Tauschring

Gegenstände tauschen statt wegwerfen beim Tauschring

Den Geschenketausch für unpassende Weihnachtsgeschenke gibt es bereits seit zehn Jahren. Beate Langner (links) sucht weitere Tauschwillige, um das Angebot des Tauschrings zu erweitern.

Den Geschenketausch für unpassende Weihnachtsgeschenke gibt es bereits seit zehn Jahren. Beate Langner (links) sucht weitere Tauschwillige, um das Angebot des Tauschrings zu erweitern.

Foto: Joachim Haenisch

Hattingen.   Der Tauschring feiert im Februar sein 15-jähriges Bestehen. Die Mitglieder tauschen gebrauchte Gegenstände und verschiedene Dienstleistungen.

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Ich tausche ein Bügeleisen gegen eine halbe Stunde Lebenszeit. Was zunächst etwas befremdlich klingt, ist das Prinzip des Tauschrings.

„Wir tauschen Gegenstände und Dienstleistungen untereinander. Unsere Währung ist dabei die Lebenszeit“, erklärt Beate Langner. In der Praxis funktioniert das wie folgt: Wer gerne bügelt oder gut backt, wird das anbieten. Ein Computer- Spezialist bietet eventuell seine Hilfe bei Schwierigkeiten mit dem Drucker an. Jeder notiert seine Arbeitszeit und bekommt diese Zeit auf seinem virtuellen Lebenszeitkonto gutgeschrieben. Diese Zeit kann er dann wiederum einlösen, damit eine andere Person für ihn Dinge erledigt. „Nur wenn Gegenstände gegen Dienstleistungen getauscht werden, versuchen wir eine andere Art der Umrechnung zu finden“, erklärt Langner. Dann kann das Ergebnis auch heißen, dass das Bügeleisen für eine halbe Stunde Lebenszeit, gemeint ist natürlich Arbeitszeit, den Besitzer wechselt.

Fähigkeiten werden wertgeschätzt

„Das Schöne ist, dass meine Fähigkeiten wertgeschätzt werden“, sagt Beate Langner. Denn: Die Arbeit eines Akademikers hat beim Tauschring denselben Stellenwert wie die Arbeit einer ungelernten Kraft. „Trotzdem profitieren alle“, sagt sie. Beate Langner ist fest davon überzeugt, dass am Ende eine Zeitersparnis für sie herauskommt oder aber wenigstens die Tatsache, dass unliebsame Arbeiten Andere für sie übernehmen.

Den Tauschring gibt es mittlerweile seit knapp 15 Jahren. Im Februar 2002 wurde er als Projekt der Lokalen Agenda 21 gegründet. Vor allem in den vergangenen zwei Jahren erweist sich das Tauschprinzip als besonders erfolgreich. „Wir bekommen immer mehr Mitglieder, tauschen scheint modern zu sein“, freut sich Langner. Die Hattingerin ist seit 15 Jahren Mitglied im Tauschring. Für sie steht vor allem der Nachhaltigkeitsgedanke im Vordergrund: „Ich kann nicht einfach Dinge wegschmeißen, wenn sie noch funktionieren. Jemand anders kann sie ja noch weiterverwenden.“

Geld sparen und Gutes tun

Ganz nebenbei spart Beate Langner auf diese Weise auch noch eine Menge Geld. „Bevor ich etwas neu kaufe, frage ich erst einmal beim Tauschring nach“, sagt sie. „Das ist ganz moderne Nachbarschaftshilfe.“ Jeden ersten Dienstag im Monat treffen sich die Mitglieder des Tauschrings, um neue Tauschgeschäfte zu verabreden, die Lebenszeitkonten zu führen und um sich zu unterhalten.

In dieser Woche stand außerdem das alljährliche Geschenketauschen auf dem Programm. Auflaufformen, Tupperware, Puzzles, Pinsel, Backhandschuhe und Bastelsets – das Angebot war groß. Vor allem unliebsame Weihnachtsgeschenke fanden so einen neuen Besitzer.

>> TAUSCHRING SUCHT WEITERE MITGLIEDER

Der Tauschring sucht weitere Mitglieder. Besonders Handwerker und Organisationstalente sind gesucht. Interessierte können jeden ersten Dienstag im Monat ab 19 Uhr in den Räumen des Bürgerzentrums Holschentor, Talstraße 8, vorbeischauen.

Das 15-jährige Bestehen wird am 12. Februar gefeiert. In der Zeit von 11 bis 14 Uhr werden die Mitglieder im Holschentor gemeinsam brunchen. Auch hier sind Tauschfreunde willkommen. Der Jahresmitgliedsbeitrag beträgt 6 Euro. Eine Broschüre informiert über Tauschangebote.

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