Kultur

Gereon Georg möchte Menschen für Orgelmusik begeistern

Gereon Georg aus Hattingen-Niederwenigern ist Gymnasiallehrer, Diplom-Musiker, Organist, Pianist und Dirigent. Er möchte Menschen für das Instrument Orgel begeistern.

Gereon Georg aus Hattingen-Niederwenigern ist Gymnasiallehrer, Diplom-Musiker, Organist, Pianist und Dirigent. Er möchte Menschen für das Instrument Orgel begeistern.

Foto: Fischer

Hattingen.   45-Jähriger aus Niederwenigern ist Gymnasiallehrer, Diplom-Musiker, Organist, Pianist und Dirigent. Er erklärt, warum er auch Rap mag.

Mit vier Jahren bekam Gereon Georg eine kleine elektronische Kinderorgel zu Weihnachten. „Darauf habe ich Melodien nachgespielt.“ Heute ist er 45 Jahre alt, Gymnasiallehrer, Diplom-Musiker, Organist, Pianist und Dirigent – und übt daheim in Niederwenigern an einem Instrument, das nur in wenigen Haushalten zu finden ist: an einer Orgel.

Der Raum unterm Dach ist vom Architekten eigens für das Instrument und fürs Musizieren geplant. 2009 kaufte Georg seine digitale Orgel. Melodien anderer lässt er auf der Orgel heute noch viel erklingen. Gern auch von unbekannten Komponisten. Aber seine Leidenschaft gilt der Improvisation.

Schon die Eltern waren offen für Kunst und Musik

Von Beruf ist Gereon Georg Studienrat am Helmholtz-Gymnasium in Essen, unterrichtet Musik und Englisch. Doch nebenberuflich ist er musikalisch sehr aktiv: So hat er einst den Kinderchor in Essen-Byfang geleitet, seit 1996 leitet er den Kirchenchor St. Barbara in Byfang. „2017 haben wir ein großes Konzert mit den Essener Philharmonikern gegeben.“ An seiner Schule hat er unter anderem einen Lehrerchor etabliert. Er selbst hat viele Jahre bei den Essener Domsingknaben und im Landesjugendchor NRW seine Stimme geschult.

Sein Interesse für Musik liegt in der Familie: „Meine Eltern waren sehr offen für Kunst und Musik.“ Sein Vater spielte Trompete, auch sein Bruder wandte sich der Trompete zu. Georg selbst griff im Grundschulalter zur Blockflöte, bekam ab seinem neunten Lebensjahr auf eigenen Wunsch Klavierunterricht. „Klavier spielen zu können, ist wichtig für das Orgelspiel. Denn man braucht die Technik. In meiner Gesangsausbildung habe ich gelernt, Linien und Töne zu gestalten. So kann ich heute den Orgelstücken Struktur geben und spiele sie nicht nur herunter.“

Gereon Georg spielt auch gern in seiner Schul-Big Band

Dabei hat sich der Kirchenmusiker der katholischen Kirchengemeinde St. Josef Essen Ruhrhalbinsel nicht nur der klassischen Orgelliteratur verschrieben. Schüler gewinnt er auch über Rap oder synthetische Keyboard-Klänge fürs Musizieren. „Ich lasse jede Musik gelten.“ Darum hat er auch Spaß, beispielsweise in der Schul-Big-Band mitzuwirken.

Eigene Orgel-Konzerte – wie neulich bei einem Benefiz-Konzert – gibt er selten. „Das erfordert einen hohen Übeaufwand, denn ich habe einen hohen Anspruch an mich selbst, will Qualität bieten.“ Mehr Menschen möchte er für die Orgel begeistern, zeigen, dass sie nicht auf die Kirche beschränkt ist. „Es ist es gut, dass die Orgel in vielen Sälen erklingt, man kann zeigen, was sie kann. Dorthin kommt außerdem anderes Publikum.“

Orgelführung für Kinder in Essen durchgeführt

Georg hat in der Philharmonie Essen schon Kindern die Orgel erklärt, um sie für das Instrument zu interessieren. Seine Leidenschaft für die Orgel ist in Niederwenigern entfacht worden: „Meine Eltern waren im Kirchenchor in Niederwenigern, der Organist nahm mich mit zur historischen Stahlhuth-Orgel. Der Klang, das Gewaltige haben mich sehr angesprochen. Er ließ mich als Junge spielen, später sogar Messen.“ Die Begeisterung von damals fürs Instrument ist geblieben. Und lässt neben dem Job wenig Zeit fürs Radfahren oder Tischtennis-Spielen. Aber fürs Reisen: In diesem Jahr hofft er, einen Schulfreund in den USA zu besuchen. Gern fährt er nach Spanien.

In Niederwenigern lebt Gereon Georg gern: „Der Ortsteil ist stadtnah und doch mitten in der Natur.“ Viele Orgeln hat er gespielt wie die im Essener Dom, in St. Georg, St. Mauritius, die Orgel der evangelischen Kirche in Niederwenigern war dabei, aber auch die der Kathedrale von St. Louis, USA. Er saß an mechanischen wie pneumatischen Orgeln. Schön fände er es, sich mal an die Orgel im Kölner Dom oder in der Elbphilharmonie zu setzen. Einen weiteren Wunsch hegt er: Seinen Dachboden endlich so einzurichten, dass er hier mit anderen musizieren kann. „Und dann hätte ich gern noch einen Flügel.“

Gereon Georgs interessanter Werdegang

Gereon Georg studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik Köln Katholische Kirchenmusik, u.a. bei Prof. Henning Frederichs, der mal in Hattingen lebte, bei dem auch Georgs Musiklehrer am Gymnasium Waldstraße, Bernd Wolf, studiert hatte.

Nach dem A-Examen folgte ein Lehramtsstudium der Schulmusik, Anglistik, Erziehungswissenschaft sowie das Referendariat am Studienseminar und am Gymnasium am Ostring in Bochum. Zivildienst leistete Georg im Haus der Diakonie.

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