Aphorismus-Wettbewerb

Hattingen: Aphoristiker suchen den Streit im Wettbewerb

Dr. Jürgen Wilbert (rechts) und Dr. Friedemann Spicker führen das Deutsche Aphorismus-Archiv seit seiner Gründung.

Dr. Jürgen Wilbert (rechts) und Dr. Friedemann Spicker führen das Deutsche Aphorismus-Archiv seit seiner Gründung.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Beim Wettbewerb „Streitbar und umstritten“ geht es um politische Aphorismen. Das Archiv ist jetzt von Blankenstein nach Düsseldorf umgezogen.

Dass Aphorismus streitbar ist, ist unbestritten. Jetzt suchen die Aphoristiker den Streit im Wettstreit. „Streitbar und umstritten. Aphorismus zu Gesellschaft und Politik“ lautet das Leitthema zum Aphorismenwettbewerb 2020, der bereits angelaufen ist. Bis zum 15. Februar noch können sich Freunde der kleinen Gattung daran beteiligen.

„100 Einsendungen haben wir bereits erhalten. Das sieht nach einer guten Teilnahme aus“, ordnet Jürgen Wilbert den bisherigen Verlauf des Wettbewerbs ein. Er ist Vorsitzender des Fördervereins des Deutschen Aphorismus-Archivs, das seinen Sitz und Blankenstein hat und den wortspielerischen Wettkampf ausrichtet.

Gewinner erhält 500 Euro Preisgeld und den „Hattinger Igel“

„Was macht die Sprache mit uns, wenn sie das eine Mal ein Spiel, das andere Mal eine Ansicht ,bestreitet’“, fragt Jürgen Wilbert. Und: „Hat Streitkultur überhaupt noch etwas mit Kultur zu tun, oder ist es eine Beschönigung?“

Auch warum das Wort „umstritten“ stets negativ beurteilt werde, sei durchaus interessant, findet der ehemalige Leiter der Volkshochschule – und freut sich auf die Einsendungen des stets bundesweit, mitunter auch international bestückten Teilnehmerfeldes.

Der Gewinner des Wettstreits wird wieder 500 Euro Preisgeld und den „Hattinger Igel“, eine Radierung des Künstlers H. J. Uthke, mit nach Hause nehmen dürfen. Alle Preisträger stellen ihre ausgezeichneten Gedankensprünge im Rahmen einer Sonntagsmatinee im Mai vor.

Aphoristikertreffen findet im November statt

Im November steigt dann das zweite Großereignis des Deutschen Aphorismus-Archivs 2020. Das Aphoristikertreffen findet vom 6. bis zum 8. November im Stadtmuseum in Blankenstein statt. Auch dabei wird es ums Streiten gehen.

Reden, Diskussionen und Kulturprogramm sind ganz auf das Thema ausgerichtet – ganz im Sinne von Marie von Ebner-Eschenbachs Erkenntnis „Nicht jene, die streiten, sind zu fürchten, sondern jene, die ausweichen“.

Apropos ausweichen: Der Buchbestand des Deutschen Aphorismus-Archivs ist inzwischen komplett von Blankenstein nach Düsseldorf umgezogen. Rund 3000 Bände haben ihren neuen Platz in der Universitäts- und Landesbibliothek gefunden. Jürgen Wilbert vom Förderverein und Friedemann Spicker, Leiter des Archivs, wollen so den Bestand der Einrichtung langfristig sichern. Und Platzmangel ist dabei nicht der einzige Grund.

Der Verein bleibt in Hattingen

„Wir werden jetzt beide 75 Jahre alt, da müssen wir uns über die Zukunft des Archivs Gedanken machen“, sagt Wilbert. In Düsseldorf werde der Bestand an einem höchst prominenten Standort weiterhin gehütet und gepflegt. Als Anlaufstelle für Aphorismus-Freunde blieben die Räume in der zweiten Etage des Stadtmuseums in Blankenstein aber erhalten. „Der Verein bleibt in Hattingen“, betont Wilbert.

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