Geocache-Aktion

Hattingen: Geocacher tragen Travelbugs siebenmal um die Erde

In einem Hattinger Geocache-Versteck wartet der Travelbug „Schorschi, der Hattinger Wappendrache“ auf seine Finder. Mit Hilfe von Geocachern aus aller Welt soll er Tiflis und Atlanta im US-Bundesstaat Georgia erreichen.

In einem Hattinger Geocache-Versteck wartet der Travelbug „Schorschi, der Hattinger Wappendrache“ auf seine Finder. Mit Hilfe von Geocachern aus aller Welt soll er Tiflis und Atlanta im US-Bundesstaat Georgia erreichen.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Schorschi, der Hattinger Wappendrache wirbt als Travelbug für Hattingen und das Bügeleisenhaus. Mit Geocachern soll er nach Tiflis und Atlanta.

„Schorschi, der Hattinger Wappendrache“, geht auf Reisen. Wie „Otto Wohlgemuth“, „Mrs. Ples“, der „Hattinger St. Georg“ und einige andere vor ihm, soll er mit Fremden die Welt erkunden. Seine Ziele: Tiflis und Atlanta (Georgia, USA). Seine Mitfahrgelegenheit: Geocacher weltweit.

Geocache-Aktionen des Heimatvereins Hattingen/ Ruhr

Wie es gehen kann, machen so genannte Travelbugs des Heimatvereins Hattingen/ Ruhr seit 2012 vor. Damals machten sich, passend zur Steinzeit-Ausstellung, „Mrs. Ples“ und „Little Foot“ auf den Weg nach Bozen, wo „Ötzi“ im Archäologiemuseum liegt. Zusammengenommen haben die 15 bisherigen Travelbugs mehr als siebeneinhalb Mal die Erde umrundet.

Travelbugs (dt. „Wanderwanzen“), das sind kleine Schildchen, wie Hundemarken, die mit einem Namen und Erkennungszeichen und einer Mission versehen sind. Sie werden in Geocaching-Verstecken abgelegt. Wer sie findet, kann sich im Internet eintragen und sie zum nächsten Versteck mitnehmen und dort hinterlassen. Auf diese Art reisen die Travelbugs von Ort zu Ort.

Travelbug reist zu Ötzi nach Bozen

Für den Heimatverein sind sie Botschafter für Hattingen und das Bügeleisenhaus. Auf diese Art will er möglichst viele Menschen erreichen, „auch, wenn uns klar ist, dass deshalb niemand aus England oder Tschechien ins Bügeleisenhaus kommt“, sagt Vereinsvorsitzender Lars Friedrich. Dennoch haben viele Menschen weltweit Spaß an den Aktionen und tragen zu ihrem Gelingen bei.

„Mrs. Ples“ schaffte es dann auch tatsächlich nach Bozen. Nach etwas weniger als einem Jahr kam der Travelbug dort an. Beendet war seine Reise damit aber lange nicht. Mehr als 37.000 Kilometer hat das Hattinger Mitbringsel inzwischen hinter sich. Seit gut einem Jahr ist aber Schluss. Da wurde „Mrs. Ples“ nach 800 Stationen zuletzt in Norwegen, nördlich von Oslo gesichtet. Zuvor hatte der Anhänger halb Europa bereist – von Korsika bis Polen, von Spanien bis Nordschweden.

Hattinger St. Georg auf Weltreise

„Little Foot“ übrigens, der im selben Jahr wie „Mrs. Ples“ auf die Reise ging, ist nach fast 23.000 Kilometern noch unterwegs. Zuletzt wurde er Anfang Dezember 2019 in der Auvergne in Frankreich gesehen.

Am weitesten gereist ist unterdessen der „Hattinger St. Georg“, der 2013 startete – allerdings in Sprockhövel. Mehr als 84.400 Kilometer hat der kleine Anhänger hinter sich gebracht. Dem Ziel, um die Welt zu reisen, ist er bis jetzt am nächsten gekommen. Er wurde nach Nordamerika getragen und dort quer durch die USA, von New York bis Los Angeles, dann nach Kanada von Vancouver bis Calgary. Auch in der Karibik machte er Station, bevor es nach Singapur ging. Und auch in Europa ist der kleine Botschafter Hattingens viel herumgekommen – von Bulgarien bis Großbritannien und Dänemark. Derzeit hält sich der „Hattinger St. Georg“ wohl im Westen Tschechiens auf. Dort wurde er im September 2019 zuletzt gesehen.

Otto Wohlgemuth kommt zurück ins Bügeleisenhaus

Wieder nach Hause geschafft hat es übrigens einer der Geocache-Reisenden: Der Travelbug mit dem Namen „Otto Wohlgemuth“, der 2013 hier startete, kam nach drei Jahren und fast 13.000 Kilometern – unter anderem mit Zwischenstopps in Malta – wieder im Bügeleisenhaus an. Zwei Geocacher brachten ihn zurück – und vollendeten damit die Mission des eigentlichen letzten Finders, der „Otto Wohlgemuth“ durch einen Unfall nicht selbst überreichen konnte.

Nun ist also Schorschi, der Wappendrache als Travelbug unterwegs. Noch wartet er in seinem Hattinger Versteck auf den ersten Geocacher, der ihn weiterträgt. Er hat zwei konkrete Ziele: Tiflis, die Hauptstadt Georgiens, und Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Beide sind eng mit St. Georg verbunden. Und eben dem hat der Heimatverein seine nächste große Sonderausstellung gewidmet: „Im Angesicht des Drachen – St. Georg und Hattingen“, die ab 25. April im Bügeleisenhaus zu sehen ist.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben