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Hattingen: Konditoren-Meister setzen auf natürliche Aromen

Ariane Hensch und Sven Walton sind in Hattingen Inhaber der Confiserie Harmonie. In ihrem eigenen Geschäft verwirklichen sie ihre Ideen.

Ariane Hensch und Sven Walton sind in Hattingen Inhaber der Confiserie Harmonie. In ihrem eigenen Geschäft verwirklichen sie ihre Ideen.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Mit der Confiserie Harmonie in Hattingen haben Ariane Hensch und Sven Walton den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Was ihnen wichtig ist.

Qualität und Kreativität sind das Konzept der beiden Konditorenmeister Ariane Hensch (25) und Sven Walton (29) von der Confiserie Harmonie im St.-Georgs-Viertel in Hattingen. Mit ihrem eigenen Geschäft, in dem sie „edle, süße Phantasie“ anbieten, haben sich die beiden Traum erfüllt.

Seit wenigen Wochen erst ist das Geschäft eröffnet, in dem es Törtchen und Pralinen, auf Bestellung auch Motivtorten, gibt. „Bis dahin hat es eineinhalb Jahre gebraucht, viel länger als wir dachten. Es gab viele Stolpersteine“, sagt Ariane Hensch. Doch die beiden blieben dran.

Inhaber der neuen Confiserie Harmonie in Hattingen verzeichnen bereits Stammkunden

Die Belohnung sind zahlreiche Stammkunden schon nach kurzer Zeit. „Manche kommen täglich“ – und das Duo mit ihnen ins Gespräch. Das Törtchen-Format kommt gut an. Beide legen viel Wert auf ihre Zutaten, verwenden nur natürlich Aromen. „Und wir arbeiten zuckerreduziert“, betont Ariane Hensch. So schmecke man die einzelnen Komponenten besser.

Glutenfrei wird manches Törtchen hergestellt. „Aber weil wir keine getrennten Arbeitsbereiche haben, sagen wir dazu, dass es Spuren von Gluten enthalten kann“, erklärt Walton. Derzeit tüftelt das Duo auch an laktosefreien und eventuell veganen Törtchen. „Aber die müssen uns auch selbst schmecken. Und die Grundprodukte dafür ohne Konservierungsstoffe und Stabilisatoren zu finden, ist nicht einfach“, sagt Ariane Hensch.

Der Name der Harmonie der Confiserie ist Motto der beiden Inhaber

Für den Namen Harmonie haben sich beide entschieden, weil „wir als Paar harmonieren und weil wir nicht nur die Geschmacksnerven, sondern auch das Auge ansprechen. Alles harmoniert“, betont Ariane Hensch. So kommt das liebevoll von Hand gestaltete Mandarinen-Sahnen-Törtchen denn auch als Mandarine daher.

Bei der Herstellung können Kunden übrigens zuschauen – durch ein Fenster, das den Blick in die Backstube freigibt. „Wir haben bei der Einrichtung mit einem Ladenbauer zusammengearbeitet. Wir wollten das gerne so, wir haben nichts zu verbergen. Und erzählen kann man ja viel, aber hier können die Menschen sehen, dass wir alles selbst machen. Der Ladenbauer hatte dann noch ein Fenster von 1870 im Keller, das passt hier toll rein“, sagt Sven Walton. Neben der großen Kuchentheke ist in dem Ladenlokal noch Platz für 18 Gäste.

Zur süßen, aber zuckerreduzierten Verführung gibt es Kaffee und Tee

Zur süßen Verführung gibt es Kaffee – und Tee. „Da arbeiten wir mit der Potteery zusammen“, sagt Ariane Hensch. Die Confiserie-Inhaber haben schon Kontakte geknüpft zu anderen Einzelhändlern. „Wir waren auch schon einen Tag vor der Eröffnung bei einem Treffen von ,Wir im St.-Georgs-Viertel’ und wollen uns da jetzt engagieren“, sagt Ariane Hensch.

Noch ist für die beiden Existenzgründer alles ganz neu. „Anfangs wussten wir auch gar nicht, wie viel wir produzieren sollen. Da ist es uns passiert, dass wir am ersten Freitag dann schon alles, was fürs Wochenende gedacht war, verkauft hatten.“ Doch dann stellten sich beide nachts in die Backstube und produzierten nach.

Arbeitstage der beiden Konditoren Ariane Hensch und Sven Walton sind sehr lang

Darum: „Wenn wir manchmal um Mitternacht rauskommen, ist das noch früh“, verrät Ariane Hensch. Die Arbeitstage sind lang. Ab etwa sieben Uhr sind die beiden im insgesamt 103 Quadratmeter großen Geschäft mit Hattingen-Motiven an der Wand. Vom Einkauf über die Produktion und Bedienung bis hin zum Putzen machen sie alles selbst. Und das gerne. „Denn wir machen es für uns selbst, können hier selbst unsere Ideen umsetzen“, so Walton.

Von denen haben sie reichlich. Neu ist beispielsweise das Bügeleisenhaus als süßes Mitbringsel. 50 Cent pro Verkauf gehen an den Heimatverein Hattingen. „Von solchen süßen Sehenswürdigkeiten Hattingens wollen wir noch mehr anbieten“, blickt Walton in die Zukunft.

Hattingen sehen die Jungunternehmer als guten Standort für ihr Unternehmen

In Hattingen fühlt sich der aus dem Harz stammende Walton wohl. Waltons Mutter ist Köchin, so lernte auch er zunächst erst Koch. Da spürte er, dass ihm Desserts besonders liegen. Schnell wuchs der Wunsch, Pâtissier zu werden. „Weil es da keine Ausbildung gibt, habe ich Konditor gelernt, das hat mir Spaß gemacht.“

Ariane Henschs Großmutter, beide haben viel zusammen gebacken, stammt aus Hattingen und sie selbst, geboren in Frankfurt am Main, lebt seit elf Jahren hier. Das Künstlerische lag und liegt ihr. „In der Schule hatte ich einen Kunst-Leistungskursus.“ Und als Konditorin kann sie ihre Kreativität ausleben.

Das Paar lernte sich auf der Meisterschule in Iserlohn kennen

In Iserlohn auf der Meisterschule hat sich das Paar kennen gelernt. Beide absolvierten ihre Meisterprüfung mit einer Eins. Weil Hattingen beiden gefiel und „ein solches Angebot, wie wir es haben, unserer Meinung nach hier fehlte“, war die Stadt schnell als Standort für die Selbstständigkeit gewählt. Die Arbeit haben sie sich aufgeteilt: Er macht Törtchen, sie Pralinen, Trüffel, Konfekt und die Bewirtung.

Für etwa 15 diverse Törtchen und zwölf Sorten Pralinen und Trüffel ist in der Theke Platz. Die Sorten wechseln auch saisonbedingt. Limette-Baiser ist da zum Beispiel. „In der Weihnachtszeit hatten wir Marzipan-Sahne-Bratapfel, das ist jetzt natürlich aus dem Programm“, erläutert Walton. Ein Renner und darum bleibend ist schon jetzt das Schoko-Karamell-Törtchen. „Wir sind so froh, dass die Konfiserie in Hattingen so gut angenommen wird“, freut sich das Duo über den gelungenen Start der Confiserie Harmonie.

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