Musik

Ensemble mit Behinderten läuft zur Hochform auf

Musizieren gemeinsam: Musiklehrerin Roswitha Weyand und Rolf.

Musizieren gemeinsam: Musiklehrerin Roswitha Weyand und Rolf.

Foto: Manfred Sander

hattingen.   Bewohner und Besucher im Haus der Lebenshilfe spielen und singen gemeinsam. Lehrerin Roswitha Weyand hilft ihnen sich auszudrücken.

Als das Ensemble aus Mitgliedern behinderter Menschen zum eigenen Wunschprogramm kommt, wird es blutrünstig mit dem Dracula-Lied. War die Stimmung vorher schon super, läuft das Ensemble der Lebenshilfe jetzt zur Hochform auf. Und steigert sich noch, als die Sängerinnen und Sänger Nenas „99 Luftballons“ anstimmen. Alle haben Spaß bei der Generalprobe für eine hausinterne Weihnachtsfeier für Angehörige, zu der, anders als bei anderen Festen, die Öffentlichkeit nicht eingeladen ist.

Marcus Sommerey, Heimleiter im Tom-Mutters-Haus, freut sich, dass es möglicherweise beim nächsten Altstadtfest einen Auftritt geben soll. Er findet es „einen Segen, das Ensemble im Haus zu haben“, und wäre begeistert, wenn es beim Altstadtfest eine Plattform bekäme, sein Können zu zeigen.

Werner, der zum Start des Projektes mit Musiklehrerin Roswitha Weyand im Frühjahr 2015 noch Akkordeon gespielt hat, spielt das Instrument im Moment nicht, ist aber mitten im Geschehen. Sein Interesse gilt momentan einer Geige, die er am liebsten spielen würde. Wer ihm über den Weg läuft, wird gefragt, ob er eine hat. Zufrieden ist er aber auch, wenn er eine neue CD ergattert.

Anders als bei anderen Ensembles, die sich außer Haus zum Musizieren treffen, verteilen sich die Spielerinnen und Spieler auf den vorweihnachtlich geschmückten Raum. Wechseln manchmal die Plätze, wenn sie nicht im Rollstuhl sitzen müssen. Doch auch der Rollstuhl hält Dominik nicht davon ab, begeistert zu juchzen, wenn ihm die Musik gut gefällt. Roswitha Weyand setzt sich mal aufs Sofa, mal in den Kreis. Die Atmosphäre hat etwas von Hausmusik. Nicht nur Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Haus nehmen teil, sondern auch Spieler, die nicht an der Schulstraße wohnen, sondern zu Hause. Zum Teil bekommen sie zusätzlich Musikunterricht.

Beim Zusammenspiel die Woche vorher hatten Musikerinnen und Musiker von der Hackstückstraße für Verstärkung gesorgt. Auch dort ist die Musiklehrerin im Einsatz.Beide Gruppen bestehen aus acht bis neun Teilnehmern. Alle nehmen aufeinander Rücksicht, feuern sich gegenseitig an und spielen je nach musikalischen Fähigkeiten und soweit es ihre Gesundheit hergibt. Natürlich stehen auch Weihnachtslieder auf dem Programm. Was alle eint ist der Spaß am Musizieren.

Ihnen die Möglichkeit zu bieten, daran hat Roswitha Weyand Spaß. „Viele konnten an der Förderschule nur wenige Instrumente ausprobieren.“ Im Ensemble eröffnen sich neue Möglichkeiten.

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