Hattingen sauber

Geocacher verbinden Spaß mit Engagement gegen die Vermüllung

Sara und Mario Fuchs haben mit gut 50 anderen Geocachern rund um das Hüttengelände Müll gesammelt. Hier sind sie auf dem Weg von Birschels Mühle zum Gewerbepark.

Sara und Mario Fuchs haben mit gut 50 anderen Geocachern rund um das Hüttengelände Müll gesammelt. Hier sind sie auf dem Weg von Birschels Mühle zum Gewerbepark.

Foto: Walter Fischer

Hattingen.   Dutzende Bürger sammeln Müll rund um die Henrichshütte und in Hattingen-Bredenscheid. Dabei verbinden sie Geocaching mit Abfallentsorgung.

„Hattingen sauber“ war das Motto am Wochenende in Bredenscheid und rund um die Henrichshütte. Nachdem eine der größten Aufräumaktionen im vergangenen Jahr aus organisatorischen Gründen nicht stattfinden konnte, freut sich die städtische Abfallberaterin Cornelia Padtberg jetzt wieder über viele Anmeldungen. „Ich habe das Gefühl, dass das Thema Vermüllung durchaus in Hattingen präsent ist“, bestätigt Marcel Rüttgers, der die Müllsammlung an der Hütte organisiert. Dort zeigt er mit seinen Mitstreitern, wie jeder für eine saubere Stadt mithelfen und dabei auch noch Spaß haben kann.

Dosen, Papier, Plastikverpackungen, Taschentücher – auf den Ruhrwiesen liegt so einiges verteilt. Sogar das Gerippe eines alten Sofas findet sich. Den Abfall in der Natur abladen, für einige Menschen scheinbar ganz normal. Anders kann sich Marcel Rüttgers die Vermüllung nicht erklären. Um dem entgegenzuwirken, hat er die Sammelaktion ins Leben gerufen.

Geocaching und putzen

Rüttgers ist Geocacher, heißt, er sucht in der Natur mit Hilfe des Smartphones oder GPS-Gerätes Koordinaten und bestimmte Punkte, an denen kleine Boxen versteckt sind. „Am Ziel findet sich dann so etwas wie ein Logbuch, in das sich die Geocacher eintragen können“, erklärt er. „Manchmal findet man auch ein weiteres Rätsel.“

Jetzt lesen die Geocacher dazu noch Müll auf: „Cache in, trash out“ oder kurz „CITO“ nennt sich die Aktion, die die moderne Form der Schatzsuche kombiniert mit dem Sammeln von Abfall. Denn heute soll es in erster Linie um die Säuberung der Umwelt gehen.

Autoreifen, Bierflaschen und Plastikmüll

Zum dritten Mal findet die Aktion in Hattingen statt. Vor allem die Teiche, der tote Ruhrarm und das Industriegebiet sind laut dem Organisator von der Vermüllung betroffen. Es dauert nur wenige Minuten, da finden die ersten Helfer einen alten Autoreifen. Auch Verpackungen mit Essensresten findet sich vermehrt auf dem Gelände. Bierflaschen und Plastikbecher sind nur ein kleiner Teil dessen, was bei den Geocachern in den Müllsäcken landet.

Obwohl Tobias Elfert oft entsetzt ist, wie viel Müll er findet, hat der 44-Jährige großen Spaß an der Veranstaltung. Er ist mit seiner Frau Kathrin Baumann (46) und den zwei Kindern hierher gekommen. Regelmäßig betreiben sie Geocaching, sind viel draußen unterwegs. „Auf unseren Ausflügen sehen wir leider viel zu viel Abfall“, meinen sie bedauernd. „Deshalb ist es eine gute Idee, Geocaching mit der Sammelaktion zu verbinden.“

Jeder kann mithelfen

Marcel Rüttgers freut sich über so viele Helfer – gut 50 hatten sich im Vorfeld angemeldet. Auch im Alltag könne man etwas gegen das Problem tun, betont er: „Wer unterwegs größere Ansammlungen von Müll sieht, kann das der Stadt melden. Die sorgt dafür, dass alles entfernt wird.“ Ansonsten reiche es schon, die Reste ordnungsgemäß in einem Mülleimer zu entsorgen.

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