SOZIALES

Hattingen: Caritas startet Pilot-Projekt für cleane Süchtige

Ein Pilot-Projekt für ehemalige Drogenkonsumenten startet die Caritas.

Ein Pilot-Projekt für ehemalige Drogenkonsumenten startet die Caritas.

Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool

Hattingen.  Ein Pilot-Projekt für ehemalige Drogenkonsumenten startet die Caritas. Unter Anleitung sollen sie ihre Freizeit zufriedenstellend gestalten.

Sein Leben nach der Sucht sinnvoll zu gestalten, fällt so manchen ehemaligen Drogenkonsumenten nicht leicht. Hilfestellung soll diesen nun ein neues Gruppen-Angebot des Caritas-Suchthilfezentrums Hattingen/Sprockhövel geben. Der Name: „Freetivity“.

Das Kunstwort, das Assoziationen zu „frei“ und „Aktivität“ schaffen soll, steht dabei für ein Pilot-Projekt der Caritas, in dem junge Erwachsene im Alter von 18 bis 35 Jahren zusammen gemeinsam etwas in ihrer Freizeit unternehmen. Die einzelnen Aktionen sollen dabei bei einem unverbindlichen Kennenlern-Abend mit den Teilnehmern abgestimmt werden, sagt Sozialarbeiter Nils Johannböcke, der die Gruppe zusammen mit Sozialarbeiterin Sabine Keinhörster leiten wird.

Oft bleiben auch Nicht-mehr-Süchtige sozial isoliert

Menschen mit einer Suchtproblematik, so Johannböcke, verlören mit dem Drogenkonsum vielfach den inneren Antrieb, etwas zu unternehmen. Zudem schränkten sie während der Suchtphase ihren Freundeskreis stark ein, blieben in der Folge oft auch als Nicht-mehr-Süchtige sozial isoliert: Dies hätten er und seine Kollegin in zig’ Klientengesprächen festgestellt

In der Gruppe „Freetivity“ könnten die Ex-Süchtigen lernen, Dinge wiederzuentdecken, die ihnen Spaß machen. „Zufriedenstellende Freizeitbeschäftigungen unter Berücksichtigung von Zeit und finanziellen Mitteln“ nennt Johannböcke hierbei als Ziel. Denkbar sei dabei vieles – vom Boule-Spielen über Radtouren bis hin zu Museums- oder Kinobesuchen. Diese Art der Aktivierung wie auch der Austausch mit den übrigen Teilnehmern der Gruppe solle dabei helfen, die ehemaligen Konsumenten in ihrer Abstinenz auch für Krisenphasen zu stabilisieren.

Teilnehmer an der Gruppe müssen stabil Drogen-abstinent sein

Die Teilnahme an „Freetivity“ ist kostenlos, nur die Kosten der Freizeitaktivitäten müssen zum Teil selbst getragen werden. Wer mitmachen möchte, muss stabil Drogen-abstinent sein. Starten soll „Freetivity“ am Dienstag, 6. Oktober, in den Räumen der Caritas an der Heggerstraße. Eine Voranmeldung und ein Vorgespräch sind indes zwingend erforderlich. Kontakt: Nils Johannböcke, Sabine Keinhörster, 02324/92560.

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