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Hattingen: E-Auto bis Hose – das gibt’s bei Andreas Morek

Andreas und Renate Morek stehen in ihrem Geschäft Moden Morek in Hattingen-Welper.

Andreas und Renate Morek stehen in ihrem Geschäft Moden Morek in Hattingen-Welper.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Wie der Inhaber des Textil-Geschäfts Moden Morek in Hattingen-Welper dazu kommt, auch noch als zweites Standbein Elektro-Autos zu vermieten.

Es gibt Kleidungskombinationen, da sagt Andreas Morek von Moden Morek in Hattingen-Welper schon mal: „Das verkaufe ich Ihnen so nicht.“ Und die Kunden wissen: Der Inhaber des Traditionsgeschäfts, der als zweites Standbein inzwischen E-Autos für zwei Jahre vermietet, meint es gut mit ihnen.

Moreks heute 81-jährige Mutter hat ihr erstes Geschäft im Jahr 1967 eröffnet

Beratung ist Andreas Morek (55) wichtig – egal ob in Sachen Mode oder E-Auto-Vermietung. Moden Morek hat er Mitte 1995 von seiner Mutter unternommen. Die heute 81-Jährige hat ihr erstes Geschäft 1967 eröffnet. „Einen Handarbeitsgeschäft auf der Marxstraße mit gerade mal zwölf Quadratmetern“, sagt Morek. Später dann zog sie um auf die Thingstraße. Das erste Textilgeschäft übernahm sie 1974. Seit 1990 ist es in Welper an der Thingstraße 32. Auf 160 Quadratmetern Ausstellungsfläche tummeln sich großzügig präsentiert zu 90 Prozent Damenmode – und nur zu einem kleinen Teil Herrenmode.

„Herren sind Bedarfskunden. Morgen soll es kalt werden? Dann kaufe ich mir morgen eine Jacke. Damen denken schon im Sommer an eine neue Jacke für Herbst und Winter“, hat Morek beobachtet, der ein Mal pro Woche in Modezentren beispielsweise in Düsseldorf oder Paris Ausschau hält nach den neusten Trends. Die anzubieten, ist ihm wichtig. Dabei muss dann aber auch der Preis stimmen. Einige Marken hat er fest im Angebot wie Hosen von Zerres, Jacken von Fuchs und Schmitt, große Größen von Mona Lisa.

Stammkunden zählt das Geschäft viele. „Es passiert auch, dass sie zum Saisonanfang ein Hose, von der sie wissen, dass sie gut sitzt, in vier Farben bestellen“, verrät Morek, der einige Zeit auch einen Laden in der Innenstadt im heutigen Kaufland-Gebäude hatte. „Dass ich da schließen musste, hatte mit der Steilmann-Insolvenz zu tun.“

Eine Kundin wird zweimal im Jahr zum Einkaufen zu Hause abgeholt

Wer sich bei Morek einkleiden möchte, kommt nicht nur aus Welper, sondern auch aus der Innenstadt, den umliegenden Stadtteilen, aus Bochum-Stiepel, Witten oder sogar Essen. „Wir haben eine Kundin, die nicht mehr so mobil ist, die holen wir zwei Mal im Jahr zum Einkaufen bei uns ab“, nennt Morek einen Servicepunkt.

Für Junge wie Ältere bietet er Bekleidung und weiß, dass sich Ältere viel mehr als früher auf Modisches achten. Im Internet hat Morek, der Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen ist, schon Mode verkauft. „Anfangs war das gut, aber dann hat sich das nicht mehr gelohnt.“ Eine wirkliche Konkurrenz ist das Internet für ihn nicht. „Die Kunden, die zu uns kommen, möchten die Ware anfassen und anprobieren. Sie wünschen Beratung.“

„Früher gab es zwei Mal im Jahr einen zweiwöchigen Ausverkauf und fertig“

Was ihn inzwischen an der Branche stört: „Sie ist immer drei Monate zu früh. Außerdem gibt es zu viele Rabatt-Aktionen, früher gab es zwei Mal im Jahr einen zweiwöchigen Ausverkauf und fertig.“ Bei Rabattaktionen mit Ketten mitzuhaltne, sei für ein Inhaber geführtes Geschäft finanziell nicht möglich, erklärt Morek, der seine Ausbildung bei Karstadt absolvierte, einige Semester Wirtschaftswissenschaften studiert hat.

Und der eine neue Geschäftsidee neben der Mode in die Tat umgesetzt hat. Mit einem Freund hat er „e-leese“ gegründet. „Ich habe mir 2014 mein erstes Elektro-Auto gekauft, fahre seitdem elektrisch“, schwärmt Morek. Seine Begeisterung für die E-Mobilität wollte er anderen näher bringen. „Manche scheuen ja den Kauf eines solchen Wagens, weil die Technik sich so schnell entwickelt, dass es bald wieder veraltet ist und schnell an Wert verliert.“ Bei „e-leese“ reichen vier Clicks – und der Kunde kann für eine monatliche Rate das E-Auto seiner Wahl in der Farbe seiner Wahl fahren. „Da ist dann alles mit drin.“ 24 Monate lang. Danach wird das Fahrzeug wieder abgeholt.

Aus ganz Deutschland bestellen Kunden sich einen Wagen

Aus ganz Deutschland bestellen Kunden sich einen Wagen – die Anfragen sind in letzter Zeit stark angestiegen, bemerkt Morek. Der auch hier gerne berät. „Die Reichweitenangst ist zum Beispiel sehr verbreitet.“ Die will er nehmen. Und so ist aus dem Spaß erst eine Idee und inzwischen ein „zweiter Vollzeitjob geworden“, sagt Morek.

In Welper fühlt er sich mit seinem Geschäft wohl. Er lobt, dass inzwischen die Quartiersmanager und engagierte Bürger sehr gut daran arbeiteten, den Stadtteil auch mit Aktionen attraktiver zu machen. Morek selbst ist die Verhaftung im Ort wichtig – darum bietet er mit anderen Einzelhändlern zusammen auch beispielsweise alljährlich eine Nikolaus-Aktion an. „Das nehmen die Menschen hier gut an.“

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