Corona-Krise

Corona: Hattinger Bürgertelefon will Sicherheit geben

„Bei uns wird jede Frage ernst genommen“,  sagt Carola Leineweber. Sie ist eine von zehn Mitarbeiterinnen am Bürgertelefon der Stadt Hattingen.​

„Bei uns wird jede Frage ernst genommen“, sagt Carola Leineweber. Sie ist eine von zehn Mitarbeiterinnen am Bürgertelefon der Stadt Hattingen.​

Foto: Stadt Hattingen

Hattingen.  Eine neue Service-Rufnummer der Stadt Hattingen bietet Hilfe bei Fragen zum Coronavirus. Carola Leineweber erklärt ihre Arbeit am Bürgertelefon.

Darf ich mein Geschäft noch öffnen? Was muss ich tun, wenn ich die Miete nicht mehr zahlen kann? Ist es weiterhin erlaubt, für andere Menschen Lebensmittel einkaufen? Solche Fragen hört Carola Leineweber momentan häufig. Sie ist Mitarbeiterin des Bürgertelefons der Stadt Hattingen. Und damit Anlaufstelle für die Sorgen der Hattinger während der Corona-Zeit.

„Bei uns wird jede Frage ernst genommen“, betont Leineweber. „Egal wie banal die Frage sein mag, wir versuchen, sie zu beantworten.“ Sie versteht sich als Dienstleisterin, will für die Menschen da sein. „Das ist uns wichtig. Wir wollen den Leuten vermitteln, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind.“

Viele seien verunsichert und wissen nicht, was sie noch dürfen und was nicht. „Da war zum Beispiel eine ältere Dame, die einen Freund in Bochum betreut. Sie will nichts falsch machen und hat uns deshalb gefragt, ob sie das noch weiter machen kann.

Das Angebot wird gut angenommen

Oder eine andere Frau, die auf den Rollator angewiesen ist. Für sie ist es nicht möglich, mit Einkaufswagen in den Supermarkt zu gehen.“ Der ist aktuell aber in vielen Läden Pflicht, zur Einhaltung des Sicherheitsabstandes. „Sie durfte den Markt deshalb nicht betreten. Wir haben das dann geklärt.“ Auch Fragen wie „Kann ich meinen Personalausweis zurzeit abholen?“ oder „Hat der Wertstoffhof geöffnet?“ hat sie schon beantwortet.

Das Angebot wird gut angenommen. „Die Bürger sind sehr nett und freuen sich über die Hilfe. Sie sind verständnisvoll mit uns und merken, dass wir ihnen helfen wollen.“ Wo keine direkte Hilfe gegeben werden kann, werden die Anrufer an die zuständigen Fachbereiche weitergeleitet.

Auch bei den Firmen stellen sich durch die neue Situation viele Fragen

Auch bei den Firmen stellen sich durch die neue Situation viele Fragen, sagt Carola Leineweber: „Was darf ich in meinem Geschäft noch verkaufen? Darf ich es überhaupt öffnen? Und wo bekomme ich finanzielle Unterstützung für mein Unternehmen? Auch solche Probleme versuchen wir zu lösen. Dabei müssen wir uns natürlich auch selber immer wieder neu darüber informieren, was aktuell erlaubt ist und was nicht.“

Gestartet wurde das Hattinger Bürgertelefon, als sich gezeigt hatte, dass der EN-Kreis mit der Menge der Anfragen bei der kreisweiten Anlaufstelle überfordert ist. „Da wollen wir als Stadt unter die Arme greifen und die Mitarbeiter dort entlasten“, so Leineweber. Das Bürgertelefon des Kreises sei jetzt nur noch für medizinische Belange zuständig. „Bei allem anderen versuchen wir zu helfen.“ Seit einer Woche arbeitet sie in dieser neuen Rolle.

Die Mitarbeit erfolgt auf freiwilliger Basis

Insgesamt zehn Mitarbeiter sind für das Bürgertelefon am Apparat. Sie kommen aus verschiedenen Bereichen der Verwaltung. „Vier von uns sind aus dem Fachbereich Soziales, die anderen kommen zum Beispiel aus der Stadtbibliothek oder dem Kulturbüro. Wir arbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb, die Telefone sind immer von fünf Leuten besetzt“, weiß Leineweber.

Die Mitarbeit erfolgt auf freiwilliger Basis. „Wir wurden gefragt, wer mitmachen möchte. Das war für mich selbstverständlich, dass ich dabei bin.“

„Dass wir direkte Hilfe leisten können, finde ich sehr gut“

Wenn ihre Schicht vorüber ist, geht Leineweber ihren regulären Aufgaben nach. Eigentlich kümmert sie sich um die Unterhaltsvorschusskasse und hilft alleinerziehenden Müttern und Vätern, wenn das andere Elternteil keinen Unterhalt zahlt. Länger arbeiten muss Carola Leineweber durch die zusätzlichen Aufgaben nicht: „Wir haben grundsätzlich flexible Arbeitszeiten, von daher ergeben sich da bei mir keine Änderungen.“

Verglichen mit ihrem normalen Job sei die Arbeit nicht unbedingt stressiger oder entspannter, sagt Carola Leineweber, aber definitiv anders. „Es macht mir trotzdem Spaß.“ Sie findet die Aufgabe sehr spannend und ist froh, wenn sie helfen kann: „Dass wir direkte Hilfe leisten können, finde ich sehr gut“, sagt sie.

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