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Grüne in Hattingen machen Mobilität zum Thema

Grüne Themen: Tönnies Meyerhoff-Rösener (57) ist Sprecher des Hattinger Ortsverbandes der Grünen und will sich ohne die parlamentarischen Zeitzwänge der Ratsarbeit auf seine Partei konzentrieren.

Foto: Barbara Zabka

Grüne Themen: Tönnies Meyerhoff-Rösener (57) ist Sprecher des Hattinger Ortsverbandes der Grünen und will sich ohne die parlamentarischen Zeitzwänge der Ratsarbeit auf seine Partei konzentrieren. Foto: Barbara Zabka

Hattingen.  Ex-Stadtrat Tönnies Meyerhoff-Rösener konzentriert sich auf den Parteivorsitz. Er fordert mehr Radwege, mehr Elektroautos, bessere S-Bahn-Takte.

Die Ratssitzung am 7. Dezember wird ohne Tönnies Meyerhoff-Rösener stattfinden. Der 57-jährige Holthauser hat sein Ratsmandat für die Grünen aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt und konzentriert sich künftig voll auf seine Aufgaben als Parteichef. Und da möchte der Sprecher des Ortsverbandes – wie das bei den Grünen offiziell heißt – im wahren Wortsinn Vollgas geben. Denn sein zentrales Thema ist: Mobilität.

„Es ist ein Dauerthema der Grünen und wird es bleiben, weil sich bisher kaum etwas verbessert hat“, sagt Tönnies Meyerhoff-Rösener. Rad, Auto, Bahn – überall werde Mobilität eher gebremst als vorangetrieben. „Wir brauchen mehr und bessere Radwege eben nicht nur für die zahlreicher werdenden Touristen, sondern auch für die Hattingerinnen und Hattinger, damit die das Auto mal stehenlassen können“, betont der Politiker. Apropos Auto: Die Elektromobilität zu stärken, hat sich der Grüne natürlich ebenfalls auf die Fahnen geschrieben. Und die S-Bahn-Takte. „Wie man hört, sollen die Verbindungen von und nach Hattingen 2018 noch einmal deutlich schlechter werden“, so Meyerhoff-Rösener. An weiteren Fahrpreiserhöhungen würde das aber wohl einmal mehr nichts ändern.

Seine neue Freiheit ohne parlamentarische Zeitzwänge will der Parteichef auch für Themen nutzen, die nicht ursprünglich lokal sind. „Wie gehe ich mit Europa um?“, sei eine der Fragen, die ihn brennend interessierten und die auch Auswirkungen auf die Städte und Gemeinden hätten.

Eine Jamaika-Koalition auf Bundesebene ist nach Meyerhoff-Röseners Einschätzung noch nicht gesichert. Für Hattingen wirbt er, was Jamaika angeht, um differenzierte Betrachtungsweise. Ja, Jamaika habe Bürgermeister Dirk Glaser ins Amt gebracht. Ja, alle Dezernentenwahlen der vergangenen zwölf Jahre seien Jamaika-getrieben gewesen. Aber: „Eine Koalition bei Sachfragen gibt es in Hattingen nicht“, sagt der 57-Jährige. „CDU, Grüne und FDP haben das System wechselnder Mehrheiten akzeptiert. Und das klappt gut.“

Frau in der Doppelspitze fehlt noch

Was bei den Grünen noch klappen muss: die Zusage einer Frau für die Doppelspitze. Der Vorstand ist mit drei Frauen und drei Männern politisch korrekt besetzt. Sprecherin an der Spitze der 30 Mitglieder starken Partei wollte aber kein weibliches Mitglied werden. Jetzt hofft der Parteichef auf den Nachwuchs. Bei der Grünen Jugend sei aktuell viel in Bewegung.

Auch Meyerhoff-Rösener war in jungen Jahren in Bewegung. Seine ersten 20 Lebensjahre verbrachte er in Hamburg. Ging gegen Atomkraftwerke auf die Straße. Wurde als Blockierer wegen Nötigung zu einer Geldstrafe verurteilt. Studiert hat der Grüne Theologie, war evangelischer Pfarrer und Krankenhausseelsorger. Heute arbeitet er als Berufsschulpfarrer in Bochum.

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