Lesung

Hattingen: Ex-Tatort-Kommissar Hoppe liest für den Wolf

Ex-Tatort-Kommissar und Nabu-Wolfsbotschafter Andreas Hoppe las in der Stadtbibliothek in Hattingen aus seinem Buch „Die Hoffnung und der Wolf“

Ex-Tatort-Kommissar und Nabu-Wolfsbotschafter Andreas Hoppe las in der Stadtbibliothek in Hattingen aus seinem Buch „Die Hoffnung und der Wolf“

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Ex-Tatort-Kommissar Andreas Hoppe ist Nabu-Wolfsbotschafter und liest in Hattingen aus seinem Buch „Die Hoffnung und der Wolf“. Was er will.

Sein Buch „Die Hoffnung und der Wolf“ und wie er sich das Zusammenleben mit Wölfen wünscht, stellte der frühere Tatort-Kommissar und Nabu-Wolfsbotschafter Andreas Hoppe in einer Lesung in der Stadtbibliothek vor.

Sein Podium in der Stadtbibliothek ist anschaulich mit Pappmodellen einer Wolfsfamilie dekoriert, für die sich der ehrenamtliche Nabu-Botschafter seit vielen Jahren engagiert. Wölfe hat er selbst bei Exkursionen in Kanada und Rumänien getroffen. Im Kapitel „Die Entdeckung“ beschreibt er diese Erfahrung einer Natur voll monumentaler Kraft, in der Menschen und Wölfe ihren Platz haben.

Ex-Tatort-Kommissar Andreas Hoppe ist Nabu-Wolfsbotschafter und liest in Hattingen

Hoppes Buch ist kein Roman und kein wissenschaftliches Sachbuch, aber ein leidenschaftliches und fundiert recherchiertes Plädoyer für das Zusammenleben mit dem Wolf in Deutschland, der hier vor knapp 200 Jahren ausgerottet wurde.

Seit 2000 leben aber wieder vereinzelte Wolfsrudel in Deutschland. Wölfe sind stark, schlau, unsichtbar – und doch nicht mehr zu übersehen, stellt er in seiner schnellen und fesselnden Lesung fest. Die Haltung ihnen gegenüber ist zwiespältig, diffuse Ängste drücken oft dem Mythos Wolf ihren negativen Stempel auf. Wölfe polarisieren die öffentliche Diskussion. Sie tauchen in der öffentlichen Wahrnehmung meist im Zusammenhang mit Katastrophen auf, sie haben eine schlechte Presse.

Andreas Hoppe ist gegen die Lockerung der Wolf-Abschussbedingungen

Hoppe wendet sich in seinem Buch gegen eine Lockerung der Abschussbedingungen und fordert statt dessen einen besseren Herdenschutz. Der Schutz der Herden- und Weidetiere steht nicht in Widerspruch mit dem Schutz des Wolfes, davon ist er überzeugt. Und Abschüsse ersetzen keinen Herdenschutz. „Der Kampf um Tolkiens Mittelerde ist voll entbrannt,“ stellt er unter dem Beifall der Zuhörer fest.

„Wen interessiert Natur? Warum soll Natur wichtig sein? Wie macht man die Basis des Lebens – Natur und Umwelt – sexy? Das sehe ich als meine Aufgabe – und den Wolf mittendrin“, beschreibt Hoppe zu dem spontanen Applaus der Besucher seine Motivation.

Schauspieler stellt Nachforschungen über die Beziehung Mensch-Wolf an

Er hat Nachforschungen über die Beziehung des Menschen zum Wolf in früheren Epochen angestellt, zum Beispiel im Mittelalter, aus dem die Bilder vom blutrünstigen Werwolf stammen, der als Verkörperung des Bösen unbedingt ausgerottet werden muss. Die Gründe dafür waren Angst und Nahrungskonkurrenz.

Durch das Abholzen von Wäldern verloren Wölfe ihre natürlichen Beutetiere und überfielen daher Herden. Nur wenige haben einen friedlichen Umgang mit dem Wolf propagiert wie Franz von Assisi in der Geschichte vom Wolf von Gubbio, den die Bürger fütterten und der daraufhin keine Herdentiere mehr riss.

Menschen sollen sich ihrer Angst vor dem Wolf stellen

Hoppe hat mit Schäfern, Wolfsforschern und einem Staatssekretär aus dem Umweltministerium gesprochen. Und er fordert die Menschen auf, sich ihrer Angst vor dem Wolf zu stellen, damit sie ihm gegenübertreten können – in einem respektvollen Miteinander.

In einer lebhaften Diskussion antwortet der Schauspieler, der nicht zum ersten Mal unter die Autoren gegangen ist, auf interessierte Fragen der Besucher.

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