Kommunalwahl

Hattingen: Glaser und Mielke in Bürgermeister-Stichwahl

Zwischen Herausforderer Frank Mielke (SPD, links) und Bürgermeister Dirk Glaser (parteilos, rechts) kommt es in zwei Wochen zur Stichwahl.

Zwischen Herausforderer Frank Mielke (SPD, links) und Bürgermeister Dirk Glaser (parteilos, rechts) kommt es in zwei Wochen zur Stichwahl.

Foto: Biene Hagel / Biene Hagel / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Die Entscheidung über das Bürgermeisteramt fällt am 27. September. Bei der Wahl zum Stadtrat behält die SPD trotz hoher Verluste die Nase vorn.

Dirk Glaser und Frank Mielke ziehen in die Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters am 27. September. Im ersten Wahlgang am Sonntag holten die beiden die meisten Stimmen der fünf Kandidaten.

Überschattet wurde der Wahlabend von technischen Problemen bei der Übermittlung der Daten. Mit der digitalen Erfassung der Ergebnisse für den gesamten EN-Kreis war die Stadt Hagen beauftragt. Dabei zeigten sich nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr so große Mängel, dass die Resultate nur stark verzögert ausgespielt wurden. Zwischenzeitlich wurde das System komplett abgeschaltet.

FDP-Ratsfraktionschef Gilbert Gratzel nennt den Datenausfall einen „Skandal“, der nicht ohne Konsequenzen bleiben dürfe. Später am Abend war dann davon die Rede, dass es sich um einen Hacker-Angriff auf die Stadt Hagen gehandelt haben soll.

Glaser freut sich über ein gutes Ergebnis

Erst um 23 Uhr trafen sich die Bürgermeisterkandidaten und die Fraktionschefs der Ratsparteien zu einem Pressegespräch im Rathaus.

„Das ist für mich ein sehr gutes Ergebnis“, kommentierte Dirk Glaser (62) den Ausgang der Wahl. Der amtierende Bürgermeister wird von CDU und FDP unterstützt. „Ich freue mich über den Vertrauensbeweis. Bei der Stichwahl gilt es, diesen Vorsprung auszubauen.“

SPD-Bewerber Frank Mielke äußerte sich knapp: „Ich finde toll, dass ich in der Stichwahl gegen einen amtierenden Bürgermeister mit Amtsbonus bin.“

Frank Staacken: „Schade“

Frank Staacken (64) hat den Sprung in die Stichwahl nicht geschafft. Der erste Bürgermeisterkandidat der Grünen wollte die Stadt grüner machen und forderte den ökologischen Umbau der Kommune. „Schade. Ich hatte mir erhofft, dass die Hattinger Wähler ein Signal gesetzt hätten für eine deutlich ökologischere Politik in der Stadt“, kommentierte Staacken den Wahlausgang.

Auch für zwei weitere parteilose Kandidaten ist die Bürgermeisterwahl zu Ende. Immerhin: Beide erhielten jeweils mehr als 1000 Stimmen. Der 23-jährige Welperaner Christian Siever ist parteilos, wurde von der Partei „Die Partei“ unterstützt. Siever findet sein Ergebnis enttäuschend. „Ich hätte gedacht, dass ich Dritter werde“, sagte er.

Bei der Satire-Partei ist der Jubel groß

Unternehmer Thomas Bausch (62) zeigte sich nach der Wahl „nicht geknickt“. Schließlich habe er keine Partei im Rücken. „Da finde ich meine gut fünf Prozent wirklich gut.“

Bei der Wahl zum neuen Stadtrat hat die SPD die Nase vorn. Zwar verlieren die Sozialdemokraten rund neun Prozentpunkte, bleiben aber vor der CDU. Der neue Rat der Stadt hat 48 statt 46 Sitze: 16 für die SPD (ein Überhangmandat); 15 für die CDU (ein Ausgleichsmandat), elf für die Grünen, jeweils drei für FDP und „Die Partei“.

Bei der Satire-Partei war der Jubel besonders groß. Parteichef Martin Wagner: „Ich bin sprachlos“.

SPD sieht beide Wahlziele erreicht

„Unser erstes Wahlziel haben wir erreicht: stärkste Partei zu werden“, sagt SPD-Fraktionschef Achim Paas mit Blick auf die hohen Verluste. „Unser zweites Ziel, Frank Miele in die Stichwahl zu bringen, haben wir auch erreicht.“

Die CDU hat leicht verloren. Partei- und Fraktionschef Gerhard Nörenberg: „Für die CDU ist das Wahlergebnis ein Signal, dass wir unsere Arbeit noch intensiver in die Öffentlichkeit tragen müssen. Das wollen wir über unsere Internetseite tun.“

Grüne reden über Wahlempfehlung

Oliver Degner, Parteichef der Grünen, ist zufrieden, „auch wenn wir eine Verdoppelung unserer Prozentzahl nicht ganz geschafft haben. Ob wir eine Wahlempfehlung für die Bürgermeister-Stichwahl aussprechen, werden wir nächste Woche klären.“

Auch die FDP ist zufrieden. Parteichef Robin Thiele hätte sich zwar ein Ausgleichsmandat gewünscht, das hat nun die CDU bekommen.

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