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Hattingen: Im Reitsport-Laden gibt’s auch Maß-Stadt-Stiefel

Freude an ihrem eigenen Geschäft „Reitsport Gaby Weiß“ hat Gaby Weiß in Hattingen-Niederwenigern.

Freude an ihrem eigenen Geschäft „Reitsport Gaby Weiß“ hat Gaby Weiß in Hattingen-Niederwenigern.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Im Laden „Reitsport Gaby Weiß“ nimmt die Inhaberin Maß für Stiefel. Bei ihr gibt’s von Schutzwesten bis zum Reithelm mit Strass-steinen viel.

Vom Schwarzkümmelöl für Pferde über Decken, Gerten, Schutzwesten, die auch Skifahrer gern tragen, Kinderspielsachen zum Thema Pferd, Schwämme in Pferdeform bis hin zum Reithelm mit Strasssteinen und maßangefertigten Reiterstiefeln gibt es im Geschäft „Reitsport Gaby Weiß“ in Hattingen viel zu entdecken.

Das haben Gaby Weiß (62) und Thomas Hettgen (61) im November 2013 eröffnet. „Wir waren früher beide in einem Reitsport-Geschäft in Essen“, erklärt der Sattler. Gaby Weiß ist im Einzelhandel ausgebildet, berät inzwischen seit über 30 Jahren in Reitsport-Zubehör-Fragen.

„Reitsport Gaby Weiß“ in Hattingen punktet mit maßangefertigten Stiefeln

Besonders spezialisiert hat sie sich auf maßangefertigte Reitstiefel der Marke Cavallo. In einer eigenen Abteilung in dem 98 Quadratmeter großen Laden an der Essener Straße 162 in Niederwenigern sind verschiedene Modelle ausgestellt, sportlich, elegant, mit Perlen, Strasssteinen oder schlicht in Leder – für Erwachsene und Jugendliche. Maßbänder liegen bereit auf einem Podest, auf das sich Kunden stellen können. Es gibt eine Sitzecke. Alles ist gemütlich. „Der Kundenkontakt macht mir Spaß. Es gibt einen Kaffee, man hat auch Zeit zu fragen, wie es geht“, erklärt Gaby Weiß den Reiz an der Selbstständigkeit.

Nur wenig an den Modellen erinnert an Reitstiefel. Schick sind viele – und, am Rand dann gerade geschnitten, für den Alltag tauglich. „Wir können sie nämlich auch als Stadt-Stiefel bestellen“, erklärt Gaby Weiß. An zehn verschiedenen Stellen an Fuß und Bein nimmt sie Maß, damit der Stiefel, der sechs Wochen später fertig ist, auch sitzt.

Zu kurze Stiefel bleiben unter dem Sattelblatt hängen

„Das ist gar nicht so einfach“, weiß Hettgen, „denn die Stiefel setzen sich beim Tragen, werden dann etwas kürzer, rechnet man das nicht ein, besteht die Gefahr, dass der Reiter danach mit dem Stiefel unter dem Sattelblatt hängen bleibt.“ Mit den Maßstiefeln hat das Duo eine Nische besetzt. „Denn inzwischen läuft doch viel übers Internet. Zum Glück schätzen viele Kunden Beratung noch“, sagt Hettgen. Er ist der Geschäftspartner von Gaby Weiß, ist aber selten im Laden. Der ist ihr Reich.

Eine gute Mischung möchte sie vorhalten. Und so finden sich sportliche, einfache so genannte Sprung- oder Hufglocken in der Auslage ebenso wie schicke in Wollweiß mit Flauschbesatz. Auch eng anliegende Gamaschen gibt es.

Die Schutzwesten sind auch bei Skifahrern sehr beliebt

Glücklich ist Gaby Weiß darüber, eine Schutzweste anbieten zu können, die ganz leicht ist, einen hohen Tragekomfort bietet und den Rumpf dennoch gut schützt. „Die nehmen auch Skifahrer sehr gerne“, sagt sie. Auch Reiterbekleidung für Kinder und Damen gibt es in vielen erdenklichen Stoffen und Designs. „Herrenreitsportbekleidung ist eher ein Randartikel“, sagt Gaby Weiß.

Beratung wünschen Kunden nach ihrer Erfahrung zudem bei den so genannten Gebissen für die Pferde. „Denn die müssen sitzen“, erklärt sie. Bei den Stalldecken geht es dabei eher um den modischen Aspekt oder die Funktionalität.

Kunden kommen gezielt ins Reitsport-Fachgeschäft in Niederwenigern

Dass das Reitsport-Fachgeschäft mitten im Wohngebiet an der Essener Straße an der Grenze zu Essen liegt, weit entfernt von den anderen Einzelhandelsläden, stört das Duo nicht. Denn Kunden kommen gezielt.“ Und: „Im Abstand von zwei bis fünf Kilometern liegen hier 25 Reitställe.“ Die viel bieten. Hettgen weist außerdem auf den Vorteil der Parkplätze hin. Inzwischen ist das Geschäft das einzige Reitsport-Fachgeschäft in der Stadt.

Einfach sei das Überleben dennoch nicht, sagt Gaby Weiß. Denn natürlich gebe es Tage, an denen nicht viel los sei. „Aber ich halte verlässlich geöffnet. Das ist den Kunden wichtig.“ Und sie knüpft Kundenkontakte zusätzlich außerhalb des Geschäfts, vor dem ein Strohballen liegt und einladend Sitzmöbel stehen. „Wir sind mit einem Stand bei Turnieren präsent, nehmen viele Waren mit. Dafür haben wir eigens ein Banner“, berichtet Gaby Weiß, die die Selbstständigkeit nie bereut hat.

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