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Hattingen: Bei Farhad Bijan-Irani gibt’s nur Handgeknüpftes

Farhad Bijan-Irani zeigt einen teuren handgeknüpften Teppich in seinem Geschäft „Orient-Teppich-Haus Bijan“ in Hattingen.

Farhad Bijan-Irani zeigt einen teuren handgeknüpften Teppich in seinem Geschäft „Orient-Teppich-Haus Bijan“ in Hattingen.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Das Orient-Teppich-Haus Bijan in Hattingen legt Wert auf Qualität und Beratung. Betrüger machen dem Fachhändler immer wieder das Leben schwer.

In der dritten Generation führt Farhad Bijan-Irani das „Orient-Teppich-Haus Bijan“ an der Bahnhofstraße in Hattingen. Bei ihm gibt’s nicht nur Teppiche für den Boden, sondern auch für den Tisch oder die Wand. Und alle sind aus Schurwolle oder Seide – und von Hand geknüpft, betont er.

Farhad Bijan-Irani (63) ist mit seinem Fachgeschäft inzwischen seit 27 Jahren in Hattingen. „Vorher war ich in anderen Städten. Aber dann war ich einmal hier in Hattingen zum Altstadtfest. Da hat mich die Stadt so begeistert, dass ich danach hier das Geschäft eröffnet habe.“

Bijan-Irani führt Teppich-Fachhandel in Hattingen in dritter Generation

Anfangs mietete der aus dem Iran stammende Bijan-Irani ein Ladenlokal an der August-Bebel-Straße. „Dann wurde das Ladenlokal hier an der Bahnhofstraße frei“, erklärt er.

Bereut hat er den Schritt nicht. „Ich habe viele treue Kunden, nicht nur aus Hattingen.“ Denn durch Mund-zu-Mund-Propaganda finden auch Kunden aus Berlin, Hannover, Bremen, Düsseldorf und Köln den Weg zu ihm. Ihm ist es wichtig, dass die Interessierten die Teppiche ansehen, anfassen können. „Denn beispielsweise Farben und Qualität kommen bei einem Foto gar nicht rüber“, erklärt er. Jeder Teppich bei ihm sei ein Einzelstück.

Teppich kann vor dem Kauf zur Probe einige Tage daheim liegen

Das Orient-Teppich-Haus bietet einen besonderen Service. Gefällt den Kunden ein Teppich, liefert Bijan-Irani ihn zur Probe nach Hause. „Dann können die Menschen gucken, ob ihnen der Teppich auch bei jedem Licht – und zum Scherz sage ich auch bei jeder Laune – gefällt.“

80 Prozent der Teppiche in dem 240 Quadratmeter großen Ladenlokal, das sich über zwei Etagen erstreckt, kommen aus Persien. 20 Prozent aus anderen Ländern. In den Iran fährt Bijan-Irani selbst zum Einkauf. Seit einiger Zeit bemerkt er, dass der Trend wieder hin zum Orient-Teppich geht. „Denn viele, die immer mit der Mode gegangen sind, haben gemerkt, dass man sich einen dauernden Teppichwechsel gar nicht leisten kann. Oder man kauft schlechte Qualität“, erörtert der Fachhändler.

Reparatur und Reinigung gehört auch zum Service

Beratung ist Bijan-Irani wichtig. Und da kann es auch passieren, dass ein Kunde, der einen neuen Teppich erstehen möchte, weil der alte „kaputt“ ist, den Rat bekommt, den alten reparieren zu lassen. „Oft ist ein Teppich ja nur an den Fransen oder Kanten beschädigt. Da ist eine Reparatur billiger als ein neuer Teppich.“ Reparaturen und Reinigungen von Teppichen gehören auch zum Service des Orient-Teppich-Hauses, in dem neben Bijan-Irani ein Mitarbeitet arbeitet.

Wer an dem Eck-Geschäft an der Bahnhofstraße 1 vorbeischlendert, kann mehr als Teppiche entdecken. Afrikanische Figuren stehen da neben goldenen Buddhas vor einem ausgefallenen Chaiselongue in der Nähe von großen Kranichfiguren. Porzellan-Vasen, -Schmetterlinge und -aschenbecher, Marmorkugeln als Deko, ein Bild von einem Mönch mit Weinglas gibt es ebenso wie ein kostbares Teppichbild oder vergoldete Karaffen. „Diese Dekorationen sind nach und nach dazu gekommen. Früher hatte ich nur Teppiche. Dann habe ich mal zur Deko Vasen aufgestellt - und die Kunden fragten mich dann, was sie kosten.“

Dekorationen und Taschen bereichern das Angebot

Und so bietet Bijan-Irani inzwischen einen Mix an: Samowar, Kerzenleuchter, bunte, robuste Taschen, Uhren, ein buntes Tischchen mit Füßen in Form von hochhackigen roten Schuhen, Spiegel, Gildeclowns, ein Tischchen mit Schachbrett, Lampen, ein mit Stoff überzogener Krug, eine Couch. Hasenfiguren sitzen neben bunten asiatischen Drachen, unweit steht ein Golfspieler. Auf einem Teppich ist naturgetreu ein Pferd zu sehen - auf einem anderen Wandteppich ein asiatisches Pferdemotiv. Ein Buddha sitzt neben einer Skulptur eines Mannes mit Pfeife und Esel. „Außerdem habe ich Elisa-Figuren.“ Alle Figuren sind limitiert und werden mit personalisierten Zertifikaten ausgegeben.

Doch das Hauptgeschäft bleiben die Teppiche. Und da hat Bijan-Irani oft mit Betrügern zu kämpfen. „Sie geben sich als ein Verwandter von mir aus und suchen Menschen daheim auf, um Billigteppiche zu verkaufen. Davor kann ich nur warnen.“

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