Handwerk

Friseur aus Leidenschaft seit 50 Jahren im Geschäft

Der Beruf macht Bernd Hey immer noch Spaß. Hier frisier der 76-jährige Friseurmeister seine Frau Hannelore. Links im Bild ist eine Ehrenurkunde zu sehen, die im Salon an der Friedrichstraße hängt. Foto:Volker Speckenwirt

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Der Beruf macht Bernd Hey immer noch Spaß. Hier frisier der 76-jährige Friseurmeister seine Frau Hannelore. Links im Bild ist eine Ehrenurkunde zu sehen, die im Salon an der Friedrichstraße hängt. Foto:Volker Speckenwirt Foto: h

Hattingen.   Mit 76 denkt Bernd Hey nicht ans Aufhören, gönnt sich aber eine Stunde mehr Freizeit. Männer wollen von ihm meist einen Schnitt „wie immer“.

Die 40 muss weg vom Schaufenster des Friseursalons Hey an der Friedrichstraße 24. Denn die 40 hat der Salon inzwischen längst hinter sich. Am 17. März 1967 ist das Geschäft eröffnet worden – und die Tapete an der einen Wand ist noch original. So wie das Mobiliar.

An der Heggerstraße ist Bernd Hey (76) groß geworden – und das Handwerk liegt bei ihm in der Familie. Sein Vater war Friseurmeister. Hey zeigt einen Zeitungsartikel von Oktober 1953 anlässlich des 25-jährigen Bestehens des väterlichen Ladens: Auf dem Foto ist er als Kind zu sehen, wie er sich von seinem Papa die Haare schneiden lässt.

Im Salon des Vaters gearbeitet

„In dem Artikel ist erwähnt, dass mein Vater schon mit 23 Jahren Meister war. Das habe ich auch geschafft“, blickt Hey zurück, der einst die Holschentorschule besuchte. Seine Lehre dann machte er in Bochum. Danach kehrte er in den Salon seines Vaters an der Heggerstraße 28 zurück, besuchte die Meisterschule in Dortmund.

Doch immer nur beim Vater zu arbeiten, das reichte Hey irgendwann nicht mehr. Und so eröffnete er einen eigenen Salon. Für Damen und Herren. Um die Herren kümmert er sich bis heute selbst. Die Damen werden von Mitarbeiterinnen frisiert. „Ich war auch lange Jahre im Gesellenprüfungsausschuss, damals, als es noch eine eigene Innung in Hattingen gab“, erklärt Hey, der etwa zehn junge Menschen ausbildete. Und er hat festgestellt: „Im Grunde kommt alles irgendwann wieder.“ Ausgenommen vielleicht Onduliereisen. Die, sagt er lächelnd, gibt es nicht mehr.

Zumeist Stammkunden kommen in den Salon, der ohne Anmeldung arbeitet. Seine Frau Hannelore, mit der er zwei Söhne hat, unterstützte ihn im Laden von Anfang an. Das Paar wohnt in unmittelbarer Nähe des Ladenlokals in der Suüdstadt. „Wenn mittags eine Lücke ist, ruft er an, dass er zum Essen kommt.“

Was die Stammkunden wünschen, weiß Hey, der sich für Fußball interessiert und erst mit 30 Jahren selbst anfing zu spielen, längst. Dennoch fragt er: „Wie hätten Sie es denn gerne?“ Die Standardantwort der Herren: „Wie immer.“

Der Salon ist „die zweite Zeitung von Hattingen“ sagt Hey schmunzelnd. „Wir wissen alles“, ergänzt seine Frau Hannelore (75) lächelnd. Denn die Kunden erzählen gern, haben Vertrauen – in die Handwerkskunst wie in die Verschwiegenheit von Hey. Der sich in seinem 80 Quadratmeter großen Salon mit zwei Plätzen für Herren und elf Plätzen für Damen immer noch wohlfühlt. Ans Aufhören denkt er nicht: „Mir macht der Beruf Spaß. Und mir geht es gesundheitlich sehr gut. Ich brauche noch nicht mal eine Brille“, erklärt er. Immerhin – eine Stunde mehr Freizeit als früher gönnt sich Bernd Hey inzwischen. Er öffnet immer noch um 8 Uhr, schließt aber um 17 statt um 18 Uhr. „Die Zeit nutzen wir dann zum Spazierengehen“, sagt Hannelore Hey.

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