“ Damit meint sie solche, die zur Anzeige gebracht wurden. In den zwei Jahren habe es dabei je zwei Leichtverletzte (keine Fußgänger) gegeben.

Blitzer direkt am Kreisverkehr nicht möglich

Deshalb handele es sich nicht um einen „Unfallschwerpunkt“. Erst wenn drei schwere Unfälle aus dem gleichen Grund in einem Jahr registriert würden, spricht die Polizei von einem Schwerpunkt.

Sie überprüft außerdem regelmäßig die Geschwindigkeit. Weder für eine Laserpistole noch ein Radargeräte sei die unmittelbare Nähe zum Kreisverkehr aber geeignet. Stattdessen werde etwa 800 Meter vorher gemessen. 453 Geschwindigkeitsübertritte stellte die Polizei 2019 an der Stelle fest, wo 50 km/h erlaubt seien. Wever erklärt, dass das auf ein Jahr bezogen, nicht sonderlich viel sei.

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