Gesellschaftsspiele

Großer Spiele-Test: Von Fliesenlegern und Weltreisenden

Lehrer Thomas Koch (42) spielt mit Felix (6) das Gesellschaftsspiel. „Lost Cities“.

Lehrer Thomas Koch (42) spielt mit Felix (6) das Gesellschaftsspiel. „Lost Cities“.

Foto: Fischer

Hattingen.   Bei „Stadt-Land-Spielt!“ im Gymnasium Holthausen können die Besucher Gesellschaftsspiele testen. „Around the World“ wurde von Schülern entworfen.

Strategie, Ausdauer und ein bisschen Glück: Genau das ist bei „Stadt-Land-Spielt!“ im Gymnasium Holthausen gefragt. Ob Würfel-, Karten- oder Brettspiel: Hier können die Besucher neben alten auch die neuesten und spannendsten Gesellschaftsspiele testen.

Zum dritten Mal findet der Spielmarathon schon in den Räumen des Gymnasiums an der Lindstockstraße statt, von Mal zu Mal fand die Veranstaltung mehr Zulauf. Kamen zur Erstauflage 2015 rund 80 Leute, waren es in diesem Jahr fast 150 Besucher. „Wer die Aktion einmal besucht hat, ist bisher immer wiedergekommen“, freut sich Organisator Thomas Koch. Der Mathelehrer spielt selbst begeistert Gesellschaftsspiele. Heute trägt er ein grünes Shirt mit dem Schriftzug „Erklärbär“. Damit läuft er von Tisch zu Tisch, gibt den Spielern Ratschläge.

Mitunter ist Taktik gefragt

Gerade sitzt er bei Familie Becker. Papa Björn, Mama Barbara und Sohn Bastian probieren gerade ein neues Strategiespiel aus. Es heißt „Azul“ und ist das Spiel des Jahres 2018. Bei dem taktischen Legespiel müssen die drei einen portugiesischen Palast fliesen. Mit bunten Steinen, den sogenannten Azulejos, die Runde für Runde gezogen werden, versuchen sie, ein bestimmtes Muster zu legen. Die besten Fliesen zum richtigen Zeitpunkt aus den Manufakturen zu erhalten, darum geht es dabei für jeden Spieler.

Bastian zieht zuerst, er nimmt zwei blaue Steine und legt sie in eine Reihe. Seine Eltern tun es ihm gleich. Doch Achtung: Abhängig von der Position im Mosaik brauchen die Spieler mal viele Fliesen einer Sorte, mal wenige, um das Muster erweitern zu dürfen. Wer sich verspekuliert und zu viele Kacheln nehmen muss, büßt Punkte ein. „Um zu gewinnen, muss man mindestens eine Runde im Voraus denken“, sagt Bastian. Doch das Fazit ist positiv: „Es macht auf jeden Fall Spaß“, finden die Beckers. „Im Vergleich zu den anderen Spielen ist es aber recht anspruchsvoll.“

Ein großer Spiele-Fan ist auch Volker Heinz. „,Mensch ärgere dich nicht’ ist natürlich der Klassiker“, sagt er. „Genauso wie die ,Siedler von Catan’, eines meiner Lieblingsspiele.“ Regelmäßig trifft er sich mit seinen Freunden Martin Schulze und Christina Ellerkmann zu ausgedehnten Spieleabenden. „Bei denen sitzen wir schon mal bis zu sechs Stunden zusammen und spielen.“

Dieses Mal gibt es bei „Stadt-Land-Spielt!“ übrigens wieder einen besonderen Höhepunkt: Schüler des Gymnasiums Holthausen entwarfen im Unterricht eigene Spiele, von denen das beste hier getestet werden kann. „Around the World“ heißt das Gewinner-Spiel in diesem Jahr. Die Schülerinnen Alina Vonstein und Lea Niggemann haben es entworfen. Sie besuchen beide die elfte Klasse. „Es geht in unserem Spiel darum, mit den Spielfiguren an verschiedene Orte zu reisen. Dabei stehen den Spielern mehrere Transportmöglichkeiten zur Verfügung“, erklären die zwei die Grundidee. Wie sie auf darauf gekommen sind? Ganz einfach: Die beiden Schülerinnen reisen auch selbst gern umher.

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