Gemeindeordnung

Hattingen bekommt keinen Namenszusatz auf dem Ortsschild

Foto: Udo Kreikenbohm

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Foto: WAZ

Hattingen.  Eine Änderung der Gemeindeordnung erlaubt es Städte mit einem Namenszusatz zu versehen. Hattingen bleibt ohne Zusatz. Die Reduzierung der Stadt auf einen bestimmten Aspekt sei schwierig, begründet die Stadt. Der Austausch der Ortseingangsschilder verursacht zudemhohe Kosten.

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Autofahrer in NRW dürften sich bald wundern. Wer etwa in die Orte Attendorn, Brüggen oder Saerbeck hineinfährt, den heißt bald nicht mehr der bloße Stadtname auf dem Ortseingangsschild willkommen, sondern auch die Hansestadt, die Burggemeinde oder die NRW-Klimakommune. Weil der Landtag im Oktober 2011 Gemeindeordnung und Kreisordnung geändert hatte, dürfen künftig elf NRW-Städte Namenszusätze führen. Hattingen sucht man vergeblich in der Liste zwischen Orten wie Hövelhof, Hückeswagen oder Enger.

Hattingen als Hansestadt oder Dreiburgenstadt

Allerdings habe sich die Stadt auch nie wirklich darum bemüht, beklagt sich WAZ-Leser Thomas Röthig in einem Leserbrief. „Da liest man von der Klingenstadt Solingen, der Hansestadt Wipperfürth, der Schloss-Stadt Hückeswagen. Und wir alle kennen die Domstadt Köln. Warum ergreift Hattingen keine Initiative?“ Hattingen sei schließlich im Mittelalter auch eine Hansestadt gewesen, schreibt Röthig. Als eine „gute Aktion“ bezeichnet er die Namenszusätze und gibt auch ein paar Vorschläge zum besten: „Hansestadt, Dreiburgenstadt oder Stadttorestadt Hattingen.“

Austausch der Ortseingangsschilder wäre teuer

Etwas kritischer sieht Heimatforscher Lars Friedrich die Einführung von Namenszusätzen. „Ich halte das zwar für eine durchaus sehr spannende Sache und fände es auch schön, wenn es so etwas gäbe Aber man muss dies natürlich auch unter dem Kostenaspekt sehen.“ Gar nicht vorstellen möchte er sich nämlich, wie viele Ortseingangsschilder es in Hattingen gibt, die dann alle ausgetauscht werden müssten. „Die Sache würde wohl ziemlich teuer werden. Das sollte man besser nicht dem Kämmerer vorlegen“. Andere Themen hätten wahrscheinlich Priorität, vermutet Friedrich. „Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass Bürger die Patenschaft für einzelne Ortseingangsschilder übernehmen würden. Dies könnte zumindest die Finanzierung sichern.“ Falls es doch irgendwann zu den Namenszusätzen kommt wäre Friedrichs Favorit übrigens Fachwerkstadt Hattingen.

Reduzierung auf einen Aspekt sei schwierig

Seitens der Stadt habe es zumindest Überlegungen gegeben die Ortseingangsschilder mit Namenszusätzen zu versehen. Letztlich blieb es aber bei der bloßen Idee. Die Umsetzung blieb aus. Begründung: Sinn der Aktion sei es ja einen einzigartigen Zusatz zu finden, erklärt Stadtsprecherin Susanne Wegemann. „Zum einen ist es schwierig, wenn nicht gar unmöglich, einen unverwechselbaren Zusatz zu finden. Zum anderen wollen wir uns nicht auf eine Aussage reduzieren lassen.“ Hattingen sei vielfältig und das wolle man auch nach Außen repräsentieren. Die Stadtsprecherin denkt dabei besonders an die Vielfältigkeit als Industriestandort, Wohnstadt, Altstadt, Naturraum und Freizeitstandort. „Das lässt sich auf einem Schild nicht darstellen.“ Nicht zuletzt sei das Auswechseln der Schilder mit hohen Kosten verbunden, so Wegemann.

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