Stadtrat

Hattingen: Bürgermeister Glaser wehrt sich gegen Vorwürfe

Bürgermeister Dirk Glaser wehrt sich gegen Vorwürfe, die in den Etatreden erhoben wurden.

Bürgermeister Dirk Glaser wehrt sich gegen Vorwürfe, die in den Etatreden erhoben wurden.

Foto: / Funke Foto Services

Hattingen.  Der Ton im Rat der Stadt Hattingen ist ruppiger geworden. Das haben die Etatreden gezeigt. Ein Vorgang wird jetzt juristisch geprüft.

Hart in der Sache, moderat im Ton – das galt bisher als Messlatte für die politische Debattenkultur in Rat der Stadt Hattingen. Auch am Dienstagabend ging’s munter zur Sache, allerdings deutlich ruppiger als sonst.

Menschlich getroffen fühlte sich die CDU gleich zu Beginn des parlamentarischen Schlagabtausches im Ratssaal. Die Christdemokraten hatten moniert, dass der Antrag der SPD zum Fontänenfeld für mehr Klimaschutz erst eine halbe Stunde vor Sitzungsbeginn eingegangen war.

„So geht man nicht miteinander um“

SPD-Fraktionschef Achim Paas konterte mit einem Hinweis auf den Sitzungstermin. „Der Rat tagt sonst immer donnerstags. Da bleibt nach den Fraktionssitzungen am Montagabend genügend Zeit, Anträge rechtzeitig einzureichen. Heute tagen wir an einem Dienstag, weil ein CDU-Stadtverordneter am Donnerstag einen runden Geburtstag feiert. Beschweren Sie sich also nicht.“

CDU-Fraktionschef Gerhard Nörenberg bestätigte den Geburtstag, wies den SPD-Vorwurf der Einflussnahme auf Sitzungstermine aber vehement zurück. „Eine Unverschämtheit. So geht man nicht miteinander um“, schimpfte er.

Einflussnahme auf die Stadtgestaltung

Ähnliches wird sich auch Dirk Glaser bei der Haushaltsrede von Friedhelm Knippel gedacht haben. Der Fraktionschef der Linken hatte dem Bürgermeister zugerufen, er biete ihm 1000 Euro mehr als ein stadtbekannter Unternehmer, der mit Sponsorengeldern offenbar Einfluss auf die Stadtgestaltung nehme.

„Haben Sie mir gerade öffentlich vorgeworfen, korrupt zu sein“, wollte Glaser wissen, als Knippel seine Rede beendet hatte. „Ich habe das anders interpretiert, möchte von Ihnen jetzt aber eine Antwort haben. Rechtliche Schritte behalte ich mir vor.“

„Die Stadtverwaltung belügt nicht und betrügt nicht“

Nach einer Sitzungspause teilte Glaser den Stadtverordneten mit, er habe mit Friedhelm Knippel gesprochen und werde den Vorgang jetzt noch einmal grundsätzlich bewerten. Schließlich dürfe auch der angesprochene Unternehmer nicht zu Schaden kommen.

Da war der nächste Konflikt schon passiert. Denn auch Gunnar Hartmann von der Fraktion Linke-Piraten ging die Stadtspitze mit schweren Vorwürfen an. In seiner Etatrede, den er singenderweise mit dem Lied „Ein Loch ist im Eimer“ eingeleitet hatte, beklagte er mehrfach, die Bürger würden von der Stadt belogen und betrogen.

„Die Stadtverwaltung belügt nicht und betrügt nicht“, wies Dirk Glaser den Fraktionschef zurecht.

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