Finanzamt

Hattingen: Das Finanzamt ist etwas langsamer geworden

Vom elektronischen Absenden einer Steuererklärung bis zum Steuerbescheid benötigten die Sachbearbeiter des Finanzamtes Hattingen im Jahr 2019 durchschnittlich 37,2 Tage – 1,1 Tage mehr als noch 2018.

Vom elektronischen Absenden einer Steuererklärung bis zum Steuerbescheid benötigten die Sachbearbeiter des Finanzamtes Hattingen im Jahr 2019 durchschnittlich 37,2 Tage – 1,1 Tage mehr als noch 2018.

Foto: Oliver Berg / picture alliance/dpa

Hattingen.  Das Finanzamt Hattingen hat die Spitzenposition im Ruhrgebiet bei der Bearbeitungsdauer der Steuererklärung verloren. Das sagt die Behörde dazu.

Das Finanzamt Hattingen hat seine Spitzenposition als schnellstarbeitendes Finanzamt des Reviers verloren.

Nach einer Datenerhebung des privaten Online-Portals „Lohnsteuer-kompakt.de“ vergingen 2019 vom elektronischen Absenden einer Steuererklärung bis zum Steuerbescheid durchschnittlich 37,2 Tage – 1,1 Tage mehr als noch 2018. Herne, das fixeste Finanzamt der Region und auch bundesweit top, brauchte derweil nur 26,6 Tage.

Leicht angestiegene Bearbeitungsdauer beim Finanzamt Hattingen

Im NRW-weiten Vergleich fiel Hattingen durch die leicht angestiegene Bearbeitungsdauer von Platz 3 auf Platz 10, im deutschlandweiten Ranking von Rang 5 auf Rang 15 zurück, allerdings unterbietet die Behörde die bundesweite Bearbeitungsdauer von 54,7 Tagen (2018: 56,1 Tage) weiterhin deutlich. Für das Ranking hatte „Lohnsteuer-kompakt.de“ dabei die Bearbeitungsdauer in 518 Finanzämtern bundesweit anhand von rund 400.000 Kundendaten erfasst.

Dabei kam heraus: Nordrhein-Westfalen hatte 2019 die mit Abstand schnellsten Finanzämter Deutschlands. „Die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen hat 2019 wohl sehr viel richtig gemacht. Zumindest was die Schnelligkeit der Finanzämter angeht“, sagt Felix Bodeewes, Geschäftsführer des privaten Dienstleisters, angesichts der durchschnittlichen Bearbeitungsdauer in seinen Finanzämtern (47 Tage).

Derweil hält man einen Vergleich der Bearbeitungszeiten der Finanzämter bei der Oberfinanzdirektion NRW in Münster für „nicht wirklich aussagefähig“, so David Wulfinghoff, stellvertretender Pressesprecher.

Fall- und Organisationsstruktur der Finanzämter ist sehr unterschiedlich

Die Fall- und Organisationsstruktur sei zu unterschiedlich.

„So können die Bearbeitungszeiten im Laufe eines Jahres unter anderem abhängig von der Verteilung der Steuererklärungseingänge schwanken und sich Bearbeitungszeiten vorübergehend leicht verlängern, wenn der Erklärungseingang in Stoßzeiten, etwa vor Ablauf von Abgabefristen, deutlich ansteigt“, so Wulfinghoff.

Hinzu komme, dass manche Finanzämter weniger so genannte steuerlich beratene Fälle hätten, so dass sie diese in der Regel weniger komplexen Steuererklärungen schneller bearbeiten könnten. „Andere Finanzämter führen mehr Unternehmen, haben mehr steuerlich beratene Fälle mit anderen (verlängerten) Abgabefristen, deren Bearbeitung tendenziell länger dauert.“

Konkrete Angaben zur Situation beim Finanzamt Hattingen indes machte Wulfinghoff nicht.

Hattinger Behörde hatte ihr Bearbeitungstempo zuletzt deutlich forciert

Laut dem Onlineportal „Lohnsteuer.kompakt.de“ hatten die Sachbearbeiter der Behörde ihr Bearbeitungstempo zuletzt allerdings deutlich forciert. So hatten sie 2017 noch durchschnittlich 44,8 Tage für die Bearbeitung einer Steuererklärung benötigt, 2016 gar 50,5 Tage. Was im bundesweiten Ranking damals die Ränge 74 beziehungsweise 206 bedeutete. Und für die hiesigen Steuerzahler: ein deutlich längeres Geduldsspiel.

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