Wanderweg

Hattingen: Eigentümerin sperrt Wanderweg an der Ruhr

Wolfgang Dombrowski ärgert sich über die Sperrung des Wanderweges. „Jetzt kommt man auf dem Rundweg nicht mehr weiter, das ist unglaublich schade“, sagt der Welperaner.

Wolfgang Dombrowski ärgert sich über die Sperrung des Wanderweges. „Jetzt kommt man auf dem Rundweg nicht mehr weiter, das ist unglaublich schade“, sagt der Welperaner.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Seit Wochen ist die Route zwischen DLRG und Gaststätte An der Kost in Hattingen dicht. Die Wanderer sind empört. Die Besitzerin wehrt sich.

Fassungslos sind seit einigen Wochen viele Wanderer, die gerne mit und ohne Hund durch die Wälder und die Ruhrauen spazieren: Seit Mitte Januar ist der Teil des Rundwanderweges an der Ruhr zwischen dem DLRG-Gebäude und der Gaststätte An der Kost gesperrt. Die Eigentümerin hat den beliebten Wanderweg dicht gemacht. Was für viel Bestürzung und Ärger sorgt.

„Das geht doch nicht, das ist doch seit Jahrzehnten ein Weg für die Öffentlichkeit, selbst wenn das ein Privatweg ist“, schimpft Edelgard Kämper, Vorsitzende des Sauerländischen Gebirgsvereins.

Hattingen und Sprockhövel- Mitmachen beim Stadtteil-Check!Die Besitzerin des Grundstücks führt als Argument für die Absperrung „Müll, Partys, Drogen, Alkohol und freilaufende Hunde“ an. Die Stadt Hattingen und der EN-Kreis suchen eine einvernehmliche Lösung, um den Weg wieder zu öffnen.

Öffentliche Bekanntmachung der Eigentümerin hängt seit dem 17. Januar

Auch Wolfgang Dombrowski aus Welper kann seinen Frust nicht verbergen. „Jetzt kommt man auf dem Rundweg nicht mehr weiter, das ist unglaublich schade. Da sind so viele Naturfreunde unterwegs“, sagt er.

Eine „Öffentliche Bekanntmachung der Eigentümer“ vom 17. Januar 2020 hängt in Form eines Schildes an der Absperrung und nennt viele Gründe, warum das Grundstück jetzt gesperrt ist. „Hierzu haben wir uns entschlossen, da die Nutzung uns immer mehr Probleme und Ärger bereitet hat“, heißt es. Man bedauere dies „für die wenigen Nutzer, die sich gegenüber der Natur und unserem Eigentum ordentlich verhalten haben.“

„Bürger mit Kindern und Pechfackeln machen Nacht-Wald-Spaziergänge“

Jeden Tag müssten sie als Eigentümer das Grundstück von Unrat und Müll befreien. „Zu unserem Entsetzen haben wir an der Eisenbahnunterführung einige Rattengiftköder gefunden, die von Unbekannten dort abgelegt wurden“, heißt es weiter. In heißen Sommermonaten würden Grillevents und Partys stattfinden und „Bürger mit Kindern und Pechfackeln machen Nacht-Wald-Spaziergänge“.

Bernd Jeucken, Wanderführer der Berg- und Skigilde, kann es kaum fassen. „Es geht mir nicht nur darum, dass unsere jährliche 64-Kilometer-Tour namens Hammerhart über den Rundweg führt. Gerade das Stück an der Ruhr wird von sehr vielen Spaziergängern, Hundebesitzern und Sportlern gerne als Wanderweg genutzt. Da kann man nur noch sauer werden, wenn plötzlich ein Stück gesperrt ist“, sagt er.

Die Stadt will mit der Eigentümerin reden

Die Stadt ist alles andere als glücklich über diese Maßnahme. „Wir wollen in Kürze mit der Eigentümerin reden. Gespräche sind ja immer besser, als Paragraphen zu bemühen“, sagt Stadtsprecherin Susanne Wegemann. Die Stadt kennt die Klagen der Bürger und möchte auch selbst, dass der Wanderweg den Bürgern wieder zur Verfügung steht. Nicht zuletzt ist er in sehr vielen offiziellen Wanderkarten eingezeichnet.

Der Sauerländische Gebirgsverein wirbt für den Weg. „Es ist ja auch selbst im Hattinger Stadtplan markiert“, so Wegemann. Auch der Kreis ist an einer gütlichen Lösung interessiert. „Die Besitzerin ist ja zurzeit noch in Urlaub. Wir wollen aber, wenn sie wieder da ist, zeitnah ein Gespräch führen, damit der Weg der Bevölkerung wieder zur Verfügung steht“, sagt der Sprecher des EN-Kreises, Ingo Niemann. Erst, wenn das nicht gelingt, werde man sich mit der rechtlichen Seite befassen.

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