Together For Future

Hattingen: Das Klimabündnis geht jetzt getrennte Wege

Klima-Demo im November: Seite an Seite zogen Jung und Alt als „Together For Future“ durch Hattingen.

Klima-Demo im November: Seite an Seite zogen Jung und Alt als „Together For Future“ durch Hattingen.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Dem Zoff folgt jetzt die Aufteilung: Das Klimabündnis „Together For Future“ in Hattingen hat sich in zwei Gruppen aufgeteilt. Wie es dazu kam:

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„Together For Future“, das Bündnis von jungen und älteren Klimaschützern, hat sich endgültig in zwei Gruppen aufgeteilt.

Sechs Senioren waren der jüngsten Einladung von Martin Klingender zum gemeinsamen Gruppentreffen gefolgt – Jugendliche und viele andere Senioren, die im vergangenen November Seite an Seite für konsequentere Klima-Maßnahmen demonstrierten, fehlten. „Mit Mitgliedern der MLPD werden wir auf keinen Fall mehr zusammenarbeiten“, sagen Luc Stahlhut (17) und Elisabeth Bork (65). „ Wir machen unter unserem Namen ,Together For Future’ weiter – und zwar mit ganz jungen Menschen und auch weiterhin mit vielen Senioren“.

Parteisymbolik wie Flugblätter, Transparente und Fahnen waren ausgeschlossen worden

Wie berichtet, hatte es Ärger gegeben, weil entgegen den verbindlichen Absprachen der Teilnehmer die MLPD-Mitglieder auf Demonstrationen ein Transparent mit der Aufschrift „Rettet die Umwelt vor der Profitwirtschaft – MLPD“ hochgehalten hatten. Klingender selbst ist Mitglied der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD), zudem war auch Jakobus Fröhlich beim Treffen am Dienstag dabei.

„Basisdemokratisch war vorher mit Mehrheit beschlossen worden, dass Parteisymbolik wie Flugblätter, Transparente und Fahnen bei den Umweltthemen nichts zu suchen haben“, kritisiert Hans Przygodda von den Grünen, der zu dem Treffen gekommen war, um über das Verhalten von Fröhlich und Klingender zu reden. „Aber sie haben sich nicht daran gehalten. Das ist mehr als schade, weil doch gerade die Zusammenarbeit mit ganz jungen Menschen und Senioren das Attraktive an dem Zusammenschluss war.“

MLPD-Mitglieder haben nicht an klare Absprechen aus dem Vorfeld gehalten

Es sei ja überhaupt kein Problem, dass Menschen, die sich für das Klima und die Zukunft einsetzen, in einer Partei seien, aber man habe vorher klare Absprachen getroffen, warf der Przygodda den MLPD-Mitgliedern vor.

Elisabeth Bork sieht in den Aktionen System: „Es gibt für die Umwelt so viel zu tun, es geht um Öffentlichen Nahverkehr und Radwege zum Beispiel. Da braucht man keine marxistischen Parolen. Das, was die Partei da tut, praktiziert sie ja in ganz vielen Städten, das scheint zentral gesteuert zu sein“, so die 65-Jährige.

Bei wichtigen Umwelt- und Klimabewegung keine Parteisuppen kochen

Sie findet „ganz besonders unfair“, entgegen den Absprachen, eine Parteifahne bei Demos hochzuhalten, wenn man wisse, dass auch Fotos für die Öffentlichkeit gemacht werden. Sie habe erst im Nachhinein gesehen, dass hinter ihr ein MLPD-Banner gezeigt wurde. „Wir haben keine Lust, dass bei der wirklich wichtigen Umwelt- und Klimabewegung Parteien ihre Parteisuppen kochen.“ Man werde mit den jungen Menschen weitermachen, um für Hattingen viel zu erreichen.

Luc Stahlhut, Juso-Chef in Sprockhövel, betont unterdessen, dass die Teilnehmer von „Together For Future“ überhaupt keine Probleme damit haben, wenn auch Mitglieder unterschiedlichster Parteien sich für das Ziel Klimaschutz bei ihnen in der Gruppe engagieren. „Wir lassen uns aber nicht von Menschen mit ideologischen Parteiprogrammen unterwandern. Das schadet dem Klima“, betont er.

Schon vor Monaten habe Jakobus Fröhlich versucht, in Briefen Druck aufzubauen. Er habe von „Spaltung, Diffamierung und Attacken auf demokratische Parteirechte sowie krassen Antikommunismus“ innerhalb der Umweltgruppe gesprochen. „Das hat ja System, das machen wir nicht mit“, sagt Stahlhut.

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