Einzelhandel

Händler fordern: Kunden müssen Einzelhandel stärken

Peter Blome, Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes, in seinem Schuhhaus Heller. Das klassische Weihnachtsgeschäft gibt es hier schon lange nicht mehr.

Peter Blome, Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes, in seinem Schuhhaus Heller. Das klassische Weihnachtsgeschäft gibt es hier schon lange nicht mehr.

Foto: Bastian Haumann

Hattingen.   Das Dezembergeschäft war nicht so gut wie 2017 aber zufriedenstellend. Doch der Druck auf die Einzelhändler wächst. Kunden können helfen.

So gut wie 2017 ist das Weihnachtsgeschäft für viele Einzelhändler in diesem Jahr nicht gelaufen. Die meisten sind aber dennoch zufrieden. Mancher sogar „sehr sehr sehr“ — wie Pakize Bertan, Filialleiterin der Stadtparfümerie Pieper. Andere aber notieren einen „dramatischen Frequenzrückgang“.

„Die Menschen haben gekauft wie die Weltmeister. Einige hatten Angst, dass bei der Bestellung übers Internet nicht rechtzeitig geliefert wird“, so Pakize Bertan. Durch den Weihnachtsmarkt habe sie viele auswärtige Kunden verzeichnet.

Weihnachtsmarkt ist ein gutes Zugpferd

Den Weihnachtsmarkt sieht auch Peter Blome, Vorsitzender des Hattinger Einzelhandelsverbandes, als Zugpferd. „Da kommen viele Menschen, die sonst woanders kaufen, zu Spontankäufen, gerade wenn Angebote locken.“ Er bedauert, dass der Weihnachtsmarkt in Hattingen erst nach Totensonntag beginnt. „Da kaufen viele in den Städten, wo der Markt schon begonnen hat.“ Insgesamt sei das Weihnachtsgeschäft relativ schwach angelaufen, habe sich dann aber noch zur Zufriedenheit gesteigert. „Es war nicht das beste Jahr, was sicher auch am Regen lag.“

„Bitte kein Regen im Dezember“, sagt Markus Lesmeister. Aber für das „gruselige Wetter“ sei das Geschäft dann doch noch in Ordnung gewesen. Das sieht auch Ina Schröter von „Vom Fass“ so. Neben dem Wetter macht sie „die Black Weeks im November und den Online-Handel“ für den Rückgang verantwortlich.

Situation wird für Einzelhändler immer schwieriger

Nicht mehr so wie in den vergangenen Jahren war das Weihnachtsgeschäft bei Geschenke Lünemann in Niederwenigern, wo es auch Haushaltswaren, Geschirr und Dekorationen gibt. „Wir haben Glück, dass wir keine Miete zahlen, weil das hier Eigentum ist“, sagt Barbara Lünemann. Von Vertretern wisse sie, dass es für Einzelhändler immer schwieriger würde. „Wir haben Stammkundschaft, das Seniorenheim und das Krankenhaus nebenan. Viele sagen, dass sie das Geschäft toll finden, so etwas gebe es sonst kaum mehr. Ich sage dann, dass die Menschen aber auch in solchen Läden kaufen müssen.“

Dazu fordert auch ein Einzelhändler in der City auf, der nicht genannt werden will. Er spricht von „Preisramscherei“ der Kunden: „Sie kommen mit dem Handy, zeigen den günstigsten im Internet gefundenen Preis.“ Der Einstieg in den Online-Handel lohne sich nicht, „weil eh alle bei Amazon bestellen“. Dazu käme der Druck der Lieferanten durch große Ordermengen. So brächen Marken weg. Aufzuhalten sei die Spirale nur, wenn Kunden bewusster einkauften, Preise akzeptierten – und so einem Ausbluten der Innenstädte entgegenwirkten.

Hattingen arbeitet an der Masterplan-Fortschreibung

Die Fortschreibung des Masterplans Einzelhandel für Hattingen beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 7. Dezember 2017. Die Stadt Hattingen ist der interkommunalen Vereinbarung zum Regionalen Einzelhandelskonzept Östliches Ruhrgebiet und angrenzende Bereiche (REHK) beigetreten. Ziel ist eine abgestimmte Ansiedlungsplanung von großflächigen Einzelhandelsbetrieben in der Region.

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