Abfall

Hattingen: Gelbe Tonne kommt ab Januar 2021 als Option

Gelber Sack oder gelbe Tonne – in Hattingen haben die Bürgerinnen und Bürger vom 1. Januar 2021 an die Wahl. Für die Entsorgung im Gefäß fallen allerdings jährliche Kosten von 17,88 Euro an.

Gelber Sack oder gelbe Tonne – in Hattingen haben die Bürgerinnen und Bürger vom 1. Januar 2021 an die Wahl. Für die Entsorgung im Gefäß fallen allerdings jährliche Kosten von 17,88 Euro an.

Foto: Thomas Nitsche / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Von Januar 2021 an können die Bürger in Hattingen Verpackungsmüll in Tonnen abholen lassen. Wie das funktioniert und was das kostet.

Sack oder Tonne – um die Entsorgung von Verpackungsmüll ist im Ennepe-Ruhr-Kreis seit Jahren hart gerungen worden. Jetzt gibt es auch für Hattingen eine Lösung: Die Gelben Säcke bleiben, die Gelbe Tonne kommt – als zahlungspflichtige Option für alle, die das möchten.

Eingesammelt werden die Leichtverpackungen seit Beginn der 1990er-Jahre über das Duale System auf der Grundlage von Verpackungsgesetzen. Darauf aufbauend haben die Städte und Kreise mit den Entsorgern in Abstimmungsvereinbarungen festgelegt, wie das konkret passiert. Bisher hatten sich alle Städte des EN-Kreises aus vier Gründen für eine Abfuhr in Gelben Säcken entschieden:

Tonnen können aus Platzgründen nicht überall aufgestellt werden, Fehlbefüllungen sind leichter erkennbar, auf unterschiedliche Abfallmengen im Jahresverlauf kann besser reagiert werden, das System hat sich bewährt.

Übergangsvereinbarung bis Ende 2020

Die letzte Abstimmungsvereinbarung ist zum 31. Dezember 2018 ausgelaufen. Weil sich die neun Städte, der Ennepe-Ruhr-Kreis und die beiden beteiligten Entsorger nicht einigen konnten, wurde eine Übergangsvereinbarung bis Ende 2020 beschlossen.

Für die neue Abstimmungsvereinbarung, die zum 1. Januar 2021 gültig wird, hat die Stadt Hattingen ein Wahlsystem zwischen Gelber Tonne und Gelbem Sack vorgeschlagen. Die Dualen System allerdings lehnen ein Mischsystem ab. Sie bieten entweder wie bisher die Gelben Säcke in besserer Qualität an oder eine Komplettumstellung auf Tonnen.

Gelbe Säcke in die Gelbe Tonne füllen

Der Rat der Stadt Hattingen hat nun mit großer Mehrheit eine Vorlage beschlossen, in der steht: „Da in Hattingen nicht flächendecken eine Tonne aufgestellt werden kann, empfiehlt die Verwaltung, die Entscheidung für den Gelben Sack weiterhin beizubehalten.“ Allerdings sollen auch die Interessen der Bürger und der Politik an der Einführung eine Gelben Tonne berücksichtigt werden.

Die Lösung: Wie die AHE in anderen Städten des EN-Kreises bietet nun auch die für Hattingen zuständige Abfallentsorgungsgesellschaft Ruhrgebiet (AGR) als Entsorgerin die Möglichkeit an, den Verpackungsmüll weiterhin in Säcken zu sammeln und dann entweder so an die Straße zu stellen oder aber in einer Gelben Tonne. Die soll dann mit den Säcken befüllt werden.

Nur die Linkspartei ist dagegen

Dies ist ein privatrechtliches Angebot der AGR an die Bürgerinnen und Bürger, bei der die Stadt kein Mitbestimmungsrecht hat. Die Kosten für die Abfuhr einer 240 Liter fassenden Gelbe Tonne belaufen sich auf 17,88 Euro pro Jahr. Die Dualen Systeme hätten das Vorgehen überprüft und für rechtens erklärt, schreibt die Stadtverwaltung in ihrer Beschlussvorlage.

In der Ratssitzung gab es für diese Vorgehensweise nur zwei Gegenstimmen der Linkspartei.

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