Literatur

Hattingen: Erster Gedichtband vom blinden Autor Kleffner

Seinen ersten Gedichtband hat der blinde Hattinger Autor Dieter Kleffner im Edition  Paashaas Verlag veröffentlicht - "Gedichte, die Bände sprechen". 

Seinen ersten Gedichtband hat der blinde Hattinger Autor Dieter Kleffner im Edition  Paashaas Verlag veröffentlicht - "Gedichte, die Bände sprechen". 

Foto: Edition Paashaas Verlag

Hattingen  Der blinde Hattinger Dieter Kleffner veröffentlicht nach Prosa und Romanen im Edition Paashaas Verlag den ersten Gedichtband. Das erwartet Leser.

Der Hattinger Dieter Kleffner veröffentlicht seinen ersten Gedichtband im Edition Paashass Verlag. „Gedichte, die Bände sprechen“ vereint dabei eine Auswahl von Gedichten des blinden Autors aus den vergangenen fünf Jahren.

Sowohl Alltagsbeobachtungen, als auch eigene Erfahrungen werden in den Gedichten verarbeitet

Kleffner verarbeitet in seiner Lyrik sowohl Alltagsbeobachtungen, als auch eigene Erfahrungen. Der Autor erkrankte bereits als Kind an einem Glaukom, besser bekannt als Grüner Star. Bis zu seinem vierzigsten Lebensjahr habe er noch einen „Sehrest“ gehabt. Mittlerweile ist er, Jahrgang 1957, komplett erblindet. Die veränderte Wahrnehmung, die Schärfung der anderen Sinne thematisiert er dabei in seinem Gedicht „Die fünf Sinne des Menschen“. Ohne kitschige Plattitüden, dafür mit einer klaren Sprache und präziser Beobachtungsgabe entführt das Gedicht den Leser in die Welt ohne Sehen. Ohren, Nase, Geschmack und Haut werden Strophe für Strophe in ihren Funktionen beschrieben.

Den Sinn für Humor verliert Kleffner nie

Den Sinn für Humor verliert der Hattinger Kleffner trotz der ernsten Thematik übrigens nie – so auch in einem Gedicht, das den Lebenslauf Jahrzehnt um Jahrzehnt kommentiert. „Eine 100-Jahre-Reise auf dem Weg zum Greise“ ermahnt Kleffners Leser mit einem Augenzwinkern zum Auskosten des Lebens. Das über hundertjährige lyrische Ich wird am Ende gefragt, ob es etwas bereue. Die Antwort spricht Bände: „Mich reut nur noch die Sündenlast,/ die meine Jugend hat verpasst.“

Wenngleich Kleffner bisher im Hattinger Verlag vor allem Prosa und Sachbücher veröffentlichte, hat er schon immer Lyrik verfasst. Seit seiner Mitgliedschaft bei „BLAutor“, einem Arbeitskreis sehbehinderter und blinder Autoren, schreibe er vermehrt Gedichte, sagt er. „Hin und wieder veröffentliche ich meine Gedichte auf Facebook und stelle sie bei Veranstaltungen vor.“ Häufig sei er gefragt worden, wo man seine Lyrik in Buchform erwerben könne. So sei schließlich die Idee entstanden, einen Lyrikband zu veröffentlichen.

Sehr bewusst hat Kleffner den Titel des Gedichtbandes gewählt

Den Titel „Gedichte, die Bände sprechen“ wählte Kleffner ganz bewusst: „In Gedichten lassen sich Dinge verdichten und sehr komprimiert darstellen.“ In der Lyrik könne man Dinge in Kurzform verarbeiten, für die man sonst einen ganzen Roman schreiben müsse.

Hier gibt es den Lyrikband

Der Lyrikband (ISBN 978-3-96174-065-9) ist im Buchhandel für 8,90 Euro erhältlich und zeitgleich als E-Book (4,99 Euro) erschienen.

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