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Hattingen: Bei Lünemann gibt’s (fast) alles – und Atmosphäre

Barbara Lünemann vor dem antiken Schubladenschrank, der in ihrem Geschäft an der Essener Straße in Hattingen-Niederwenigern eine ganze Wand einnimmt.

Barbara Lünemann vor dem antiken Schubladenschrank, der in ihrem Geschäft an der Essener Straße in Hattingen-Niederwenigern eine ganze Wand einnimmt.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Hattingen.  In Barbara Lünemanns Geschäft in Hattingen-Niederwenigern gibt es Geschenke, Haushaltswaren, Porzellan, Spielzeug – und eine besondere Atmosphäre.

Etwas, das es nicht gibt, gibt es nur schwerlich bei Lünemann in Hattingen-Niederwenigern. Das Geschäft von Barbara Lünemann ist eine wahre, liebevoll dekorierte Schatzkammer voll schöner und nützlicher Dinge.

„Machen Sie bloß nicht zu, so etwas findet man sonst nirgendwo mehr“

„Machen Sie bloß nicht zu, so etwas findet man sonst nirgendwo mehr“, hört Barbara Lünemann nicht selten von Kunden, die das Eckgeschäft an der Essener Straße 29. Und sagt dann: „Dann müssen die Menschen aber auch hier kaufen, sonst geht das nicht.“

Von der einzelnen Schraube oder Öse über Rouladennadeln, sämtliche Haushaltswaren, Kühlakkus, Pumpfix, Toilettenbürsten, Besen, Alufolie, Bilderrahmen, Töpfe, Pfannen, Spardosen, Mülleimer, Fußmatten über hochwertiges Porzellan, Tischwäsche, Kerzen, Kissen, Kleiderbügel, Kochlöffel, Box für Kaffeekapseln, Kaffeemaschinen aller Art, Fliegengitter bis hin zu Koch- und Kinderbüchern oder Spielzeug sowie Deko-Artikeln für Haus und Garten gibt es. Nahezu endlos ließe sich die Aufzählung fortsetzen. Dabei heißt das Geschäft ganz schlicht „Geschenke Lünemann“.

In Ecken und Winkeln macht das Stöbern Spaß – eine besondere Einkaufsatmosphäre

Wer das Ladenlokal mit dem roten Fußboden betritt, den empfängt echtes Kerzenlicht in Windlichtern. In Ecken und Winkeln macht das Stöbern Spaß: eine besondere Einkaufsatmosphäre. „Wir wollen es hier schön haben“, sagt Barbara Lünemann (52). Wo heute „im Studio“ Villeroy&Boch-Porzellan und Gmundner-Keramik hübsch dekoriert in Vitrinen steht, war einst eine Schmiede. „1629 hat die Familie meines Mannes sie da eingerichtet“, erzählt Barbara Lünemann, die das Geschäft 1988 von ihren Schwiegereltern übernommen hat. Erst aber hat sie dort lange mitgearbeitet. Und darum weiß sie, dass es früher auch Öfen hier zu kaufen gab oder Fahrräder.

„In den 1960er-Jahren nahm meine Schwiegermutter dann auch Porzellan dazu“, berichtet die Inhaberin des Ladens gleich gegenüber des Mauritius-Doms, der etwa 250 Quadratmeter groß ist. Heidehof, Krankenhaus, Seniorenheim bringen Kunden. Viele Stammkunden auch aus Essen kommen, aber eben außerdem Besucher von Patienten. Darum gibt es Glücksbringer und „Engel to go“ ebenso wie Holzbrettchen, Besteck, Servietten.

Kleine Geschenke für Kindergeburtstage – Stöbernde können viel entdecken

Sehr groß war der Kundenzulauf, daran erinnert sich Barbara Lünemann noch gut, als damals Karstadt im Zentrum schloss und „die Kunden dann hier ihre Ersatzteile kauften“. Heute geht das Telefon häufiger, weil Kunden im Internet nach Artikeln gucken, dann fragen, ob sie bei Lünemann vorrätig sind – und was sie denn im Laden kosten.

Kleine Geschenke für Kindergeburtstage, Kinderspielküche aus Holz, Kuscheltiere von Steiff oder Sigikid, Playmobil von Heidi bis Polizei – und sogar Riedeler-Puppenhaus-Püppchen können Stöbernde entdecken. „Manche kramen ihr altes Puppenhaus hervor, wenn die Eltern zum Beispiel versterben, dann stehen sie vor der Wahl, ob sie es wegschmeißen oder Fehlendes ersetzen“, beschreibt Barbara Lünemann. Viele möchten dann gerne ersetzen – und freuen sich über die Püppchen.

Lünemann besucht die Messen des Einkaufsverbands Bielefeld

Barbara Lünemann ist Mitglied im Einkaufsverband Bielefeld, fährt zwei Mal pro Jahr auf dessen Messe, besucht weitere Messen, beispielsweise die Ambiente in Frankfurt. „Die regionalen Messen sind leider weggefallen. Es gibt noch Hausmessen von Vertragspartnern, aber dann ist man bald jedes Wochenende unterwegs.“

Beratung ist vielen Kunden wichtig, sie möchten außerdem beispielsweise Geschirr gerne anfassen, die Farben nicht nur aus dem Katalog beurteilen. Und mancher Stammkunde kommt einfach mal vorbei auf einen Plausch, ganz ohne besonderes Anliegen.

In einer Ecke nimmt ein antiker Schubladenschrank die Wand ein

In einer Ecke des Geschäfts nimmt ein antiker Schubladenschrank die Wand ein. „An dem haben viele Kunden Interesse“, sagt Barbara Lünemann schmunzelnd. Aber sie gibt ihn nicht her. Noch von ihren Schwiegereltern von Hand beschriftet sind viele Schubladen, in denen Mausefallen, Ösen, Nägel, Wandhalter für Teller, Bilderhaken, Flaschenöffner und vieles andere Nützliche aufbewahrt ist.

Zu Ostern moderne und klassische Eierbecher und Deko – zu Weihnachten eben Weihnachtliches: Ständig bekommt Barbara Lünemann neue Ware zu den Klassikern. Und wer jetzt denkt, er hat daheim viel Staub zu wischen. Der möge zu Lünemann kommen und staunen. „Aber das macht mir und der Aushilfe Spaß. Wenn wir hinten fertig sind, fangen wir vorne wieder an. Aber so nehmen wir die Teile in die Hand, dekorieren um, sortieren Neues ein“, schwärmt sie von ihrer Arbeit in ihrem Einzelhandels-Fachgeschäft.

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