Prozesse

Frau von Hattinger (35) entwürdigend gefilmt

Das Hattinger Schöffengericht tagte am Mittwoch sechs Stunden lang.

Das Hattinger Schöffengericht tagte am Mittwoch sechs Stunden lang.

Foto: Mike Röser

Hattingen.  Nach einer Party nahm ein Hattinger eine Frau mit nach Hause. Dort fertigte er von der Schlafenden eine Aufnahme an, schlug und beleidigte sie.

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Ein entwürdigendes Kurz-Video hatte ein Hattinger (35) in den frühen Morgenstunden des 22. Januar 2017 von seinem Opfer gefertigt: nackt und mit gespreizten Beinen auf seinem Bett schlafend. Wegen dieser Verletzung der Persönlichkeitsrechte der jungen R., die er später zudem geohrfeigt und beleidigt hatte, musste er sich vor dem Schöffengericht verantworten.

Kennengelernt hatte der Angeklagte die Geschädigte R. am Abend zuvor auf der Party einer Freundin. Dort floss sehr viel Alkohol, es sei „eine ganz wilde Feier“ gewesen, so Peter Steffen, Verteidiger des Angeklagten. Die auch sexuell aufgeladen war. So sollen bei der Party nach Aussagen verschiedener Zeugen sowohl der Angeklagte, als auch weitere Gäste intimen Kontakt mit R. gehabt haben. Bis es der Gastgeberin zu viel wurde, sie alle Gäste rauswarf. In der Folge nahm der Angeklagte R. auf ihren Wunsch mit einem männlichen Partygast mit in seine Wohnung. Dort habe man weiter Whiskey getrunken, auch habe er mit R. erneut Sex gehabt, so der Angeklagte. Einvernehmlichen.

Auf der Party in Bochum auffällig verhalten

Wie es zu dem Video gekommen sei, daran vermochte er sich aber nicht mehr genau erinnern: „Ich war besoffen.“ – „Er glaubt aber schon, dass er es gemacht hat“, so Verteidiger Steffen. Auch eine körperliche Auseinandersetzung mit R. gestand der 35-Jährige ein: „Ich habe sie geschüttelt, mit der Hand ins Gesicht geschlagen.“ Allerdings habe er R. in jenem Moment nur beruhigen wollen. Sie habe sich komisch benommen.

Schon auf der Party in Bochum habe R. sich dabei auffällig verhalten, erzählte er Angeklagte. Mal habe sie geweint, mal geschrien, dann sei sie wieder bester Stimmung gewesen. Dass sie Kokain nehme, habe sie ihm zudem gesagt, auch weitere als Zeugen geladene Gäste erwähnten dies. Diese Droge indes ließ sich bei der Geschädigten wenige Stunden nach dem Vorfall in der Wohnung des Hattingers nicht nachweisen, wohl aber ein starkes, angsttötendes Beruhigungsmittel. Und ebenso wie beim Angeklagten ein stark erhöhter Promillewert.

Mix aus Alkohol und Medikament

Zwar habe der Mix aus Alkohol und Medikament R. total enthemmt, so Staatsanwältin Dr. Laura Riebau, aber an einen Anfall in der Wohnung des Hattingers glaube sie nicht. „Sie haben sie geschlagen und beleidigt.“Ihre Forderung für diese Vergehen und das Video: acht Monate zur Bewährung. Verteidiger Steffen bat dagegen um eine milde Geldstrafe.

Das Schöffengericht entschied neben 500 Euro Schmerzensgeld an R. auf 3600 Euro Geldstrafe. Auch wegen verminderter Schuldfähigkeit aufgrund des Alkoholkonsums des Angeklagten.

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