Gericht

Haftstrafe nach Angriff am S-Bahnhof in Hattingen

Tatort S-Bahnhof: Hier hat der Angeklagte Hattinger im November 2019 einen Mann so schwer verletzt, dass der ins Krankenhaus musste.

Tatort S-Bahnhof: Hier hat der Angeklagte Hattinger im November 2019 einen Mann so schwer verletzt, dass der ins Krankenhaus musste.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Der Angeklagte hat sein Opfer am S-Bahnhof in Hattingen offenbar mit einem Messer verletzt. Streit um Geld soll der Auslöser gewesen sein.

Die Strafakte des Angeklagten M. reicht bis ins Jahr 2001 zurück. Immer wieder fiel der 35-Jährige wegen Körperverletzung auf. Die letzte Verurteilung ist zwar schon fünf Jahre her, wie der Verteidiger feststellte. Aber am 2. November 2019 war es wieder so weit.

Der drogenabhängige M. verletzte einen Bekannten am S-Bahnhof in Hattingen so schwer, dass das Opfer blutend ins Krankenhaus gebracht werden musste. Richter Johannes Kimmeskamp verhängte deshalb eine Strafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung.

In dem Gespräch ging es wohl um Geld

Ein 57-jähriger Zeuge war geladen worden, weil er die Situation am S-Bahnhof mitbekommen hatte. Er war an dem Tag von Essen mit der Bahn nach Hattingen gefahren und wollte ins Einkaufszentrum. Als er aus der Bahn ausgestiegen war, bekam er folgende Szene mit.

Es war da eine Gruppe junger Leute, die diskutierte. Später gab der 57-Jährige zu Protokoll, dass es in dem Gespräch wohl um Geld ging, das der Angeklagte von seinem späteren Opfer einforderte. Dann sah der Zeuge, wie M. plötzlich mit einem Messer hantierte. Er informierte den Fahrer der Straßenbahn und rief die Polizei. Die streitende Gruppe lief dann Richtung Innenstadt.

Immer wieder wegen Körperverletzung verurteilt

„Ich blieb in sicherem Abstand hinter der Gruppe und informierte die Polizei über ihren jeweiligen Standort. Die Beamten konnten den Täter ja auch festnehmen“, sagt der 57-Jährige. Ob irgendwer verletzt wurde, habe er nicht gesehen. Das allerdings konnte ein anderer Zeuge, ein junger Mann aus Niederwenigern, bestätigen, der direkt mit dabei war. Über das Opfer sagte er: „Ich hab gesehen, dass er am blutete. Da habe ich den Krankenwagen gerufen und bin mit zum Krankenhaus gefahren.“

Seit Jahren wurde M. immer wieder wegen Körperverletzung verurteilt, saß auch schon in Haft wegen dieser Delikte. Und seit Jahren versuchte man, ihn wegen seiner Drogenabhängigkeit zu therapieren. „Aber mein Mandant hat immer wieder die Therapien abgebrochen, weil er meint, er schafft es alleine“, stellte der Anwalt fest. „Aber das geht gar nicht.“

Es gibt auch psychische Beeinträchtigungen

Sowohl ambulante als auch stationäre Therapien waren in den vielen Jahren nicht von Erfolg gekrönt. Außerdem wurde auch erwähnt, dass der 35-Jährige psychische Beeinträchtigungen hat.

Die Staatsanwältin plädierte unter Berücksichtigung der gesamten Vorgeschichte für eine Haftstrafe von deutlich über einem Jahr. Der Verteidiger von M. räumte zwar ein, dass es in diesem Fall nicht mit einer Geldstrafe getan sei. Er gab aber zu bedenken, dass die letzte Tat sechs Jahre, die letzte Verurteilung bereits fünf Jahre her sei, und bat das Gericht, diesen Umstand bei dem Strafmaß mit zu berücksichtigen.

„Ich möchte von den Drogen wegkommen“

Wegen gefährlicher Körperverletzung und Drogenbesitzes verurteilte Richter Johannes Kimmeskamp den 35-Jährigen Hattinger zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung und betonte, dass eine Therapie bei dem Strafmaß möglich ist.

Der Angeklagte erklärte, es tue ihm leid. Er habe nicht überschaut, was er da tut. Und er äußerte einen Wunsch: „Ich möchte von den Drogen wegkommen.“

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